Stralsbach
Ehrenamt

Burkardrother Feuerwehren: Sicher in Theorie und Praxis

Die Truppmannausbildung der Feuerwehren im Markt Burkardroth enthält viele Bausteine. Neben theoretischem Wissen wurde Praxis vermittelt.
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Nico Schlereth (links) zeigt, wie man einen Unterflurhydranten aufbaut. Martin Höchemer und Klaus Zimmerhackel (rechts) nehmen dabei die Prüfung ab.  Foto: Björn Hein
Nico Schlereth (links) zeigt, wie man einen Unterflurhydranten aufbaut. Martin Höchemer und Klaus Zimmerhackel (rechts) nehmen dabei die Prüfung ab. Foto: Björn Hein
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Von Aufregung ist bei Nico Schlereth nichts zu spüren. Der Feuerwehranwärter aus Waldfenster wird von Georg Grom und Steffen Schade geprüft. Souverän erklärt er, welche Arten von Oberflurhydranten es gibt. Das Werkzeug, mit dem dieser bedient wird, zieht er mit sicheren Griff aus dem bereitstehenden Feuerwehrauto und führt vor, wie man aus dem Oberflurhydranten Wasser entnimmt. Ganz in der Nähe legt Sophia Albert zur gleichen Zeit Thomas Straub einen Sicherungsknoten an, mit diesem kann man verletzte Personen aus Gebäuden abseilen. Dies beherrscht sie aus dem Effeff, Prüfer Christoph Kröckel ist sehr zufrieden.

Sie und ihre Mitstreiter haben sich bei der Alten Schule in Stralsbach versammelt, wo sie ihre Modulare Truppmannausbildung Teil A mit einer praktischen sowie schriftlichen Prüfung abschließen. Alle 22 Teilnehmer haben bestanden und konnten dafür eine Urkunde entgegennehmen.

Damit man alle Fragen in der Theorie beantworten und in der Praxis dann sein Können vorführen konnte, hieß es zuerst einmal büffeln. In 38 Unterrichtseinheiten bekamen die Lehrgangsteilnehmer wichtige Informationen aus dem Bereich des Feuerwehrwesens in Theorie und Praxis vermittelt. "Im Teil A werden zuerst einmal die Grundlagen abgedeckt. Rechte und Pflichten von Feuerwehrleuten stehen ebenso auf dem Programm wie Fahrzeugkunde, das Verhalten im Brandfall, die Löschwasserversorgung und vieles weitere", erläuterte Kreisbrandmeister Klaus Preisendörfer, der den Lehrgang organisiert hat.

Blättert man die Teilnehmerunterlagen durch, so ist man erstaunt, was ein Feuerwehrmann bzw. -frau heute so alles wissen muss. Aber eine gute Ausbildung ist unerlässlich, schließlich ist das Anforderungsprofil, das heute an die Feuerwehren gestellt wird, vielfältiger denn je. "Besonders der Bereich der Technischen Hilfeleistung gewinnt heute immer mehr an Bedeutung. Die Aufgaben, die die Feuerwehr heutzutage abdeckt, sind umfangreicher als noch vor einigen Jahren", weiß Preisendörfer aus Erfahrung. Dementsprechend war der Lehrgang sehr vielfältig: neben theoretischem Wissen wurde auch Praxis vermittelt, besondere Bedeutung kommt hier der Ausrüstung zu, die vor Ort ist. "Die Jugendlichen übten an den Gerätschaften, die hier verfügbar sind. Die Ausbildung erfolgte an Fahrzeugen der Marktgemeinde Burkardroth, schließlich sollen die angehenden Feuerwehrleute auch mit der Ausrüstung der Nachbarwehren zurechtkommen, damit sie im Ernstfall hier mitanpacken können", erklärt der Kreisbrandmeister. Mit dem Nachwuchs sieht es sehr gut aus: In den Feuerwehren des Marktes Burkardroth tun 420 ausgebildete Feuerwehrleute ihren Dienst. In den Jugendfeuerwehren kommen dazu noch einmal 101 Jugendliche, in der Kinderfeuerwehr sind 30 Kinder gemeldet.


Große Nachfrage

"Wir waren von der großen Nachfrage bei der Truppmannausbildung Teil A überrascht - insgesamt hatten wir hier 26 Teilnehmer aus den Wehren Waldfenster, Stralsbach, Oehrberg, Frauenroth und Lauter. Weitere elf Teilnehmer werden in Münnerstadt ausgebildet, diese kommen aus den Wehren Burkardroth-Wollbach-Zahlbach, Stangenroth und Gefäll" freut sich Preisendörfer. Den dortigen Lehrgang hat Kreisbrandmeister Guido Schneider übernommen. Eine gute Ausbildung ist für später sehr wichtig. Bis die Feuerwehranwärter auch im Gefahrenbereich eingesetzt werden können, dauert es aber noch eine Weile: Hier müssen zuerst noch die Teile B und C der Modularen Truppmannausbildung absolviert werden. In einem Jahr ist es geschafft, wenn alle Ausbildungsschritte gemacht und die Teilnehmer 18 Jahre alt sind, dürfen sie sich offiziell Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau nennen. Rund ein Drittel der Jugendlichen sind weiblich.
"Nach der erfolgreichen Grundausbildung kann man sich dann zum Gruppenführer, Maschinisten, PA-Geräteträger usw. weiterbilden", erläutert Preisendörfer. Und dies ist sehr wichtig: Gibt es doch heute beispielsweise kaum noch einen Einsatz, in dem auf Atemschutzträger verzichtet werden kann. Bei den Unterrichtseinheiten wurde Preisendörfer von den Kommandanten und Gruppenführern der Wehren unterstützt. "Wir haben hier eine sehr gute Gemeinschaft, jeder packt mit an und der Teamgeist ist beachtenswert", sagt Preisendörfer.

Doch jetzt heißt es für die Jugendlichen erst einmal, die Früchte ihrer Arbeit zu genießen. Für sie hat sich der Kurs in jedem Fall gelohnt. "Hier wurden interessante Infos vermittelt, die bei den Übungen manchmal etwas kurz kommen", hat die 15-jährige Sophia Albert die Erfahrung gemacht. "Man konnte viel Neues lernen", so der 17-jährige Lukas Schlereth.


Vieles unter einen Hut bringen

"Manchmal war es etwas stressig, die Schule und die Ausbildung unter einen Hut zu bekommen. Doch es hat geklappt." "Die Ausbilder haben sich viel Mühe gegeben, die Unterrichtseinheiten und den Stoff interessant aufzubereiten", sagt Albert. Für die Prüfung mussten natürlich die Unterlagen durchgearbeitet werden. "Aber aus dem Unterricht ist auch viel hängengeblieben, so dass sich das eigentlich in Grenzen hielt", ergänzt Schlereth.

Beide freuen sich schon darauf, die nächsten Kurse zu absolvieren. Am Ende werden dann die Lehrgangsteilnehmer die Reihen der aktiven Wehrleute verstärken. "Wir hatten hier eine sehr gute Gemeinschaft, die Ausbildung hat Spaß gemacht", freut sich Sophia Albert. "Macht mit und bildet Euch weiter fort - ihr werdet alle in den Feuerwehren gebraucht", so Kreisbrandinspektor Roland Geis bei der Überreichung der Urkunden. "Es gibt nichts Schlimmeres, als vor Ort zu sein und aufgrund fehlenden Wissens nicht helfen zu können." Schließlich müssen im Ernstfall auch unter Stress alles Handgriffe sitzen.


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