Motten
Sanierung

Baustart in Motten nach 15 Jahren

Seit 1998 werden die Bauarbeiten angekündigt. Am 10. April 2013 war der offizielle Baustart der Sanierung der Ortsdurchfahrt in Motten. Zweieinhalb Jahre haben die Mottener nun eine Groß-Baustelle vor der Tür. Die Baupläne gibt's hier.
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Gestern eröffneten Matthias Wacker vom Bauamt Schweinfurt (von links), Bürgermeister Jochen Vogel und Stefan Dorn von der Firma Stolz die Sanierung der Ortsdurchfahrt der B27 durch Motten. Foto: Ulrike Müller
Gestern eröffneten Matthias Wacker vom Bauamt Schweinfurt (von links), Bürgermeister Jochen Vogel und Stefan Dorn von der Firma Stolz die Sanierung der Ortsdurchfahrt der B27 durch Motten. Foto: Ulrike Müller
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Es war eine unendliche Geschichte. "Schon 1998 hieß es, die Ortsdurchfahrt ist in der Planung", erinnert sich Jochen Vogel, Bürgermeister der Gemeinde Motten (CSU) zurück. Und vor vier Jahren gab es schon eine Anlieger-Versammlung. "Wirklich geglaubt hat's keiner mehr. Auch ich habe es erst dann geglaubt, als die Firma den Bagger abgeladen hat."

Das war vor zwei Wochen. Gestern nun rammte Vogel gemeinsam mit Matthias Wacker vom Bauamt Schweinfurt und Stefan Dorn vom ausführenden Bauunternehmen Stolz aus Untererthal symbolisch seinen Spaten in das erste Fräsgut, dass der Bagger von der Fahrbahn abtrug. Es regnete, doch den Männern stand ein Lächeln ins Gesicht geschrieben. Lang war der Weg, aber jetzt geht es doch tatsächlich los.

Insgesamt zweieinhalb Jahre lang wird die Ortsdurchfahrt der B 27 durch Motten nun komplett erneuert. Bereits auf der Höhe des Gewerbegebietes werden neue Gehsteige angelegt. Ab Höhe Erlenweg muss eine Trinkwasserleitung in die Erde. "Das ist die größte Herausforderung", erklärt Dorn, denn die Leitung soll direkt unter der Straße verlegt werden, am besten mittig - während die Autos einspurig an der Baustelle vorbei geleitet werden.

Gölleschanze-Haus muss weg

Kritisch wird es auch am Abzweig Knorrstraße kurz vor dem Ortsausgang Richtung Kothen. Das Gölleschanze-Haus wird abgerissen, um die Ecke etwas übersichtlicher zu gestalten. Auch der Nepomuk muss seinen ihm angestammten Platz am Eck verlassen. "Er ist der einzige Nepomuk weit und breit, der nicht auf einer Brücke steht", übt sich Vogel in Lokalpatriotismus. Doch es wird der Heiligenfigur nicht helfen. Im Zuge der Bauarbeiten wird sie neben die neue Brücke versetzt.

Die Trinkwasserleitung ist es auch, die die meisten Kosten für die Gemeinde verursacht. Die Kommune beteiligt sich für den Bau der Leitung und der Gehsteige mit 1,2 Millionen Euro an den Baukosten von insgesamt rund vier Millionen Euro (siehe Info-Kasten). Doch weil der Bund außerhalb des Ortes die Fahrbahn erneuert, ist ein Massenausgleich möglich.

Das heißt, dass das Material, dass auf der einen Baustelle abgetragen wird, auf der nächsten gleich weiter verwendet werden kann. "Die Bürger sparen hier etwa 100.000 Euro", skizzierte Wacker die Dimension. Trotzdem müssen sich die Anlieger mit 1,90 Euro pro Quadratmeter an den Baukosten beteiligen.

Als nächstes kommt Kothen an die Reihe

Die Sanierung des ersten Teilstücks der Strecke zwischen Motten und Kothen steht schon fest:Vom Ortsausgang bis zur Wasserscheide auf der Mottener Höhe wird der Oberbau verstärkt und die Kurvenführung laut Wacker "etwas eleganter" angelegt. Aber auch für das zweite Teilstück ab der Wasserscheide bis Kothen wird es bald konkret. Gestern waren Vermessungstechniker in Kothen unterwegs, die den Straßenverlauf ausgemessen haben.

"Wir planen, dass wir im nächsten Jahr anfangen können mit bauen", blickt Wacker vage voraus und weist darauf hin, dass es bei Baumaßnahmen einer solchen Größenordnung immer viele Beteiligte gebe. Wenn die Bagger schließlich abgeladen werden, sei die meiste Arbeit schon längst getan. Aber eines ist allen klar: Eine Fortsetzung der unendlichen Geschichte möchte hier niemand.
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