LKR Bad Kissingen

Bad Kissingen: Anleitung zum Waldbaden

Ab 2020 wird es im Landkreis Bad Kissingen eine Ausbildung geben, mit der die Teilnehmer zum Waldbaden anleiten können.
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Otmar Diez gibt Anleitungen zum Waldbaden. Foto: Jürgen Pfeiffer
Otmar Diez gibt Anleitungen zum Waldbaden. Foto: Jürgen Pfeiffer

Seit rund zwei Jahren gibt es den Gesundheitstrend - das Waldbaden. Zweifler mögen sich immer noch erstaunt zeigen, Therapeuten, Naturfreaks und vom Stress gebeutelte atmen auf: Waldbaden ist in der Gesellschaft angekommen.

In vielen Kur- und Fremdenverkehrseinrichtungen wird es sogar längst praktiziert. Im Landkreis Bad Kissingen gibt es ab 2020 eine Ausbildung, die die Teilnehmer zum Anleiten des Waldbadens befähigen soll. Dabei geht es um das Eintauchen in das grüne Paradies. Im Gegensatz zu Spaziergängen mit Freunden, Radeln oder Hund ausführen - das alles dient einem Zweck, ist Waldbaden nur um seiner selbst willen wichtig.

"Shirin Yoku" nennen die Japaner - sie haben das Waldbaden erfunden - Aufenthalt im Wald im Einklang mit Birke, Buche, Eiche, Buschwindröschen, Moosen und Flechten und was sonst noch so gedeiht im Wald oder im Park. In der Rhön bieten sich viele Wälder aber auch Parkanlagen für das Waldbaden an vorausgesetzt, man weiß, wie es geht. Zwei, die sich so gut auskennen und Trainer für Waldbaden sind, sind Otmar Diez von der Naturschule Diez in Sulzthal und seine Tochter Julia Erlwein. Ab April 2020 bieten sie eine Ausbildung zum Wald Erlebnis Trainer an und führen Interessierte in die Kunst des Waldbadens und darüber hinaus ein.

"Ziel ist, Motivation, Anregung und Werkzeuge mit an die Hand zu geben, um selbst im Bereich Waldbaden und der Umweltbildung aktiv zu sein", erklärt Otmar Diez. Angesprochen werden sollen Menschen aus Heil- und Lehrberufen, ErzieherInnen und LehrerInnen, Multiplikatoren an Schulen, Umwelteinrichtungen, Dozenten jeglicher Art aber auch an interessierten Laien die ganz neu in diese faszinierende Themenwelt einsteigen wollen.

Die Teilnehmer lernen die wichtigsten Pflanzen, Bäume, Sträucher, essbare Früchte und Grundlagen der Pilzkunde kennen. Und natürlich werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie Waldbaden praktiziert wird. "Wer will, kann das Wissen an andere Menschen weiter geben und sich mit einer solchen Ausbildung ein neues oder zweites Standbein aufbauen", ergänzt Diez.

"Herz" der Ausbildung ist ein Kartensystem über Pflanzen das die Teilnehmer erhalten und zur Unterstützung mit auf die Führungen nehmen können. Zudem lernen die zukünftigen Ausbilder, wie man eine Waldbaden-Veranstaltung planen kann, dazu gibt es einen extra Waldbaden-Werkzeugkasten. "Bei der Ausbildung gehen wir auch immer wieder auf die Organisation von Veranstaltungen für verschiedene Interessensgruppen wie Erwachsene, Kinder, Menschen mit Behinderung, Firmen oder Vereinen ein", sagt Diez. Die Ausbildung dauert zwölf Tage und kann auch an Wochenenden absolviert werden.

"Ein Zuschuss durch die Bildungsprämie ist möglich", erklärt Diez. Die Ausbildung in Theorie und Praxis findet im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach und in Maria-Bildhausen bei Münnerstadt statt.

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