Bad Kissingen
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Bad Kissingen: Schmalere Fahrbahn für sichere Straßen

Wenn Kreis und Stadt Bad Kissingen Straßen erneuern, geht es um Verkehrssicherheit. Es gilt Unfallschwerpunkte zu entschärfen und Fußgänger zu schützen.
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Die Erhardstraße in Bad Kissingen wird aktuell für rund 5,5 Millionen Euro saniert. Die Stadt verbreitert die Gehwege und verengt die Fahrbahn, vor allem in Kreuzungsbereichen. Foto: Benedikt Borst
Die Erhardstraße in Bad Kissingen wird aktuell für rund 5,5 Millionen Euro saniert. Die Stadt verbreitert die Gehwege und verengt die Fahrbahn, vor allem in Kreuzungsbereichen. Foto: Benedikt Borst

Der Landkreis hat ebenfalls in einem Ausbauprogramm festgelegt, welche Straßen in den nächsten Jahren erneuert werden. Die Kreisangehörigen Straßen werden dabei wöchentlich auf ihren Zustand überprüft.

"Dies übernehmen sogenannte motorisierte Straßenwärter, also Mitarbeiter, die die Straßen regelmäßig abfahren", berichtet Lena Pfister, Pressesprecherin im Landratsamt. Tags wie nachts werden Zustand, Beschilderung und Funktionstüchtigkeit begutachtet. Anhand dieser Daten legt die Tiefbauverwaltung die Prioritätenliste für den Ausbau der Kreisstraßen fest. Der technische Zustand einer Straße ist dabei nicht das einzige Kriterium. "Die Prioritätenliste ergibt sich nicht nur nach dem baulichen Zustand, sondern auch nach der Verkehrsbelastung", erklärt sie.

Das Landratsamt ist weiterhin Mitglied der Unfallkommission im Landkreis Bad Kissingen. Die analysiert zum Beispiel Unfallschwerpunkte und stellt fest, wo eventuell bauliche Verbesserungen notwendig sind.

Fahrbahn wird schmaler

Nach Angaben von Thomas Hornung, dem Leiter des Tiefbaureferats, sind keine Unfallschwerpunkte innerhalb des Stadtgebiets bekannt. Dennoch spielt das Thema Sicherheit für die Stadt Bad Kissingen eine wichtige Rolle. "Im Stadtgebiet gilt, dass wir die schwächsten Verkehrsteilnehmer schützen wollen", erklärt der Ingenieur. Er nennt als Beispiel die Erhardstraße, die aktuell für rund 5,5 Millionen Euro neu gemacht wird. Die lange gerade Strecke verleite dazu, schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer zu fahren. Um die Autos auszubremsen, verbreitert die Stadt die Gehwege und verschmälert die Fahrbahn und zieht Einbauten ein (etwa Bäume am Fahrbahnrand), um das Blickfeld zu begrenzen. Des Weiteren wird die Fahrbahn an Kreuzungen zusätzlich verengt. Das soll zum einen bewirken, dass die Fahrer abbremsen müssen, bevor sie über die Kreuzung fahren. Zum anderen haben Fußgänger dann einen kürzeren und schnelleren Weg über die Straße. Das soll helfen, Unfälle zu verhindern.

Das Ausbauprogramm diene dazu, die Infrastruktur der Stadt nicht nur zu erneuern, sondern sie auch zu optimieren. "Wenn wir die Infrastrukturliste abarbeiten, muss es nicht zwangsläufig immer auf eine Erneuerung hinauslaufen", sagt Hornung. Es gebe noch andere Möglichkeiten. So könnten zum Beispiel Straßen, die verzichtbar sind, ganz wegkommen oder sie könnten herabgestuft werden. Aus einer holprigen Ortsverbindungsstraße wie die "In der Au" würde dann ein Wirtschaftsweg. Beide Alternativen sparen der Stadt jedenfalls langfristig Geld, weil sie die Straßen nicht mehr aufwendig unterhalten muss.

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