Laden...
Bad Kissingen
Brauchtum

Botschafter vertonter Jagdkultur

Die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen feiern ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festwochenende auf Schloss Aschach. Die Bläser müssen viel Tongefühl und Ausdauer mitbringen und sehr viel üben, bis sie das Instrument beherrschen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen: Robert Schmitt (von links, sitzend), Christian Stöber, Erich Metz, Walter Müller, Ewald Lutz, Karl Schlereth, Detlev Schmitt und Veronika Hümpfer sowie (von links, stehend) Wilfried Hesselbach, Gregor Lutz, Egon Markert, Georg Wilm, Martin Blümm, Erwin Markert, Carsten Schmitt, Arno Schlereth, Alexander Schmitt, Hilmar Ginser, Werner Kleinhenz, Florian Bauer, Rudi Hein, Engelbert Schmitt, Hornmeister und 2. Vorsitzender Alfons Hümpfer und Vor...
Die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen: Robert Schmitt (von links, sitzend), Christian Stöber, Erich Metz, Walter Müller, Ewald Lutz, Karl Schlereth, Detlev Schmitt und Veronika Hümpfer sowie (von links, stehend) Wilfried Hesselbach, Gregor Lutz, Egon Markert, Georg Wilm, Martin Blümm, Erwin Markert, Carsten Schmitt, Arno Schlereth, Alexander Schmitt, Hilmar Ginser, Werner Kleinhenz, Florian Bauer, Rudi Hein, Engelbert Schmitt, Hornmeister und 2. Vorsitzender Alfons Hümpfer und Vorsitzender Dr. Helmut Fischer jun. Foto: Jagdhornbläser
Wenn die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen am nächsten Wochenende, 12. und 13. Juli, auf Schloss Aschach ihr 50-jähriges Jubiläum feiern, können sie auf eine fünf Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte zurückblicken.

Große Begeisterung

Das Jagdhornblasen ist ja die Pflege jagdkultureller Traditionen.
Dazu gehören der rein praktische Einsatz von Jagdhörnern als Mittel der Verständigung mit Jagdsignalen, die musikalische Begleitung von Veranstaltungen und die Verwendung von Parforcehörnern zur Aufführung konzertanter und liturgischer Jagdmusik bei Jagdkonzerten und Hubertusmessen.
Vor diesem Hintergrund haben die Jäger der Kreisgruppe Bad Kissingen auf Vorschlag ihres stellvertretenden Vorsitzenden Theo Wedler, im Oktober 1964 beschlossen, eine Jagdhornbläsergruppe zu gründen. Als Hornmeister wurde Otto Kimmel gewählt, zum Stellvertreter Ewald Lutz bestellt.

Ernüchterung

Die Idee wurde mit großer Begeisterung aufgenommen - und so kamen dann auch 30 Jagdhornbläser-Anwärter mit großem Tatendrang im November 1964 zum ersten Treffen ins alte Schützenhaus nach Bad Kissingen - und alle wollten nur eines: "Sofort Jagdsignale blasen!"
Viele kamen mit dem eigenen Instrument, doch vom Jagdhornblasen waren die meisten noch weit entfernt. Also stand erst einmal Ausbildung auf dem Programm. Begonnen wurde mit dem Notenlesen lernen. Als jeder dann auch noch leidvoll erfahren musste, dass ein Jagdhorn mit nur fünf Naturtönen sehr viel Übung, Tongefühl, Geduld und Ausdauer vom angehenden Bläser fordert, ist die Begeisterung bei vielen schnell der Ernüchterung gewichen. Von den ursprünglichen 30 Interessenten blieben letztlich 17 übrig, die bereit waren geduldig zu üben und auch später ausdauernd zu proben, um sich auf hohem Ausbildungsniveau weiter zu entwickeln.

Erfolg motiviert ungemein

Im Februar 1965 wagten dann 17 Jagdhornbläser, die ihre Ausbildung erst drei Monate vorher begonnen hatten, mit einem noch dünnen Repertoire-Polster ihren ersten öffentlichen Auftritt beim Jägerball in Bad Kissingen, Sie wurden nicht nur begeistert empfangen, sie sind auch bei ihrem Publikum sehr gut angekommen, und das war schon respektabel.
Weil bekanntlich nichts mehr motiviert als der Erfolg, wurde fleißig weiter geprobt, das Repertoire kontinuierlich erweitert und am Niveau gefeilt. Zielstrebig sind sie weiter öffentlich aufgetreten, haben vielen Veranstaltungen den musikalischen Rahmen gegeben und auch die Jägerbälle in Bad Kissingen waren ohne die Jagdhornbläser schon bald nicht mehr vorstellbar.
Nur ein Jahr und sieben Monate nach ihrer Gründung, im Mai 1966, stellte sich die selbstbewusste Gruppe beim "Bayerischen Landesbläsertreffen" auf großer Bühne den Wettkampfrichtern. Es war schon außergewöhnlich, dass die Leistung dieser "jungen Truppe" auf Anhieb mit der höchsten bayerischen Auszeichnung der "Goldenen Hutnadel" bewertet wurde.
Beim nächsten Landesbläsertreffen, zwei Jahre später, haben sie diesen Erfolg auf gleicher Bühne erwartungsgemäß wiederholt.

Beste unterfränkische Gruppe

Weil Selbstbewusstsein nach immer höheren Ehren strebt, gingen die Bläser im Jahre 1986 zum ersten internationalen Wettbewerb im Jagdhornblasen vor großem Publikum nach Nürnberg. 131 Bläsergruppen, davon elf aus Unterfranken, hatten sich der Bewertung gestellt. Und wieder lautete das Urteil der Jury: "Gold" für die Jagdhornbläser aus der Kurstadt; Sie wurden als beste unterfränkische Gruppe ausgezeichnet - es war ihr größter Erfolg.
Seit ihrer Gründung, vor 50 Jahren, haben die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen an zehn Bläserwettbewerben teilgenommen; Sie wurden sieben mal mit Gold und drei mal mit Silber ausgezeichnet.

Ehrenhornmeister Otto Kimmel

28 Jahre hat Ehrenhornmeister Otto Kimmel die Kissinger Jagdhornbläser von der Gründung bis zu "goldenen Ehren" geführt. Im Jahre 1992 kam dann der Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen. Er hat ihn mit einem Generationswechsel verbunden und die Hornmeister-Bürde dem jüngeren ausgebildeten Trompeter, Alfons Hümpfer aus Großenbrach, übertragen.
Auch mit dem "Neuen" an der Spitze, der die Bläser nun schon 22 Jahre lang führt, ist die Entwicklung erfolgreich weitergegangen. Das hohe Niveau der Gruppe hat bei Bläserwettbewerben überzeugt und zu weiteren "goldenen" Auszeichnungen geführt. Alfons Hümpfer hat der Brauchtumspflege im Jägerverein neue Impulse gegeben und in diesem Jahr eine Parforcehorn-Bläsergruppe gegründet, die bereits am 13. Juli zur Hubertusmesse des Bläser-Jubiläums liturgische Hornmusik blasen wird.
Prägend für den Werdegang der Jagdhornbläser waren die zwei passionierten Hornmeister, Stellvertreter Ewald Lutz, der bescheiden aus dem Hintergrund viel zum Erfolg beigetragen hat und natürlich die Leistungsträger selbst - 29 talentierte und motivierte Bläser mit zwei Damen.
Der Rückblick auf 50 Jahre Brauchtumspflege mit dem Jagdhorn wäre unvollständig, ohne die unzähligen öffentlichen Auftritte zu erwähnen. Die Jagdhornbläser waren und sind aus vielen Anlässen als "Botschafter vertonter Jagdkultur" nicht nur im Altlandkreis Bad Kissingen zu hören.

Festprogramm

Auch das Festprogramm des Bläser-Jubiläums, am 12. Juli ab 15 Uhr und am 13. Juli ab 8.30 Uhr im Schloss Aschach, wird die Besucher musikalisch anspruchsvoll unterhalten. Mehrere Bläsergruppen, Alphorn-Bläser, Solo-Hornisten, Solo-Bläser, die Blaskapelle Aschach, das Jugend-Musikkorps Bad Kissingen, und das Projekt-Orchester Bad Kissingen werden jagdliche, konzertanten, liturgische und volkstümliche Blasmusik zum Festberieb spielen.
Programmhinweise unter www.jaegerverein-badkissingen.de

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren