Bad Kissingen
Rosenkönigin

Bad Kissingen: Für Rosenkönigin Nina Dees kehrt wieder Normalität ein

Die Amtszeit der Bad Kissinger Rosenkönigin Nina Dees neigt sich dem Ende zu. Doch den nächsten Titel hat sie bereits ins Visier genommen.
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Ein bisschen Wehmut ist dabei: Rosenkönigin Nina Dees bekommt am Samstag eine Nachfolgerin. Foto: Teresa Hirschberg
Ein bisschen Wehmut ist dabei: Rosenkönigin Nina Dees bekommt am Samstag eine Nachfolgerin. Foto: Teresa Hirschberg
Nina Dees kann es kaum noch abwarten, zum Rasierer zu greifen und sich die Haare kurz zu scheren. "Ratsch und ab", sagt sie und lacht dabei. Während ihrer Amtszeit als Rosenkönigin musste sie nämlich an ihrem blonden Schopf festhalten: Die Krone hätte sonst nicht richtig gesessen.

Das sei aber auch das einzige, was sie am Rosenköniginnendasein gestört habe. "All die Leute, die ich getroffen habe, haben es zu etwas Besonderem gemacht. Und die tollen Sachen, die sie zu mir gesagt haben", schwärmt die 21-Jährige. Doch was macht eine Rosenkönigin eigentlich an ihren letzten Tagen im Amt? "Trauern", meint Nina und zieht die Mundwinkel nach unten. "Aber ich genieße es, solange es noch geht." Momentan lerne sie fleißig ihre Abschlussrede für den Rosenball und hofft, dabei nicht in Tränen ausbrechen zu müssen. Demnächst zieht sie von Würzburg zurück in ihr Heimatdorf Nüdlingen, bevor es zur Ausbildung zum Zoll nach Schweinfurt geht.

Rakoczy-Fest, Lichterglanz, Konzerte und Friseurbesuche haben ihren Alltag als Rosenkönigin im Laufe des vergangenen Jahres streng durchgetaktet. "Eine Aufgabe zu haben", sagt Nina Dees, das werde sie besonders vermissen. "Alles wird wieder normal, es fehlt dann eben etwas." Auch der Gedanke an die vielen Ballkleider in ihrem Schrank, für die sie nun keine Verwendung mehr habe, lasse sie wehmütig werden.


Schwester war ebenfalls Rosenkönigin

Den Titel Rosenkönigin habe sie ihrer älteren Schwester Franziska, ihres Zeichens ebenfalls Rosenkönigin, zu verdanken. Sie selbst habe nicht den Mut gehabt, ihre Bewerbung abzuschicken. Der Abend ihrer Inthronisierung sei wie in Trance an ihr vorbeigezogen: "Ich war sehr nervös", erinnert sie sich. "Ich dachte, wenn ich auf der Bühne stehe, würde ich kein Wort herausbekommen." Doch die Angst blieb unbegründet: Wie ein Wasserfall habe sie geredet, einfach alles rausgelassen. "Meine Mutter im Publikum dachte schon, ich würde gar nicht mehr aufhören." Als Tanzmariechen und Chorsängerin sei ihr der Auftritt vor großem Publikum nicht neu. "Auf der Bühne bin ich eigentlich zu Hause, ich habe mich wohlgefühlt." Unter den Rosenköniginnen sei es mittlerweile zum Brauch geworden, die Rosen vom Ball zunächst in der heimischen Badewanne aufzubewahren. "Dann gehen die Köpfe nochmal richtig schön auf", verrät Nina Dees.

Offen, kommunikationsfreudig und freundlich müsse ihre Nachfolgerin sein. Die diesjährigen Bewerberinnen hätten alle drei das Zeug dazu. Die Liebe zur Stadt Bad Kissingen sei das wichtigste Kriterium, sagt Thomas Lutz, der zurzeit die Betreuung der Bewerberinnen übernimmt. Tanztraining, Fotoshooting, Radioauftritt: Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren. Mit Ninas Leistung ist Lutz rundum zufrieden: "Sie hat ein tolles Jahr abgeliefert und wird auch in Zukunft eine gute Botschafterin für die Stadt sein."


Flirten mit Nigel Kennedy

Herzen, umarmen, busseln - als Rosenkönigin darf man vor körperlicher Nähe keine Scheu haben. "Ich kenne das schon von der Garde, es ist ganz normal für mich", meint Nina Dees dazu. "Damit muss man als Rosenkönigin einfach klarkommen. Und die Küsschen deute ich ja auch nur an." Auch die - nun ja, - nennen wir es handfesten Flirtversuche von Stargeiger Nigel Kennedy habe sie nicht als zu aufdringlich empfunden. Im Gegenteil: "Das war einer der besten Abende. Ich habe sogar seine Handynummer bekommen." Was sie vielmehr störe, sei, dass viele Leute nicht einmal von ihrem Amt gewusst hätten. "Oft wurde ich auch für die Weinkönigin gehalten", erzählt Nina Dees.

Den nächsten Titel hat sie bereits anvisiert: Sie könnte sich nämlich durchaus vorstellen, sich in ein paar Jahren als Quellenkönigin zu bewerben. Doch es gibt ernstzunehmende Konkurrenz: Ihre Schwester Franziska hat nämlich auch ein Auge auf die Krone geworfen.


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