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Bad Kissingen
Umfrage

Bad Kissingen: Kaum Kunden in der Stadt

Die aktuelle Corona-bedingte Lage führt dazu, dass sich das öffentliche Leben gravierend verändert. Das merken auch die Geschäfte, Restaurants und Cafés der Kurstadt Bad Kissingen.
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Gähnend leer präsentierte sich am Freitagnachmittag  die Fußgängerzone in Bad Kissingen. Foto: Ellen Mützel
Gähnend leer präsentierte sich am Freitagnachmittag die Fußgängerzone in Bad Kissingen. Foto: Ellen Mützel
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Die Anzahl der Kunden habe abgenommen, sind sich die Angestellten der Läden und Lokalitäten der Innenstadt bei einer Umfrage dieser Zeitung einig. Die Menschen seien verunsichert.

Seit Anfang letzter Woche sei es spürbar ruhiger geworden, ist von den Mitarbeitern in den Cafés oder Geschäften zu hören. "Ja, auf jeden Fall!", war nicht nur einmal die Antwort auf die Frage, ob sich die Kundschaft spürbar reduziert hat. "Ja, in den letzten drei Tagen ist es ruhiger geworden", meint Nataliya Ruhmann, Verkäuferin bei "Ernsting's family". "Ich weiß aber nicht, was uns nächste Woche erwartet, wenn die Schüler frei haben. Vielleicht gehen sie alle einkaufen", hoffte sie am vergangenen Freitag.

Auch in den Cafés sieht es mau aus. "Schau' doch auf den Marktplatz, es ist alles leer", blickt Zornitsa Sardamova, Bedienung im Café "Zum Kaffeefleck", nach draußen. Valentin Toshkov, der am Tresen sitzt, fügt hinzu: "Genau, ich arbeite bei 'Mein Lieblingsplatz', und da ist auch nichts los." Denn wenn weniger Menschen in der Stadt unterwegs sind, gehen auch weniger dort essen. Eva Knauer, Geschäftsführerin im Modehaus Ludewig, fällt es auch auf, dass es in den letzten Tagen ruhiger geworden sei. Aber sie relativiert: "Ich kann nicht die fragen, die nicht kommen. Es hat jetzt eine Woche geregnet, daran kann es auch liegen."

Deutlich weniger los

Die Anzahl der Kunden sei "akut eingebrochen", meint Klaus Bollwein, Geschäftsführer der Stadtmarketinggemeinschaft Pro Bad Kissingen. Es sei in der Stadt deutlich weniger los. "Wir sehen natürlich, dass die Notwendigkeit da ist, diese Maßnahmen zu ergreifen, damit das Virus nicht weiter ausgebreitet wird."

Auch die Kisssalis-Therme kann sich der Corona-Situation nicht entziehen: Sie hat eine Erklärung auf ihrer Homepage abgegeben. Dass die Hygiene in deutschen Schwimmbädern gut durch Gesetze geregelt sei, heißt es darauf. Viren und Bakterien im Wasser würden abgetötet. Die Wasserwerte würden durchgehend automatisch sowie zusätzlich zwei bis drei Mal am Tag von Hand gemessen. Die Ansteckung über das Wasser könne somit vermieden werden. "Thermen und Saunen haben dadurch kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu anderen öffentlichen Räumen", erklärt Richard Pucher, Betriebsleiter der Kisssalis-Therme. Ein Rückgang der Besucherzahlen sei zwar spürbar, aber "das entwickelt sich von Tag zu Tag", meint er. Allerdings: "Was in ein paar Tagen ist, können wir nicht vorhersehen." Die Frage sei, wie die Ämter und Behörden die Lage einschätzen, und an diese Einschätzung werden wir uns selbstverständlich halten, erklärt er.

Klaus Bollwein (Pro Bad Kissingen) steht da sicher nicht alleine mit der Hoffnung da, dass durch die Maßnahmen vom Freistaat die Eindämmung des Virus erreicht werden könne - und es dann wieder besser werde.