Ebenhausen
Bürgerversammlung

Bald ein Investor für das Schloss?

In der Bürgerversammlung machte Bürgermeister Siegfried Erhard den Ebenhäusern vorsichtig Hoffnung.
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Die Ebenhäuser sind in Sorge, weil das historische Schloss, das den Ort prägt, schon seit längerem nicht mehr bewohnt ist. Foto: Stefan Geiger
Die Ebenhäuser sind in Sorge, weil das historische Schloss, das den Ort prägt, schon seit längerem nicht mehr bewohnt ist. Foto: Stefan Geiger
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Seine "Abschiedstournee" setzte Bürgermeister Siegfried Erhard mit der Bürgerversammlung in Ebenhausen fort. Auch hier honorierten die fast 100 Besucher das Lebenswerk des Rathauschefs mit langem, herzlichem Applaus.
In Ebenhausen wurde im vergangenen Jahr die "Trollige Riedelgrube" angelegt, die lange Jahre als Industriebrache schlummerte und sich zu einem Biotop entwickelt hatte. Für diesen Ostermontag sei die Einweihung geplant.

Entstanden sei kein klassischer Lehrpfad, sondern ein Erlebnisprojekt, das sowohl die Tier- und Pflanzenwelt als auch das Lebenswerk des schwedischen Märchenillustrators John Bauer, dessen Vater aus Ebenhausen stammte, vereine. 72 000 Euro seien dafür veranschlagt, 30 000 Euro an Zuschüssen werden aus dem EU-Programm "Leader" erwartet.

Wärme fürs Feuerwehrhaus

"Auf dem Gewerbegebiet Dreißigäcker ist eine große Fotovoltaikanlage entstanden, die seit Mai 2013 Strom ans Netz liefert. Die Gemeinde hat die Flächen an die Betreiberfirma Belectric aus Kolitzheim verpachtet", erklärte Erhard.
Die Gemeinde unterstützte die örtliche Feuerwehr beim Erwerb eines gebrauchten Mannschaftstransportwagens. Im Feuerwehrhaus würden Deckenwärmestrahler installiert, um die Heizung zu verbessern und Energie einzusparen. "Parallel werden wir zusammen mit der Feuerwehr Kältebrücken dämmen", ergänzte der Bürgermeister.
An der Versteigerung des Ebenhäuser Bahnhofs habe sich die Gemeinde nicht beteiligt. "In das marode Gebäude hätten wir viel Geld, das wir nicht haben, stecken müssen", begründete Erhard. An der misslichen Lage habe sich trotz neuem Besitzer nichts geändert.
Das geschichtsträchtige Schloss sei im Besitz der Kommune mit dem Ziel, es an einen seriösen Investor zu verkaufen. Die Gemeinde habe eine Voruntersuchung zum Gebäudezustand in Auftrag gegeben. Sie werde 63 000 Euro kosten, von denen 50 000 Euro rückvergütet werden. "Am 28. März werden wir auf Schloss Seehof bei Bamberg in einem Gespräch mit dem Landeskonservator das weitere Vorgehen erörtern. Einschließen werden wir das Angebot eines potentiellen Interessenten", berichtete Siegfried Erhard.
Im Herbst 2013 zogen in ein privates Anwesen von Ebenhausen 50 Asylbewerber ein. "Ich bin stolz auf Euch. Das ist klasse, wie Ihr Euch für die Menschen, die ihre Heimat in Syrien oder Südosteuropa verlassen haben, engagiert", lobte der Bürgermeister die 30 Bewohner, die die Eingewöhnung mit Kindergartenbegleitung, Hausaufgabenhilfe, Einkauf und Behördengängen unterstützen.
Für die Zone Ebenhausen Nord werde die Abwasseranlage verbessert. Neue Kanalleitungen führten zu einem Rückhaltebecken, das an der Pfersdorfer Straße entstehe. Die Kosten von 800 000 Euro erhalte die Gemeinde vom Abwasserzweckverband zurück. "Für ein paar Wochen muss die Bahnhofstraße gesperrt werden. Umleitung ist über die Eberzstraße", erklärte Siegfried Erhard und bat um Verständnis.
An der Schweinfurter Straße stehe ein Bildstock nicht mehr senkrecht. Der daneben stehende Baum müsse gefällt und durch einen neuen ersetzt werden.
Sachlich ging es in der Bürgerversammlung von Ebenhausen auch zu, als die Bürger Fragen stellen konnten. Thomas Haut regte an, die Turnhalle für größere private Feiern nutzen zu dürfen. "Die Halle dient vorrangig dem Sport und wurde beim Bau entsprechend bezuschusst. Außerdem dürfen wir keine Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie betreiben", gab Erhard zu bedenken.
Haut ging ferner auf Beleuchtung an Schule, Treppe zum Rathaus und Friedhofsatzung auf der Homepage der Gemeinde ein. Die Lampe an Schule bzw. Rathaus ersetze eine Straßenleuchte und brenne deshalb in der Nacht. Bei der Treppe von Schule zu Rathaus strebe die Gemeinde über den Denkmalschutz eine Lösung in Granit an. Für Beton werde wohl keine Zustimmung erteilt.

Ärger mit den Nachbarn

"Aus personellen Gründen litt die Aktualität unserer Homepage. Die Friedhofssatzung einschließlich naturnaher Bestattung werde in Kürze aktualisiert", sicherte Erhard zu.
Sebastian Dees ging auf Jugendtreffs ein. "Nur in Rottershausen gibt es ein eigenes Jugendheim, sonst keinen offenen Treff", bemängelte er. "Die Problematik kennen wir. Geschlossen ist nach Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft der Gößmannkeller. Mit dem neuen Jugendreferenten Rene Felcht sollte die Frage erneut angegangen werden", riet Erhard. "Jugendarbeit ist eine gemeindliche Aufgabe", hob Fabian Wahl auf Einwand von Peter Dierbach, der mehr Eigenverantwortung der Jugend wünschte, hervor.
Reinhold Zwirlein lobte den neuen Bauhofleiter Michael Schmitt, der auf Kurzmitteilungen umgehend reagiere. Sorgen äußerte Zwirlein zu Gehweg und Parkstreifen an der Ramsthaler Straße hoch zum Sportheim - "LKW missachten das Parkverbot. Der Gehsteig ist verschmutzt." - und zum Birkensee unterhalb des Sportplatzes, der vom Laub der Pappeln übersät sei. "Den Parkstreifen, der am Wochenende genutzt wird, haben wir immer wieder ausgebessert. Der Birkensee wurde nach den naturschutzrechtlichen Vorgaben hergerichtet. Die Bäume dürfen wir nicht fällen", erwiderte der Bürgermeister. Georg Sittler regte an, die Bänke im Friedhof erst nach Allerheiligen abzubauen.

Verschmutzte Toilette

Adele Ehlis kümmert sich um die Leichenhalle mit Umfeld und beklagte, dass die Toilette verschmutzt werde bzw. das Wasser bei verschlossener Tür weiter laufe. Der Bürgermeister bat um mehr Sauberkeit und um Benachrichtigung, wenn Missstände festgestellt werden. khw

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