Bad Kissingen
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Bereits 1325 Ehrenamtskarten im Landkreis Bad Kissingen

Immer mehr Ehrenamtliche nutzen die Vorteile der Ehrenamtskarte. Am Mittwoch gab es freien Eintritt in der Therme.
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Feuerwehrmann Hermann Schmiedel durfte gestern mit der Ehrenamtskarte kostenlos in der Kisssalis-Therma baden. Foto: Ralf Ruppert
Feuerwehrmann Hermann Schmiedel durfte gestern mit der Ehrenamtskarte kostenlos in der Kisssalis-Therma baden. Foto: Ralf Ruppert
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Jeweils zehn Prozent Rabatt im Münchner Hofbräuhaus und im Bad Kissinger Modehaus Ludewig, freier Eintritt in sämtliche Burgen und Schlösser der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung sowie ins Euerdorfer Museum: Mehr als 4000 Vergünstigungen gibt es mittlerweile für die Inhaber der Ehrenamtskarte. 1325 Menschen aus dem Landkreis haben die Karte in den vergangenen eineinhalb Jahren beantragt. Gestern hatten sie die Möglichkeit, sich einmalig kostenlos für drei Stunden in der Kisssalis-Therme zu erholen. "Das ist eine schöne Anerkennung", freute sich unter anderem Hermann Schmiedel über die Einladung.

Hermann Schmiedel fährt regelmäßig aus dem Volkacher Stadtteil Krautheim nach Bad Kissingen in die Therme. "Mindestens zwei Mal im Quartal", schätzt der 60-Jährige. Er würde gerne noch öfter kommen, aber schließlich sei er noch berufstätig. Dass er gestern sogar kostenlos baden kann, hat er auf der Hinfahrt noch gar nicht gewusst. Per Zufall erfuhr er von der Aktion der Staatsregierung und der bayerischen Staatsbäder.

Schmiedel gehört der Feuerwehr an, seit er 14 Jahre alt ist, 18 Jahre stand er der Krautheimer Wehr als Kommandant vor. Mit der Ehrung für 40 Jahre aktiven Dienst erhielt er auch die Goldene Ehrenamtskarte (siehe Info-Kasten). "Bei uns gibt's die schon einige Jahre", berichtet Schmiedel. Er nutze immer wieder Vergünstigungen: "Im Kitzinger Schwimmbad zahlt man einen halben Tag, kann aber den ganzen Tag bleiben", nennt er als Beispiel. Der 60-Jährige freut sich, dass mit der Karte die Arbeit Ehrenamtlicher gewürdigt wird. "Vielleicht ist das ja auch ein Anreiz für den nachwuchs", hofft er.

Auch der Kreis-Feuerwehrverband Bad Kissingen hat aktiv für die neue Ehrenamtskarte geworben. "Das ist auch gut genutzt worden", weiß Kreisbrandrat Benno Metz. In vielen Wehren habe es Sammel-Anträge über die Kommandanten oder Vorsitzenden der Feuerwehr-Vereine gegeben. Auch Benno Metz selbst hat die Ehrenamtskarte, aber: "Ich habe sie bisher noch nicht großartig genutzt, mir fehlt einfach die Zeit."

Der Landkreis Bad Kissingen führte die Karte im Mai 2017 als einer der letzten in Bayern ein. Im Juni 2017 lag die Zahl der Anträge mit 65 noch relativ niedrig. Mit der öffentlichen Aufmerksamkeit stieg auch die Nachfrage: Vor einem Jahr gab es schon einmal eine Aktion in der Kisssalis-Therme: 254 Inhaber der Ehrenamtskarte nutzen das Angebot. Und beim Landratsamt Bad Kissingen gingen im November 2017 auch 197 neue Anträge ein. Pünktlich ein jahr nach der Einführung wurde heuer im Mai die tausendste Karte im Rahmen des ersten Ehrenamtsabends im Landkreis ausgegeben. Am Montag folgte der zweite Ehrenabend, bei der die Zahl der Inhaber der Ehrenamtskarte im Landkreis auf 1325 stieg.

Besonders viele Anträge gibt es laut der zuständigen Sachbearbeiterin Stefanie Schüler im Sommer. Sie vermutet, dass die Ehrenamtlichen bei der Planung von Freizeitaktivitäten auf die Rabatte stoßen: Das Naturbad Aura etwa gewährt einmal pro Saison freien Eintritt, im Freiland Fladungen zahlen Ehrenamtliche den ermäßigten Eintritt und in der Klosterschänke auf dem Volkersberg gibt es ein alkoholfreies Getränk kostenlos zum Essen.

Beim Ehrenamtsabend am Montag in Hammelburg wurden weitere Akzeptanzpartner aufgenommen: 28 Firmen oder Kommunen gewähren aktuell im Landkreis Vergünstigungen. Laut Lena Pfister vom Landratsamt spreche zum einen der Landkreis Firmen an, zum anderen würden sich aber auch viele Firmen von sich aus pflegen, weil es der Imagepflege diene. Das sieht auch Kisssalis-Betriebsleiter Richard Pucher wichtig: "Die gemeinsame Aktion der bayerischen Staatsbäder hat auch eine große Werbewirksamkeit." Auf der anderen Seite sei es eine sinnvolle Anerkennung der Ehrenamtlichen: "Der Aufenthalt in der Therme soll für die ehrenamtlich verrichtete Zeit entlohnen."

Zum Ehrenamtsabend des Landkreises Bad Kissingen kamen mehr als 200 Inhaber der Ehrenamtskarte. Die "Herzensblecher" sowie "Dinner for one" auf fränkisch mit Peter Fuchs und Rainer Geis sorgten für Unterhaltung. Solche Abende soll es in Zukunft zwei Mal im Jahr geben.

Blau ist die befristete Ehrenamtskarte. Beantragen können sie Bürger ab 16 Jahren, die sich freiwillig durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich engagieren, mindestens seit zwei Jahren im Bürgerschaftlichen Engagement tätig sind oder eine Jugendleitercard haben. Feuerwehrleute erhalten die Karte unter anderem mit abgeschlossener Truppmannausbildung, Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst mit abgeschlossener Grundausbildung. Zudem können sie die Freiwilligen im Sozialen Jahr (FSJ), Ökologischem Jahr (FÖJ) oder im Bundesfreiwilligendienst (BFD) beantragen.

Gold ist die Ehrenamtskarte, die unbegrenzt gültig ist: Vergeben wird sie an Inhaber des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten, Inhaber einer Dienstzeitauszeichnung nach dem Feuerwehr- und Hilfsorganisationen-Ehrenzeichengesetz sowie Ehrenamtliche, die nachweislich mindestens 25 Jahre lang mindesten 5 Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich tätig waren.

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