Bad Kissingen
Wildpark

Bad Kissingen: Neuer Gefährte für Lucy im Klaushof

Zuletzt lebte die Luchsdame allein in ihrem Gehege im Klaushof. Jetzt hat sie wieder Verstärkung bekommen: ein junges Männchen aus Hessen. Die Besucher dürfen auf Nachwuchs hoffen.
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Zwei Jahre jung ist der neue Luchs, der seit September im Klaushof lebt. Foto: Benedikt Borst
Zwei Jahre jung ist der neue Luchs, der seit September im Klaushof lebt. Foto: Benedikt Borst
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Er ist zwei Jahre alt, hat zwei Pinselohren, einen Stummelschwanz und stammt aus Nordhessen: der neueste Bewohner des Wildparks Klaushof, ein männlicher Luchs. Er ersetzt eine Luchsdame, die vor gut einem dreiviertel Jahr mit 22 Jahren an Altersschwäche gestorben war. "Er hat sich soweit gut im Wildpark eingewöhnt", berichtet Tierpfleger Frank Wehner. Zwar habe sich das Tier die ersten Tage versteckt gehalten, inzwischen lässt er sich aber offen blicken. Der Luchs stammt aus dem Nationalpark Kellerwald-Edersee, wurde in einem Gehege geboren und "ist an Menschen gewöhnt." Auch scheint er sich gut mit der bereits im Klaushof lebenden Luchsdame Lucy (12 Jahre) zu arrangieren. Zwar gehen sich die beiden noch aus dem Weg, Konflikte waren bislang aber nicht zu beobachten.

Das Luchsgehege im Klaushof ist mit 2500 Quadratmetern Fläche für zwei Tiere geeignet. Viele Jahre wurde es von Lucv und ihrer Mutter bewohnt. Die gleichgeschlechtliche Haltung war beabsichtigt, da das Gehege für mehr als zwei Luchse zu klein ist und man daher keinen Nachwuchs wünschte. Nach dem Tod des Muttertieres sollte Lucy allerdings nicht allein bleiben. "Wir haben sofort nach einem neuen Luchs gesucht", erklärt Axel Maunz, der Leiter des Wildparks. Da traf es sich gut, dass der Nationalpark Kellerwald-Edersee jetzt den jungen, männlichen Luchs abzugeben hatte.

Attraktion und Herausforderung

Es handelt sich dabei um einen üblichen Austausch und nicht um ein spezielles Zuchtprogramm, betont Maunz. Allerdings könnte es aufgrund der neuen Konstellation passieren, dass es Luchsnachwuchs im Klaushof gibt. "Das wäre für die Besucher, von denen auch schon mehrfach der Wunsch nach jungen Luchsen geäußert wurde, natürlich sehr interessant", sagt Maunz.

Für den Wildpark als Umweltbildungsstätte wäre das natürlich eine Attraktion, aber auch eine große Herausforderung. Zum einen weil die Jungtiere eine sehr anspruchsvolle Pflege benötigen und zum anderen weil das Gehege zu einem späteren Zeitpunkt für die Jungtiere und ihre Eltern zu klein wird. Das Klaushof-Team müsste dann andere Zoos oder Wildparks finden, die die Jungtiere aufnehmen.

Weniger geplant war der Zuwachs zuletzt an anderer Stelle: bei den Waschbären. Deren Gehege ist zwar ausbruchssicher angelegt, das hielt aber einen männlichen Waschbären von draußen nicht davon ab, zu den Weibchen in das Gehege einzubrechen. Das hatte zur Folge, dass die Population in relativ kurzer Zeit auf 15 Tiere angewachsen ist. Maunz: "Aber mehr darf's auch nicht mehr werden!"

Weil Waschbären schlecht an andere Parks abzugeben sind - es gibt sie überall - ließ der Wildpark sie jetzt sterilisieren, um zu verhindern, dass sie sich weiter unkontrolliert vermehren

Aussichtsplattform für Rotwild

Die Philosophie des Wildparks Klaushof ist es, Begegnungen mit Wildtieren und der Natur zu ermöglichen und so - insbesondere bei Kindern und Jugendlichen - Begeisterung dafür zu wecken. Dabei ist es dem Wildparkleiter wichtig, dass möglichst keine Zäune und Drähte den Blick auf die Tiere blockieren und dass die Besucher nicht von oben auf die Tiere herabschauen. Neue Gehege werden deshalb möglichst im Gegenhang angelegt, Aussichtsplattformen bringen die Besucher näher an die Tiere heran. "Unser Ziel ist, ein altes Gehege pro Jahr durch ein neues zu ersetzen", sagt er. Mehr schaffe der Tierpark finanziell und personell nicht. Bei seinen Projekten ist der Klaushof ohnehin auf die Hilfe vieler Unterstützer angewiesen, etwa vom Förderverein, dem Bund Naturschutz und der Universität Würzburg. Zuletzt neu angelegt wurde ein Insektenbiotop mit Lehrpfad und Totholz-Lebensraum sowie ein Raufußhuhn-Biotop. Außerdem wurde die Aussichtsplattform am Wildschweingehege erneuert. In Planung ist eine neue Aussichtsplattform am Rotwildgehege. Der Fußweg, der entlang dieses Geheges verläuft, soll verlegt und in Bezug auf die Steigung entschärft werden.

Zurück zum Luchs. Der Neuankömmling hat noch keinen Namen. "Darauf legen wir bei unseren Wildtieren keinen besonderen Wert", sagt Maunz. Namen erhalten die Tiere von Unterstützern, die Patenschaften übernehmen. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich beim Wildpark informieren, unter Tel.: 0971/807 31 31.

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