Motten

Bürgerversammlung in Motten: Wie geht's weiter?

Pläne, Zahlen, Ideen: Was gibt die Gemeinde Motten aus, und welche Projekte stehen an? Bei der Bürgerversammlung gab es Antworten.
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Wie könnte eine Lösung für den leer stehenden Brauereigasthof in Motten aussehen? Bei der Frage um die Entwicklung ihres Ortes sind auch die Mottener selbst gefragt. Ein Arbeitskreis kam bis jetzt nicht zustande.
Wie könnte eine Lösung für den leer stehenden Brauereigasthof in Motten aussehen? Bei der Frage um die Entwicklung ihres Ortes sind auch die Mottener selbst gefragt. Ein Arbeitskreis kam bis jetzt nicht zustande.
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Sehr gut besucht war die Bürgerversammlung in Motten, so gut, dass die Sitzplätze für die vielen Besucher nicht ausreichten. Mit Zahlen, Daten und Fakten begann Bürgermeister Jochen Vogel seinen Bericht über die Haushalts- und Gesamtlage der Gemeinde.

Um die Wasserversorgung auf Stand zu halten, wurden im Jahr 2018 für die Quellen-Erneuerung 13 209 Euro ausgegeben, 2019 waren es 172 800 Euro. Außerdem wurde in den Hochbehälter 258 100 Euro investiert, die Maßnahme soll im Mai/Juni 2020 abgeschlossen sein. 100 000 Euro an Planungskosten wurden bislang für den Neubau des Kindergartens in Motten ausgegeben. Über die Wintermonate soll die Ausschreibung erfolgen, sodass es im Frühjahr mit dem Neubau losgehen kann, informierte Vogel. Bei 2,9 Millionen Euro Gesamtkosten gibt es von der Regierung von Unterfranken eine Förderung von zwei Millionen Euro. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass es ein "richtig gutes Projekt" wird.

Im Gerätehaus ist's eng

Ein grenzüberschreitendes Projekt hat er in Sachen Radweg in Richtung Uttrichshausen  und Altenhof mit den Bürgermeistern der beiden beteiligten hessischen Nachbargemeinden im Auge. Die Radwege seien derzeit nicht familienfreundlich, eine Verbesserung könne gemeinsam erzielt werden.

Das Mottener Feuerwehrgerätehaus ist mit dem neuen Fahrzeug "etwas eng", erklärte der Bürgermeister. Ein Anbau werde nötig, in dem die Umkleide und Spinde untergebracht werden können. Außerdem müsse in eine Absauganlage investiert werden. Derzeit werde der Bauplan erstellt. Vogel hofft, die Planung schon in der Dezembersitzung auf der Tagesordnung zu haben. Die Umsetzung möchte er 2020 in Angriff nehmen. Die barrierefreie Erschließung des Josefsheims in Motten verzögere sich, da bei der ersten Ausschreibung keine Angebote eingingen. Im zweiten Anlauf sei die Ausschreibung erfolgreich gewesen, doch noch seien sie nicht geprüft, sodass der Bürgermeister keine konkrete Aussage zur Umsetzung geben konnte. Für die Ortsdurchfahrt in Motten sind 98 421 Euro angefallen. Mit der Endabrechnung rechnet Bürgermeister Vogel im kommenden Jahr. Allerdings werden auf die Anlieger keine Straßenausbaubeiträge zukommen.

Was tun gegen Leerstände?

Weitere Zahlen: Für Feuerwehren wurden 120 876 Euro ausgegeben, die Einrichtung der Mittagsbetreuung an der Schule in Motten kostete 25 886 Euro, Spielgeräte wurden für 13 741 Euro erneuert.  Die Brücke in der Auersbergstraße kostete 136 800 Euro, in den Breitbandausbau wurden 527 000 Euro investiert, der  Ausbau der Kernwege ist mit 630 000 Euro beziffert, und die Klärschlammentsorgung kostete 90 000 Euro. In Sachen Klärschlammentsorgung soll künftig mit der Brückenauer Rhönallianz eine gemeinsame Lösung organisiert werden.  Ein weiteres wichtiges Allianzthema ist die Innenentwicklung, um Leerstände in den Altorten zu vermeiden beziehungsweise wiederzubeleben. Leider sei aufgrund von zu wenig Interesse in der Bevölkerung ein Arbeitskreis zur Innenentwicklung Mottens nicht zustande gekommen, bedauerte Vogel. Zweimal sei dazu aufgerufen worden.

Fertiggestellt werden müsse die Rathaussanierung. Angedacht werde ein Hochwasser-Risiko-Management für die Gesamtgemeinde. Die derzeit ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete seien gut 30 Jahre alt.

Ein Diskussionsthema bei der Versammlung war die Zukunft des leer stehenden Brauereigasthofes. Der Bürgermeister und die Bürger waren sich einig: Es ist sehr schade, dass der Gasthof so vor sich hin vegetiere. Es habe schon zig Gespräche mit der Brauerei gegeben, und es seien auch schon Ideen entwickelt worden, doch stehe der Brauereigasthof bei der Brauerei nicht im Fokus, meinte Vogel. Deutlicher Investitionsbedarf wäre nötig, um das Gebäude wieder zum Leben zu erwecken, und ein Investor sei bislang nicht in Sicht. Das Thema Leerstand betreffe auch die geschlossene Metzgerei. Vogel wurde gefragt, ob und wie es hier weitergehen werde. Er sicherte zu, dass er  mit dem Eigentümer das Gespräch suchen werde.

Gefragt nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt Kothen, konnte Vogel von Planungen berichten, aber keinen Zeitpunkt nennen. Die Diskussionslage um den Straßenbau sei  nicht einfach, was möglicherweise mit der Randlage Mottens zusammenhänge, so Vogel. Der Anregung, den Weg in der Verlängerung der Dalherdaer Straße zum Königsweg im Rahmen des Ausbaus der Kernwege mit zu sanieren, konnte Vogel nicht folgen. Es sei nicht möglich, aus diesem Budget etwas abzuzweigen. Über die Sanierung der Wege sei bereits ausführlich beraten worden. Wenn allerdings jemand die Möglichkeit habe, den Weg in Eigenleistung zu verbessern, könne er sich gerne bei der Gemeinde melden und bekomme die nötige Unterstützung.

Zum Zeitplan des geplanten Rückbaus der Kirche in Motten konnte Vogel keine Auskunft geben, dies sei Sache der Kirchengemeinde und Diözese. Der Bauantrag habe aber bereits vorgelegen. Die Gemeinde sei an den Kosten nicht beteiligt, werde aber die Gestaltung des Umfelds übernehmen.

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