Untererthal
Feuer

Brennende Strohballen: Kripo geht von Brandstiftung aus

Mehrere hundert Strohballen wurden in Untererthal am Montagabend ein Raub der Flammen. Die Polizei prüft einen Zusammenhang mit weiteren Bränden in diesem Sommer. Der betroffene Landwirt setzte eine Belohnung zur Aufklärung des Falls aus.
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Die Feuerwehrleute verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf ein kleineres Lager. Fotos: Markus Reeh
Die Feuerwehrleute verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf ein kleineres Lager. Fotos: Markus Reeh
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Nach dem Brand von über 250 Strohrundballen am Montagabend geht die Schweinfurter Kriminalpolizei von Brandstiftung aus. Das ist das Ergebnis von ersten Ermittlungen, welche die Beamten am Dienstag am Brandort in der Nähe der Herbertsmühle durchgeführt haben.

"Es hat gleich massiv gebrannt", erklärte Kriminalhauptkommissarin Kathrin Reinhardt von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken, warum die Ermittler vermuten, dass die Strohballen angezündet wurden. Der Brandort werde auch noch eingehender auf weitere Hinweise untersucht. Wegen der auch am Dienstag noch erforderlichen Löscharbeiten sei dies aber noch nicht abschließend möglich gewesen. Die Reste der Strohballen wurden bis in den Nachmittag hinein von der Feuerwehr kontrolliert abgebrannt.

Gegen 19.10 Uhr hatte am Montag eine Anruferin über Notruf bei der Polizei den Brand des Strohballenlagers gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polize brannte das Lager bereits lichterloh. Die Strohballen waren auf einer Länge von gut 50 Metern rund sechs Meter hoch gestapelt. Die Feuerwehren aus Untererthal, Obererthal, Hammelburg und Thulba rückten mit circa 70 Mann an und waren unermüdlich im Einsatz. Im Zuge der Löscharbeiten gelang es den Floriansjüngern, das Übergreifen der Flammen auf ein zweites, kleineres Lager zu verhindern. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht.

Polizei hofft auf Zeugen

Der Sachschaden beträgt nach Angaben der Polizei mehrere tausend Euro. Der Sachbearbeiter der Kripo hofft nun, dass sich Zeugen melden, die eventuell verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. 09721/ 202 1732 zu melden.

Ob ein Zusammenhang mit früheren Brandstiftungen in der Region besteht, prüft die Kripo ebenfalls. Von Mitte August bis Mitte September brannten im Bereich Hammelburg, Oberthulba und Elfershausen immer wieder Stroh- und Heuballen. Insgesamt mussten die Feuerwehren zehn Mal ausrücken, um die brennenden Ballen auf Wiesen und Äckern zu löschen.

Die Nachforschungen der Polizei führten damals zur Festnahme von zwei jungen Männern im Alter von 20 und 24 Jahren. Ihnen konnten sechs Fälle von Brandstiftung nachgewiesen werden. Weil keine Verdunkelungsgefahr bestand, wurden die beiden dann wieder aus der Haft entlassen.

Landwirte in Sorge

Der jetzt betroffene Landwirt Georg Heim hat eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt für Hinweise zur Aufklärung des Falls. Auch er geht von Brandstiftung aus. In kurzer Zeit hätten die Ballen auf der gesamten Länge des Lagers gebrannt. Eine Selbstentzündung scheide daher eigentlich aus.

Er habe am Dienstag mit anderen Bauern gesprochen, die sich nun Sorgen machten, die Serie könne weitergehen. Die Zahl der brennenden Strohballen sei von Fall zu Fall gestiegen. Alle Landwirte hofften jetzt, dass nicht irgendwann eine Halle brenne. "Vielleicht hilft die Belohnung dabei, den oder die Täter zu fassen, damit endlich Ruhe einkehrt", sagte Heim.

Die Höhe des Schadens konnte er noch nicht schätzen. Neben den Strohballen - es könnten auch rund 400 gewesen sein, meinte Heim - seien auch die Abdeckplanen verbrannt. Außerdem seien die Einsatzfahrzeuge über den angrenzenden, frisch bestellten Acker gefahren. Die hierbei eventuell entstandenen Schäden könne er natürlich noch nicht beziffern.

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