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Bad Kissingen
Konzert

Bad Kissingen: Diese Vier hauten nicht nur auf die Pauke

Mitreißende Rhythmen und eine toll synchronisierte Lichtshow: Mit diesen Zutaten begeisterte die vierköpfige Percussion-Crew "Drum Stars" mit Geigerin Anja Gerter im Littmann-Saal.
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Die Percussion-Show "Drum Stars" im Max Littmann-Saal war ein Fest für Augen und Ohren. Foto: Klaus Werner
Die Percussion-Show "Drum Stars" im Max Littmann-Saal war ein Fest für Augen und Ohren. Foto: Klaus Werner
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Mitreißende Rhythmen, sichtbare Spielfreude und eine toll synchronisierte Lichtshow - mit diesen Zutaten begeisterte die vierköpfige Percussion-Crew "Drum-Stars" zusammen mit Geigerin Anja Gerter die Gäste im fast ausverkauften Max-Littmann-Saal.

Grundlage für die energiegeladene Trommelkunst war ein Sammelsurium an Schlaginstrumenten und Alltagsgegenständen, die sich über die Bühne verteilten und die in immer neuen Varianten von den Profis Bernhard Pricha, Flo Pfeifer, Jakob Ehrlich und Benni Pfeifer zusammengestellt wurden. Darüber hinaus hatten sie zusammen mit Anja Gerter für diesen Abend ein neues Programm zusammengestellt, das erstmalig auf einer Bühne präsentiert wurde - die Begeisterungsstürme des Publikums zeigten, dass die Premiere gelungen ist. Den Startpunkt setzten die vier studierten Schlagzeuger aus dem Raum München mit einer rasanten Miami-Vice-Adaption, bei der der Schlagrhythmus und die LEDs in den Trommeln als auch auf der Kleidung die Richtung für den Abend vorgaben.

Manch einer hat sich sicherlich gewünscht, dass er die ausgelegten Ohropax als entsprechenden Hinweis auf die Lautstärke richtig verstanden hätte. Nahtlos ging es über in Rockys Evergreen "The eye of the tiger" und mit diesem Rhythmus hatten die vier Akteure das Publikum auf ihrer Seite - von da an gehörte Mitklatschen und Aufstampfen dazu und die Gäste wurden Teil der Rhythmusmaschine an diesem Abend.

Im Laufe des Abends überraschten die "Drum-Stars" immer wieder aufs Neue, denn elektronisch verstärkte Trommeln in allen Größen und Varianten, Bongos oder Cajones waren nicht die einzigen Schlagzeuginstrumente, die gekonnt eingesetzt und mit LEDs wirkungsvoll inszeniert wurden. Dazu wirbelten beleuchtete Schlagstöcke durch die Luft, Floor-Drums hatten Wasser auf den Fellen, das bei jedem Schlag aufspritzte, und LED-Sweater sorgten im abgedunkelten Rund des Max-Littmann-Saals für eine mystische Atmosphäre.

Über die Schlaginstrumente hinaus hatte sich das Quartett auch in Baumarkt-Regalen eingedeckt: Alu-Leitern wurden zur Grundlage einer Choreographie im Blech-Rhythmus, Installationsrohre dienten als sportlich-humorvolle Klangeinlage und Mülltonnen wirbelten durch die Luft, um taktgenau zu landen und um mit Leuchtsticks bearbeitet zu werden.

Doch nur nicht nur mit schlagkräftigen Argumenten überzeugten die Akteure auf der Bühne. Mit dem "Hang", einer aus Stahlblech bestehenden, geschlossenen Klangschale, wurde die melodiös-spirituelle Seite der Percussion präsentiert, mit Hilfe von jugendlichen Besuchern wurde gezeigt, dass das "Schlagen eines Taktes" die ursprüngliches Art des Musizierens ist. Mit Einspielungen aus Queens "We will rock you" oder "My heart skips a beat" von Olly Murs oder "I can't get no sleep" von Faithless sorgten bekannte Stücke ebenso Beifallsstürme wie eigene Arrangements.

Die Geigerin Anja Gerter setzte mit ihrer elektronisch verstärkten Violine bei vielen Stücken einen melodiösen Kontrapunkt zu den harten Rhythmen der Schlaginstrumente und steuerte klassische Momente ebenso bei wie furiose Soli, wo sie die treibende Kraft war und die Drum-Stars den zurückhaltenden Rahmen ablieferten. Das perfekte Zusammenspiel aller fünf Akteure kumulierte in den fulminanten Schlusspunkten "Lord of the dance", bei dem es die Gäste nicht mehr in ihren Sitzen hielt und der Balkon durch das Stampfen der Füße erbebte, und der bekannten Melodie aus "Fluch der Karibik". Der ausdauernde Applaus wurde mit zwei Zugaben belohnt, deren hämmernde Beats noch den Herzschlag der Gäste auf dem Heimweg bestimmten.

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