Der am Mittwochabend bei den Löscharbeiten zu einem Scheunenbrand festgenommene Feuerwehrmann hat am Mittwoch bei der Kripo und danach beim Ermittlungsrichter ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Dabei gab der 22-Jährige zu, von der im Raum Burkardroth seit Monaten andauernden Serie acht Brände gelegt zu haben. Von den insgesamt 13 Bränden waren eventuell nicht alle absichtlich gelegt. Der bei den Bränden insgesamt entstandene Schaden beläuft sich entgegen ersten Meldungen sogar auf etwa eine Million Euro.

Wie bereits mehrfach berichtet, war am Mittwochabend die in der Nähe des Wollbacher Sportplatzes gelegene Feldscheune des Kreisbrandrates angezündet worden. Nachdem schnell klar war, dass das neuerliche Feuer zu der seit Monaten andauernden Brandserie zu zählen ist, hatte die Polizei sofort gezielte Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Die im Rahmen einer Konzeption durchgeführten kriminaltaktischen Maßnahmen führten letztendlich zu einem Pkw, der vor dem Feuerwehrhaus in Wollbach stand. Nur kurz danach konnte noch während des Feuerwehreinsatz ein Angehöriger der örtlichen Gemeinschaftswehr als dringend Tatverdächtiger festgenommen werden.

Der beschuldigte Gruppenführer der Wehr wurde am Donnerstagnachmittag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nach seiner Festnahme hatte der 22-Jährige zunächst nur ein Geständnis hinsichtlich der Feldscheune abgelegt, alle weiteren Brände dagegen abgestritten. Bei den intensiven Vernehmungen noch in der Nacht durch den Sachbearbeiter der Kriminalpolizei räumte der junge Mann dann weitere Brandstiftungen ein. Kurz vor dem Vorführtermin gab der Beschuldigte schließlich zunächst bei der Kripo und dann auch beim Ermittlungsrichter zu, für acht Brände verantwortlich zu sein. Darunter war auch das Feuer, das Mitte Oktober in Gefäll eine Maschinenhalle zerstörte. Allein bei diesem Brand war ein Schaden entstanden, der sich nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen auf gut eine halbe Million Euro beläuft.

Nach Erlass eines Haftbefehls wurde der junge Mann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung eingeleitet.

Der 22-Jährige ist bereits seit vielen Jahren in der örtlichen Feuerwehr tätig. Er galt dort als besonders engagiert und hatte sich letztendlich bis zum Atemschutzwart hochgearbeitet. Hinsichtlich des Motivs für die Brandstiftung lassen die Aussagen des Beschuldigten den Schluss zu, das ihn das Gemeinschaftserlebnis bei den Löscharbeiten besonders fasziniert haben dürfte.

Dass der Feuerwehrmann am Mittwochabend festgenommen werden konnte, ist das Ergebnis fieberhafter Ermittlungen, bei denen bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Ermittlungskommission "Feuerschein" eingesetzt worden war. Dabei haben Beamte der Polizeiinspektion Bad Kissingen und der Kriminalpolizei Schweinfurt in stets enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt zusammengearbeitet. In einer Einsatzkonzeption waren kriminaltaktische Maßnahmen festgelegt worden, die noch während des Brandes der Feldscheune zu dem entscheiden Hinweis auf den 22-Jährigen geführt hatten.

In die Ermittlungen waren auch Beamte der Operativen Fallanalyse (OFA) eingebunden. Vor Weihnachten hatten sich Beamte der Kripo Schweinfurt mit den beim Polizeipräsidium München angesiedelten Spezialisten zusammengesetzt. Dabei war ein Täterprofil eines möglichen Brandstifters erstellt worden, das dem jetzt ermittelten Feuerwehrmann sehr nahe kam. Aufgrund der Analyseergebnisse waren die Ermittlungen in den Reihen der Feuerwehr intensiviert worden. red/vä