Bad Kissingen

Boden drückt Mauer nach außen

Der Mauer des Kapellenfriedhofs mangelt es in Teilbereichen an Stabilität. Bevor etwas geschehen kann, waren umfangreiche Bodenproben nötig.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Mauer des Kapellenfriedhofs ist in Teilen nicht mehr standfest. Hier musste der Gehsteig der Kapellenstraße gesperrt werden. Fußgängern empfiehlt die Stadt deshalb, schon ab Theaterplatz den Gehsteig auf der anderen Straßenseite zu nehmen. Fotos: Thomas Mäuser
Die Mauer des Kapellenfriedhofs ist in Teilen nicht mehr standfest. Hier musste der Gehsteig der Kapellenstraße gesperrt werden. Fußgängern empfiehlt die Stadt deshalb, schon ab Theaterplatz den Gehsteig auf der anderen Straßenseite zu nehmen. Fotos: Thomas Mäuser
+1 Bild
Bad Kissingen — Es waren Risse und Ausbuchtungen, mit denen die Mauer entlang des Kapellenfriedhofs im Dezember 2013 auf sich aufmerksam machte. Anlass für die Stadt, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und unter anderem den Gehsteig längs der Gefahrenzone zu sperren. Die Absperrung steht nach über einem Jahr noch immer, und das wird wohl noch eine Zeit lang so bleiben.
Der Grund für die lange Sperrung: Der von der Stadt beauftragte Statiker benötigte für
eine exakte Berechnung erst einmal Bodengutachten, sagt Hans Bauer, der Leiter der Abteilung Gebäudemanagement bei der Stadt und für den Hochbau zuständig.

Bodenniveau innen höher

Das Hauptproblem ist die Tatsache, dass das Boden-Niveau hinter der Mauer in Teilbereichen erheblich höher ist als davor. An einigen Stellen bis zu drei Meter. "Das drückt erheblich nach außen", betont Bauer. Allerdings ist es ein Unterschied, ob hinter der Mauer schwerer Lehm, der noch dazu Wasser aufnimmt, gegen die Steine drückt, oder wasserdurchlässiger Sand. Deshalb waren die zahlreichen Bodenproben nötig.
Nach den ersten Probebohnungen verlangte der Statiker weitere Tests, so dass sich die ganze Geschichte weiter hingezogen hat."Erst im November 2014 hatten wir die komplette Stellungnahme des Statikers", fährt Hans Bauer fort.
Was zu machen ist, um die Stabilität der Mauer wieder herzustellen, weiß man beim städtischen Bauamt noch nicht. das selbe gilt für die kosten.

Berechnung abgeschlossen

Laut Bauer muss jetzt, nachdem die statischen Berechnungen abgeschlossen sind, erst einmal Angebote eingeholt werden. Es gibt Firmen, die sich auf die Überprüfung bzw. Sanierung von Stützmauern spezialisiert haben. Außerdem finden aktuell gespräche mit dem Landesamt für Denkmalpflege statt. Dabei wird es auch um das Thema Fördermittel gehen. Der gesamte Kapellenfriedhof einschließlich der Mauer steht unter Denkmalschutz.
Hans Bauer hofft, noch heuer mit dem Teil der Mauer beginnen zu können, der sich längs der Kapellenstraße hinzieht. Die noch höhere Mauer nach hinten, dort ist der Weg ebenfalls abgesperrt, wird wohl noch etwas länger warten müssen. Wobei es in beiden Fällen vom städtischen Haushalt abhängen wird, was wann gemacht werden kann. Dennoch: "Wir versuchen, die Absperrung so bald wie möglich wieder wegzukriegen", sagt Bauer.
Bereits gemacht ist das Portal zum Kapellenfriedhof, das auch gut ein Jahr gesperrt war. Das vom Statiker ebenfalls beanstandete Eingangsgewölbe wurde inzwischen für rund 8500 Euro hergerichtet.
Genau dort, wo die Absperrung des Gehsteiges beginnt, ist die Straße für Fußgänger eher schlecht einzusehen. Obwohl die Stadt längs der Absperrung ein Halteverbot eingerichtet und die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h heruntergeschraubt hat.

Auf die andere Straßenseite

/> Die Stadt empfiehlt den Fußgängern deshalb, schon ab dem Theaterplatz den stadtauswärts gesehen rechten Gehsteig zu benutzen. Nahe der Ausfahrt des Theaterparkhauses befinde sich zudem ein Zebrastreifen. "Wir haben beobachtet, dass die meisten Passanten aus Richtung Innenstadt ohnehin auf der Parkhausseite laufen", so Bauer abschließend.


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren