Bad Bocklet
Übung

Berufsfeuerwehrtag in Bad Bocklet

Viele Jugendliche wollten von der Wehr was lernen - Jugendgruppen zeigten, was sie schon können
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Bergung eines Verunfallten aus dem kleinen Aschacher Schlossturm. Für die Jugendlichen war der Abtransport der 90 Kilogramm schweren Puppe zum Teil körperliche Schwerstarbeit.
Bergung eines Verunfallten aus dem kleinen Aschacher Schlossturm. Für die Jugendlichen war der Abtransport der 90 Kilogramm schweren Puppe zum Teil körperliche Schwerstarbeit.
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Vor fünf Jahren startete die Freiwillige Feuerwehr Bad Bocklet ihren ersten "Berufsfeuerwehrtag". Hierbei sollen die Jugendlichen in der Wehr innerhalb von 24 Stunden verschiedene Szenarien durchspielen und auch im Feuerwehrhaus übernachten. Was damals mit einer Jugendgruppe und der 24-Stunden-Übung begann, hat sich inzwischen zu einer der größten Übungen innerhalb der sieben Feuerwehren der Marktgemeinde entwickelt.

Jahr für Jahr beteiligten sich mehr Jugendfeuerwehrler, inzwischen nehmen neben den Jugendlichen aus Bad Bocklet, Hohn und Aschach in diesem Jahr auch die Jugendfeuerwehren aus Steinach und Nickersfelden teil.

Rund 40 Aktive kommen so zusammen, fast die Hälfte davon sind Mädchen, einige der Wehren, wie zum Beispiel Hohn, haben sogar mehr Mädchen als Jungs in ihrer Jugendfeuerwehr. Überhaupt Hohn - der kleine Ort mit gerade einmal zwei Vereinen hat eine Löschgruppe mit rund zwei Dutzend Aktiven und derzeit elf Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr. Darunter sechs Mädchen, und die Hohner Wehr hat als eine der ersten auch eine "Kinderfeuerwehr" ins Leben gerufen. Hier steht dann allerdings nicht die Ausbildung im Vordergrund, sondern kindgerecht wird mehr Wert auf die Verhütung von Bränden gelegt. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund, wobei Verhaltensmaßregeln, oder das richtige Absetzen eines Notrufes über 112 in das spielerische einfließen.

Bei der Jugendfeuerwehr, deren Mitglieder im Bedarfsfall in der zweiten Reihe eingesetzt werden können, steht der Lerneffekt im Vordergrund. Vor allem ist aber auch Teamfähigkeit gefragt, nicht nur beim gemeinsamen Grillen am Abend, sondern vor allem bei den Übungen. Kaum eine Wehr rückt heute noch alleine aus und so sind die "Macher" der Übung, jede der fünf beteiligten Wehren stellte dazu einen Verantwortlichen ab, froh, auch mal auf fremden Terrain zu üben.

So war in einem Bad Bockleter Kurheim eine Türöffnung angesagt, ein Einsatz, der heute leider immer häufiger selbst von kleinen Wehren verlangt wird. In Aschach galt es eine verunglückte Person aus dem Schlossturm zu bergen, wozu die Unfallstelle aber erst beleuchtet werden musste. In Hohn brannten dank des gasbetriebenen Fire-Trainers abwechselnd Papierkörbe, Monitore oder ganze Flächen und zu allem Unglück kam für alle fünf beteiligten Jugendwehren dann am späteren Abend noch ein richtiger Übungsbrand bei Dunkelheit hinzu, wobei hier alle Beteiligten Hand in Hand arbeiteten.

Die anderen Übungen am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag absolvierten alle Jugendgruppen reih um selbstständig mit den in ihren Ortsteilen stationierten Fahrzeugen mit jeweils einem erwachsenen Fahrer und Gruppenführer. Bereits im Vorfeld hatte der zuständige Kreisbrandmeister Steffen Kiesel die Jugendlichen ermuntert, "nehmt vor allen Erfahrungen aus diesen Übungen mit". Auch Holger Tillmann, 2. Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Bocklet, zeigte aich angesicht der vielen Jugendlichen bei den Wehren sehr erfreut, vor allem aber, dass sie sich mit dieser 24-Stunden-Übung so lange in den Dienst der Gemeinde stellen und verschiedene Einsätze realitätsnah abarbeiten würden.



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