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Bad Kissingen
Umwelt

Bringt der Regen Segen?

Die vergangenen Jahre waren in ganz Deutschland zu trocken. Mancherorts versiegten im Landkreis Bad Kissingen sogar Quellen. Wie wirken sich die momentanen Niederschläge auf das Grundwasser aus?
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Seit mehreren Monaten regnet es häufig. Im Bild eine Pfütze vor der Kissinger Hütte. Foto: Johannes Schlereth
Seit mehreren Monaten regnet es häufig. Im Bild eine Pfütze vor der Kissinger Hütte. Foto: Johannes Schlereth
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Gefühlt seit mehreren Monaten fällt Dauerregen im Landkreis. Das Wetter schlägt zwar vielen Menschen aufs Gemüt, hat aber auch eine gute Seite. Die Regenschauer im vergangenen Halbjahr trugen ihren Teil dazu bei, den Grundwasserspiegel anzuheben. Weil im Winter die Vegetation eine Pause einlegt, kann das Wasser in den Boden sickern und Grundwasser bilden.

"Zuviel Regen ist es nicht", heißt es von Leonhard Rosentritt, dem Behördenleiter des Bad Kissinger Wasserwirtschaftsamtes. "Gerade der Februar und bisherige März haben dem Grundwasser gut getan." Die Niederschläge aus den vorigen Wintermonaten von November bis Januar hätten dem Boden seine Feuchtigkeit zurück gegeben. "Bis zu zwei Metern Tiefe waren die Böden trocken - das war eine katastrophale Dürre."

Grundwasser reagiert

Durch den stetigen Regen zeigen sich mittlerweile erste Auswirkungen bei den Grundwasserstockwerken. Dabei handelt es sich um verschieden tief gelegene Grundwasserschichten. Das obere Stockwerk reagiert durch die Nähe zur Oberfläche schneller auf die Niederschläge, als das tiefer gelegene Stockwerk. "Im oberflächennahen oberen Stockwerk geht es langsam in Richtung des Mittelwasserstands", sagt der Mann vom Wasserwirtschaftsamt. "Im unteren kommen wir allmählich von den Tiefstständen weg."

Das hat Landwirt Michael Voll ebenfalls bemerkt. Er bewirtschaftet mit seinem Vieh unter anderem die Hänge des Feuerbergs. Seine Rinder helfen zu verhindern, dass das Land der Offenen Fernen verbuscht. Dadurch haben sich sogar seltene Pflanzenbestände - wie etwa Arnika - erholt. Der Nebeneffekt: Die artenreichen Wiesen tragen dazu bei, die Insektenfauna zu erhalten und verschiedenen Vogelarten Lebensräume zu bieten. Allerdings sind seine Tiere auf das kühle Nass angewiesen. Fehlt Wasser, fehlt logischerweise auch deren Futter. Im vergangenen Jahr konnte Voll die Dürre durch seine ausreichend großen Flächen noch ausgleichen. Er meint: "Momentan ist Land unter, die Wiesen saufen ab." Er findet: "Es könnte langsam mal besser werden." Ob er sich heuer wegen einer Dürre sorgen machen muss, weiß er nicht.

Hoffnungen keimen auf

Waldemar Bug (ödp), der Bürgermeister des Marktes Burkardroth, ist ebenfalls hoffnungsvoll. "Ich glaube, dass der Regen eine gute Grundlage für den Sommer ist. Vorausgesetzt es wird nicht extrem trocken", sagt der Burkardrother Rathauschef. 2018 versiegte im Markt Burkardroth aufgrund der Trockenheit eine Trinkwasserquelle. Diese schüttet seitdem allerdings wieder. "Gut war, dass es kein Sturzregen war, sondern ein lang anhaltender Landregen - das sollte der Grundwasserbildung gedient haben", meint er.

Ganz erholt hat sich das Grundwasser allerdings noch nicht. "Es war jetzt 16 Jahre relativ trocken. Und das gerade in den Wintermonaten, in denen sich das Grundwasser neu bildet", sagt Rosentritt. "Was in 16 Jahren nicht gekommen ist, kann in einem Jahr nicht kommen." Der Behördenleiter meint: "So vier bis fünf Winterhalbjahre sollte es noch feucht sein, dass sich das Grundwasser weiter erholt."