Fuchsstadt
Stromnetz

Bayernwerk ist zurück in Fuchsstadt

Die Bayernwerk Netz GmbH ist mit ihrem Kundencenter zurück in Fuchsstadt. Dort wird an der Versorgungsstabilität gearbeitet.
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Bayernwerk hat einen Teil des Haga-Gebäudes im Gewerbegebiet in Fuchsstadt angemietet. Foto: Arkadius Guzy
Bayernwerk hat einen Teil des Haga-Gebäudes im Gewerbegebiet in Fuchsstadt angemietet. Foto: Arkadius Guzy
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Die Bayernwerk Netz GmbH hat 19 Standorte. In Unterfranken gibt es zwei dieser Kundencenter, eines in Marktheidenfeld und nun auch eines in Fuchsstadt. Es spielt im östlichen und nordöstlichen Unterfranken eine Rolle beim Ausbau der Versorgungssicherheit.

"Unsere Aufgabe ist es, netztechnische Maßnahmen umzusetzen", erklärte Thomas Spang bei der Einweihung des neuen Kundencenters, das aus Schweinfurt nach Fuchsstadt umgezogen ist. Spang ist als Leiter Region Unterfranken für die beiden Standorte Marktheidenfeld und Fuchsstadt verantwortlich.

Der Schwerpunkt in Fuchsstadt liegt auf dem 20-Kilovolt-Netz, dem Mittelspannungsnetz. Die Mitarbeiter planen den Ausbau und die Investitionen und kümmern sich um die Instandhaltung. Rund 90 Beschäftigte zählt der neue Standort, etwa die Hälfte gehört dabei zu den mobilen Service-Einheiten.

"Es war noch niemals so spannend und so komplex in der Energiewirtschaft zu arbeiten", sagte Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel. Er blickte zurück auf die Jahre seit der Energiewende, die einen Anstieg der erneuerbaren Energien mit sich brachte: "Wir waren zunächst überfordert." Das Unternehmen habe in den vergangenen zehn Jahren die Netze aber "massiv umgebaut". Die Verstärkung der Netze werde weitergehen.

Für Gotzel endet nun die erste Phase der Energiewende. Jetzt beginne eine zweite Phase. Er sprach von selbst tragenden Prozessen.

Das Kundencenter in Fuchsstadt ist laut Spang unter anderem für 5500 Leitungskilometer im 20- und 0,4-Kilovolt-Netz verantwortlich. Dazu kommen 1100 Kilometer Gasrohr und die Straßenbeleuchtung mit 23 000 Brennstellen. Das Versorgungsgebiet umfasse 78 Kommunen mit 180 000 Einwohnern.

Das Kundencenter ist Ansprechpartner bei Hausanschlüssen und betreut rund 10 000 Stromeinspeiser. So rechnet das Kundencenter zum Beispiel die Einspeisevergütung für Fotovoltaikanlagen ab. Da gesetzlich die Trennung der Stromnetzinfrastruktur vom Stromvertrieb vorgegeben ist, wird dort allerdings kein Strom verkauft. Wer zum Beispiel Fragen zu seiner Stromrechnung hat, muss sich an seinen Anbieter wenden.

Fuchsstadt hat als Standort für die Netzinfrastruktur eine Jahrzehnte lange Geschichte. Im Jahr 1980 wurde dort das Umspannwerk errichtet, wie Bürgermeister Peter Hart (CSU/ UWG) erklärte. Außerdem gab es bereits einige Jahre lang ein Kundencenter im Gebäude der Krawattenfabrik. Vor 19 Jahren folgte dann der Wechsel nach Niederwerrn bei Schweinfurt, das eigentlich nicht zum Versorgungsgebiet gehört. "Für uns ist das schon was", sagte Hart zu der Rückkehr und den 90 Beschäftigten, die großteils aus der Gegend kommen.

Nach der Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Norbert Wahler konnten die Gäste bei Führungen die Büroräume des Kundencenters, das sich in einem Teil des Haga-Gebäudes im Gewerbegebiet befindet, besichtigen. Die Büros sind nach einer modernen Arbeitsphilosophie gestaltet: Vormals getrennte Gruppen und Teams sind zusammengefasst. Das hat sich auch schon eingespielt, wie von Mitarbeitern zu hören war. Es gibt interaktive Ausstattung für Besprechungen und einen Raum zum Entspannen. Vor dem Gebäude stehen Stromzapfsäulen für die Flotte an E-Autos. Die Besucher bekam auch den Energiemonitor präsentiert, eine grafisch aufbereitete Darstellung von Stromverbrauch und -erzeugung in einer Gemeinde.

Projekte des Kundencenters in Fuchsstadt Das Kundencenter Fuchsstadt der Bayernwerk Netz GmbH betreut aktuell laut Unternehmensangaben mehrere Vorhaben im 20-Kilovolt-Netz. Dieses Mittelspannungsnetz stellt die Verbindungen von Ort zu Ort dar. Bei den Maßnahmen geht es vor allem um mehr Stabilität, indem redundante Verbindungen geschaffen werden. So wird in Euerdorf im 20-Kilovolt-Netz ein Ringschluss zwischen fünf Trafostationen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit geschaffen. Laut Bayernwerk umfasst das die Verlegung von etwa vier Kilometern Kabel, den Ersatzbau für eine ältere Trafostation in Euerdorf sowie dann den Abbau von etwa 5,7 Kilometer Freileitungsstrecke. Die Investitionssumme beträgt ungefähr 430 000 Euro.

In Wirmsthal wird das Niederspannungsortsnetz (0,4 Kilovolt) verstärkt: durch den Neubau einer Trafostation, die Verlegung von ungefähr 500 Meter Niederspannungskabel und etwa 1,5 Kilometer Mittelspannungsverkabelung und den Abbau von etwa 900 Meter Mittelspannungsfreileitung. Die Investitionssumme beträgt etwa 200 000 Euro. Auch in Schondra entsteht im 20-Kilovolt-Netz ein Ringschluss zwischen zwei Trafostationen. Dafür ist die Verlegung von etwa einem Kilometer Mittelspannungskabel mit Leerrohr für Kommunikation notwendig - Projektsumme: etwa 120 000 Euro.

Zwischen dem Umspannwerk Kleinbardorf und dem Schalthaus Stadtlauringen und Theinfeld wird die Mittelspannungsverbindung fertiggestellt. Das umfasst die Verlegung von ungefähr 24 Kilometer Mittelspannungskabel mit Leerrohr für Kommunikation - Projektsumme: rund 1,3 Millionen Euro.

Zwischen Ipthausen und Eyershausen wird die Mittelspannungsverkabelung fortgesetzt: Verlegung von etwa vier Kilometer Mittelspannungskabel mit Leerrohr für Kommunikation, 600 Meter Niederspannungskabel und Abbau von etwa 3,5 Kilometer Mittelspannungsfreileitung. Zwei Trafostationen in Eyershausen werden durch intelligente Ortsnetzstationen ersetzt. Die Projektsumme beläuft sich auf etwa 550 000 Euro. Auch zwischen Weipoltshausen, Madenhausen und Volkershausen entsteht ein Ringschluss. Dazu gehören der Ersatzbau von Kompakt-Trafostationen für zwei Betonmaststationen in Madenhausen und Volkershausen sowie der Ersatzbau einer intelligenten Trafostation für eine Station in Madenhausen - Projektsumme: etwa 430 000 Euro.

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