Bad Kissingen
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Bad Kissingen: Heimischer Arbeitsmarkt bietet gute Perspektiven für Flüchtlinge

Immer mehr Menschen die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, finden den Zugang zum Arbeitsmarkt in unserer Region.
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Praktika können Flüchtlingen wie Einheimischen den Weg auf den Arbeitsmarkt erleichtern. Dabei geht es nicht darum, einen geeigneten Beruf zu finden, sondern auch Kontakte zu knüpfen.Symbolfoto: Daniel Peter/dpa
Praktika können Flüchtlingen wie Einheimischen den Weg auf den Arbeitsmarkt erleichtern. Dabei geht es nicht darum, einen geeigneten Beruf zu finden, sondern auch Kontakte zu knüpfen.Symbolfoto: Daniel Peter/dpa

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt sind gute Voraussetzungen gegeben, um geflüchtete Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen. 521 der im Agenturbezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt arbeitslos gemeldeten Geflüchteten (Bayern: 12.128) haben im Zeitraum September 2017 bis August 2018 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum September 2016 bis August 2017 (232 Arbeitsaufnahmen; Bayern: 6407) war dies ein Plus von 289 Beschäftigungen (Bayern: ein Plus von 5721) beziehungsweise eine Steigerung um 124,9 Prozent (Bayern: 89,3 Prozent Steigerung), schreibt die Agentur für Arbeit in einer Pressemeldung.

Knapp ein Viertel (Bayern: ein Drittel) dieser Menschen in unserer Region fand Arbeit im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, knapp ein Fünftel (Bayern: ein Achtel) wurde in den Bereichen der wirtschaftlichen Dienstleistungen eingestellt. Im Verarbeitenden Gewerbe konnte ein Achtel von ihnen (Bayern: rund ein Zehntel) sowie im Gastgewerbe ein Zehntel (Bayern: gut ein Achtel) eine Anstellung finden. Weitere Beschäftigungsverhältnisse verteilten sich auf das Baugewerbe mit knapp einem Zehntel (Bayern: nicht ausgewiesen) sowie übrige Wirtschaftszweige mit einem Viertel (Bayern: einem Fünftel).

"Ein Arbeitsplatz ist nicht nur wichtig, um sich eine Existenz aufzubauen, er ist auch ein wichtiger Schritt für die gesellschaftliche Integration. Um eine zielgerichtete berufliche Integration zu unterstützen, benötigen wir die Förderung der Menschen mit Fluchthintergrund hin zur Ausbildung oder zur beruflichen Weiterbildung. Denn unser Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön benötigt in fast in allen Branchen dringend Arbeitskräfte", erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

Leichter Rückgang

Im Zeitraum November 2017 bis Oktober 2018 wurden in der Region Main-Rhön 627 arbeitslose Menschen im Durchschnitt mit Fluchthintergrund (Bayern: 15.223) gezählt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind es 71 Menschen weniger in unserer Region (Bayern: 88 mehr).

"Der leichte Rückgang an arbeitslos gemeldeten Menschen mit Fluchthintergrund in der Region Main-Rhön ist ein erfreuliches Signal. Neben einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt ist es unser Ziel, durch Qualifizierungsmaßnahmen die Nachhaltigkeit dieser Beschäftigungsverhältnisse mitzugestalten", so Stelzer.

Knapp zwei Drittel männlich

 

Aktuell kommen die meisten der arbeitslosen geflüchteten Menschen aus Syrien und Afghanistan. Knapp zwei Drittel (Bayern: 70,2 Prozent) der arbeitslosen geflüchteten Menschen in unserer Region sind männlich. Rund die Hälfte des Personenkreises (Bayern: 59 Prozent) ist jünger als 35 Jahre.

41 Prozent der im Zeitraum November 2017 bis Oktober 2018 arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund im Agenturbezirk besitzen keinen Schulabschluss (Bayern: 30 Prozent), rund ein Viertel von ihnen hat einen Hauptschulabschluss/ Mittlere Reife (Bayern: rund ein Viertel). 21,5 Prozent (Bayern: 23,2 Prozent) geben an, dass sie Abitur oder die Fachhochschulreife haben. Bei 14,4 Prozent (Bayern: 23,2 Prozent) konnte der Schulabschluss noch nicht abschließend geklärt werden. Sowohl in der Region Main-Rhön als auch im bayerischen Durchschnitt besitzen mehr als 80 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung. 6,4 Prozent (Bayern: 4,9 Prozent) haben eine betriebliche oder schulische Ausbildung vorzuweisen. Rund neun Prozent haben sowohl in unserer Region, als auch bayernweit einen akademischen Abschluss. Bei 4,2 Prozent (Bayern: 4,3 Prozent) steht die Klärung des Berufsabschlusses noch aus. Oftmals fehlen die Dokumente, oder es wird geprüft, inwieweit eine Anerkennung möglich ist.

Anstellung im Helferbereich

Derzeit streben 60 Prozent (Bayern: 70 Prozent) eine Anstellung im Helferbereich an. Zwölf Prozent (Bayern: 13,8 Prozent) suchen eine Tätigkeit als Fachkraft. Höherwertigere Tätigkeiten werden von 4,9 Prozent dieser Menschen (Bayern: 4,4 Prozent) gesucht. Bei 22,2 Prozent (Bayern: 11,2 Prozent) ist das Anforderungsniveau einer möglichen Beschäftigung noch offen.

Im Zeitraum August 2017 bis Juli 2018 wurden 2108 Teilnahmen von Geflüchteten (Bayern: 43.577) an Qualifizierungs- und Weiterbildungskursen der Agentur für Arbeit sowie der Jobcenter gezählt, um die Deutschkenntnisse und die beruflichen Fähigkeiten der geflüchteten Menschen auszubauen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind dies rund 300 Teilnahmen mehr (Bayern: rund 400 weniger).

Gute Fördermaßnahmen wichtig

"Geflüchtete können sich nicht auf die Migration vorbereiten und haben somit oft keine ausreichenden Sprachkenntnisse. Diese Personengruppe wird sich deshalb schrittweise in den Arbeitsmarkt integrieren lassen. Es geht vorrangig darum, durch gute Fördermaßnahmen die Sprachkenntnisse und die damit verbundene erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Migranten zu erhöhen", umreißt Stelzer die aktuelle Situation.

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