Bad Kissingen
Interview

Bad Kissingen wird noch attraktiver

Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg gibt Auskunft zum Thema Doppeloberzentrum, das die Städte Bad Kissingen und Bad Neustadt nun bilden.
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Nicht nur im Bad Kissingens (hier der Regentenbau) ist der Kissinger Sommer präsent. 2018 feierte das Festival mit dem Konzert "Songs and Dances" Premiere in Bad Neustadts neuer Stadthalle. Foto: Teresa Hirschberg
Nicht nur im Bad Kissingens (hier der Regentenbau) ist der Kissinger Sommer präsent. 2018 feierte das Festival mit dem Konzert "Songs and Dances" Premiere in Bad Neustadts neuer Stadthalle. Foto: Teresa Hirschberg

Das Doppeloberzentrum wird von den beiden Städten Bad Kissingen und Bad Neustadt an der Saale gebildet. Kay Blankenburg, Oberbürgermeister von Bad Kissingen, erklärt Details und hat zu diesem Thema einige Fragen beantwortet.

Was sind die Vorteile eines Oberzentrums? Kay Blankenburg: Oberzentren sind eine herausgehobene Kategorie im Landesentwicklungsprogramm, das die Leitlinien der Entwicklung in Bayern festgelegt. Damit ist es per se schon etwas Besonderes. Die Vorteile eines Oberzentrums, das gilt auch für unser

Doppeloberzentrum mit Bad Neustadt a. d. Saale, sind vielfältig. Große Einzelhandelsgroßprojekte können in Oberzentren angesiedelt werden. Wir können damit die Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger noch weiter verbessern, die Attraktivität der Stadt steigern, Arbeitsplätze schaffen, die Wirtschaft ankurbeln. Weiterführende Schulen, Berufs- und Berufsfachschulen, Kindertagesstätten

und weitere Kinderbetreuungseinrichtungen wiederum spielen eine wichtige Rolle, wenn Menschen wegen eines neuen Arbeitsplatzes zu uns nach Bad Kissingen oder Bad Neustadt a. d. Saale ziehen. In einem Oberzentrum können genau diese Angebote angesiedelt werden.

Wie sieht die Zusammenarbeit der beiden Städte diesbezüglich aus? Die beiden Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen können von dem starken Doppeloberzentrum Bad Kissingen / Bad Neustadt a. d Saale in einem ähnlichen Maße profitieren. Gewerbe- oder Industrieansiedelungen, neue oder zusätzliche Arbeitsplätze können auch der Region Neubürger bescheren oder in den Landkreisen stattfinden, weil das Doppeloberzentrum eine entsprechende Leuchtturmfunktion besitzt. Die Kinder des Landkreises können im Doppeloberzentrum die weiterführenden Schulen besuchen.

Was haben die Bewohner davon, in einem Oberzentrum zu leben? Bad Kissingen und Bad Neustadt a. d. Saale haben für die Zusammenarbeit als Doppeloberzentrum einen sogenannten landesplanerischen Vertrag geschlossen. Mit der Unterzeichnung dieses Rahmenvertrags haben Bad Neustadts erster Bürgermeister Bruno Altrichter und ich die Basis für die Zusammenarbeit unserer Kommunen festgelegt und werden auf unserer geschaffenen Grundlage konkrete Projekte erarbeiten. Meine Prognose ist, dass wir gemeinsam das Zugpferd, touristisch und gesundheitlich, nicht nur im Bäderpentagon sein werden, sondern im gesamten nordbayerischen Raum.

Seit wann liefen die Vorbereitungen auf das Doppeloberzentrum? Das Doppeloberzentrum hat zwei Ebenen, die Landespolitik und die Kommunalpolitik, beziehungsweise die Verwaltungsebene. Wir wurden von der Bayerischen Staatsregierung im Mai 2016 erstmals in das Verfahren um die Teilfortschreibung des Landesentwicklungskonzepts,

welches die Grundlage für die Ernennung zum Doppeloberzentrum bildet, eingebunden. Bad Neustadts a. d. Saale erster Bürgermeister Bruno Altrichter und ich waren diesbezüglich in Kontakt und Abstimmung. Der Bayerische Ministerrat hat am 20. Februar 2018 die Teilfortschreibung

des Landesentwicklungsprogramms abschließend beschlossen. Mit der Veröffentlichung im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt ist es am 1. März 2018 in Kraft getreten. Wir hatten den Rahmenvertrag auf Verwaltungsebene vorbereitet und am 1. Juli 2018 mit einem feierlichen Akt in Bad Neustadt a. d. Saale unterzeichnet. Bei dieser Gelegenheit haben sich erstmals die Mitglieder der beiden Stadträte getroffen.

Welche Projekte sind konkret jetzt schon in Planung? Bad Neustadts erster Bürgermeister Bruno Altrichter und ich erachten es für sinnvoll, dass wir einen Rahmen für unsere künftige Zusammenarbeit schaffen. Diesen haben wir mit unserem sogenannten landesplanerischen Vertrag auch vereinbart. Der Vertrag umfasst acht Schwerpunktthemen: "Organisation", "Bildung und Schulen", "Wirtschaft und Arbeitsplätze", "Verkehr, Natur, Sport, Freizeit, Erholung und Gesundheit", "Kultur und Tourismus", "Kinder, Jugend und Senioren, Soziales" sowie "Beteiligung der Bürger und Öffentlichkeitsarbeit". Wir haben somit eine Basis für die Arbeit festgelegt und vereinbaren einzelvertraglich, was wir auf dieser Basis machen. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Im Bereich "Kultur und Tourismus" haben wir unteranderem die herausragende kulturelle Rolle des Kissinger Sommers eingearbeitet. Bereits in diesem Jahr feierte das Festival mit dem Konzert "Songs and Dances" Premiere in der neuen Stadthalle in Bad Neustadt a. d. Saale. Wir werden nun regelmäßig bei unserem Partner zu Gast sein und gemeinsam schöne und klangvolle

Abende genießen. Wir kooperieren ja ohnehin auf vielen Gebieten, zum Beispiel im Bäderland Bayerische Rhön, und werden weitere gemeinsame Projekte auf den Weg bringen.

Was wäre das absolute Highlight für die Stadt? Eine Stadt zu einem Hochschulstandort zu machen, das dürfte wohl der Traum eines jeden Kommunalpolitikers sein. Und in der Tat, nach dem Landesentwicklungsprogramm könnten in Oberzentren sogenannte zentralörtliche Einrichtungen des spezialisierten höheren Bedarfs, zum Beispiel Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung wie Hochschulen oder Fachhochschulen entstehen. Wir werden sehen. Bad Kissingen bietet schon jetzt über die Akademie Gesundheitswirtschaft am RSG den MBA-Studiengang Gesundheitsmanagement an. Wir haben bereits Kooperationen mit Universitäten, insbesondere der Uni Würzburg und dem Wildpark Klaushof und auch Kliniken sind entsprechend vernetzt. Mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wird ebenfalls über eine Kooperation mit der Uni Würzburg in Bad Kissingen eine Brückenprofessur installiert, die insbesondere die Forschungen auf dem Gebiet der Kurortmedizin betreiben wird. Wenn man so will, sind wir also schon jetzt ein Hochschulstandort.

Das schriftliche Interview führte Anja Vorndran



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