Bad Kissingen
Lebenshilfe

Bad Kissingen: Lebenshilfe-Wohnheim mit Blick auf die Saale Auen

Seit Monaten werden die Hanghäuser neben dem Katharinenstift umgebaut. Im kommenden Frühjahr soll die Wohnanlage einzugsbereit sein.
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Die beiden vorderen Hanghäuser neben dem Katharinenstift lässt die Bad Kissinger Lebenshilfe in ein zeitgemäßes Wohnheim für Menschen mit Behinderung umbauen. Sigismund von Dobschütz
Die beiden vorderen Hanghäuser neben dem Katharinenstift lässt die Bad Kissinger Lebenshilfe in ein zeitgemäßes Wohnheim für Menschen mit Behinderung umbauen. Sigismund von Dobschütz
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Die Liste der Interessenten ist lang, aber noch sind einige Zimmer im künftigen Haus "Au-Blick" der Lebenshilfe Bad Kissingen für Menschen mit Behinderung frei. Seit neun Monaten werden die beiden verbundenen, jeweils viergeschossigen Hanghäuser neben dem Katharinenstift nach Plänen des Schonunger Architekturbüros Göger umgebaut. Im kommenden Frühjahr soll die Wohnanlage einzugsbereit sein.

Auf ihren Umzug freuen sich schon Eberhard und Gabi Gürtler (beide 50), die noch in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben und sich selbstständig versorgen. Doch Gabi Gürtler braucht allmählich intensivere Pflege, weshalb ein Wohnungswechsel notwendig wird. "Als wir von diesem Projekt hörten, haben wir uns schnell dafür entschieden", erzählt ihr Ehemann während des Besichtigungsrundgangs. Gabi Gürtler wird künftig im Wohnheim leben, Eberhard in der neuen Wohngemeinschaft. "Das ist doch prima, dass beides unter einem Dach ist", ist er von der neu geschaffene Möglichkeit gemeinsamen Wohnens begeistert.

"Der Bedarf an Wohnraum für Menschen mit Behinderung ist gegeben", begründet Alex Iffert, Vorstand der Bad Kissinger Lebenshilfe, den Erwerb (1,5 Millionen Euro) im August 2017 und die nun laufende Sanierung (2,5 Millionen Euro) der beiden verbundenen Häuser, die zuvor von der Diakonie Schweinfurt als Pflegeheim genutzt worden waren. Die Bedarfsanerkennung vom Bezirk Unterfranken für 24 Wohnheimplätze und die der Regierung Unterfranken für 14 Plätze in der strukturierten Tagesbetreuung für behinderte Erwachsene, die aus gesundheitlichen Gründen oder altersbedingt aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, war für die Lebenshilfe die Grundvoraussetzung für den Kauf der beiden Immobilien mit einer Nutzfläche von 3000 Quadratmetern.

Entsprechend fördert nun die Regierung die Gesamtinvestition von insgesamt vier Millionen Euro mit 70 Prozent, der Bezirk mit weiteren zehn Prozent. So verbleibt für die Lebenshilfe nur noch ein Restbetrag von etwa 800 000 Euro, von denen allein auf die nicht geförderte dritte Wohneinheit, eine für fünf Bewohner eingerichtete Behinderten-Wohngruppe zur eigenständigen Lebensführung, etwa 500 000 Euro entfallen. Iffert: "Diese Wohngruppe wollten wir unbedingt schaffen."

Wenige Tage nach einer Informationsveranstaltung über das nun entstehende Lebenshilfe-Haus "Au-Blick" führte Vorstand Iffert gemeinsam mit der Aufsichtsratsvorsitzenden Monika Fella und Architekt Florian Göger die Interessenten gruppenweise durch die entstehende Wohnanlage. "Der Brandschutz muss auf neuesten Stand gebracht werden, alle Anforderungen der Heimaufsicht wie zum Beispiel die Mindestbewegungsfläche in Dusche und Bad müssen erfüllt und die Zimmer rollstuhlgerecht oder zumindest barrierefrei gestaltet werden", erläuterte der Architekt den Arbeitsaufwand.

Während im angeschlossenen Neubau nur renoviert zu werden braucht, müssen dagegen im Altbau auch Wände versetzt werden. Ein größerer Umbau war im Altbau für die Schaffung des Tagesstrukturbereichs nötig. Außerdem müssen alle Leitungen für Strom, Wasser und Heizung ersetzt werden.

Namensgebend für das neue Lebenshilfe-Haus "Au-Blick" ist die Tatsache, dass jedes Zimmer und alle Aufenthaltsräume direkten Ausblick auf die Saale-Auen haben werden. Zusätzlich werden Therapie- und Ruheräume sowie Personalräume geschaffen.

Als Wandschmuck hat man sich etwas ganz Persönliches ausgedacht: Die künftigen Bewohner dürfen einen bunten Schmetterling malen. Diese Bilder will Architekt Florian Göger digitalisieren und einem Schlosser als Vorlage zur Herstellung eines Schmetterlings aus Blech geben. Jeder dieser Schmetterlinge wird etwa 200 Euro kosten. "Dafür suchen wir noch Sponsoren", sagt Aufsichtsratsvorsitzende Monika Fella.

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