Bad Kissingen
Soziales

Betreuung bis zum Lebensende

Eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist auch in einer stationären Pflegeeinrichtungen möglich.
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Heide Wunder, Susanne Ritzmann und Elisabeth Virnekäs vom   Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerks Schweinfurt-Bad Kissingen.Angelika Gollbach
Heide Wunder, Susanne Ritzmann und Elisabeth Virnekäs vom Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerks Schweinfurt-Bad Kissingen.Angelika Gollbach

Das Lebensende ist ein schwieriges Thema und immer mit seelischem Schmerz verbunden. Die meisten Menschen wünschen sich, in der gewohnten Umgebung sterben zu können. Damit dies möglich ist, gibt es seit diesem Jahr die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für die Landkreise Schweinfurt und Bad Kissingen. Das Team nennt sich Palliativo. Seine Arbeitsweise wurde beim letzten Treffen des Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerks Schweinfurt-Bad Kissingen (HPVN) vorgestellt.

Schwerpunktmäßig ging es bei dem Runden Tisch um die Palliativversorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Heimen: Was leistet die SAPV dabei? Wie können Einrichtung und das SAPV-Team hier gut zusammenarbeiten? Fragen wie diese wurden erläutert.

Schon nach den einleitenden Worten von Elisabeth Virnekäs, stellvertretende Netzwerkmoderatorin des einladenden HPVN, wurde das gemeinsame Ziel deutlich. Die Versorgung schwerstkranker Menschen am Lebensende soll verbessert werden, und zwar indem sie soweit wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und dort sterben dürfen. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Stellen notwendig: SAPV, HPVN, Hausärzte, Apotheken und Hospizvereine müssen Hand in Hand arbeiten, um für das Wohl des Patienten zu sorgen.

Gregor Stacha, Geschäftsführer und pflegerischer Leiter der SAPV, wiederholte nachdrücklich das Ziel, Menschen bis zu ihrem Lebensende in der gewohnten Umgebung zu betreuen - sei es daheim oder aber im mittlerweile zur zweiten Heimat gewordenen vertrauten Senioren- oder Pflegeheim. Gunther Leibold, Hausarzt in Schweinfurt und Palliativmediziner bei der SAPV, konnte diese Zielerreichung anhand selbst erlebter Beispiele belegen.

Rund um die Uhr erreichbar

Seit Januar 2018 wird seitens der SAPV aktive Patientenarbeit geleistet, mehr als 900 Besuche sind bereits erfolgt. Voraussetzung für diesen Einsatz ist eine hausärztliche Verordnung, abgestimmt mit dem Patienten bzw. dessen Angehörigen/ Betreuern. Das heißt: Patienten oder Angehörige sollten die Leistung gezielt beim Arzt ansprechen, denn es gibt auch vielfältige weitere Wege der Palliativversorgung. Die Kosten für die SAPV übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Und so sieht die Arbeit des SAPV-Teams in der Praxis aus: Die speziell geschulten Pflegekräfte und Ärzte sind bei Krisensituationen rund um die Uhr für Patienten, Angehörige, Pflegepersonal, bei Verhinderung des Hausarztes und für wirklich alle Anfragen und Erstgespräche telefonisch erreichbar. Es besteht eine enge Anbindung mit auf Schmerzmittelherstellung spezialisierte Apotheken.

Das Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerk wird sich weiterhin intensiv mit dem Thema auseinander setzen.

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