Zeitlofs
Projekt

Zeitlofs: Meter um Meter ein neuer Radweg

Der Rhönexpress-Bahnradweg nimmt Gestalt an. Zeitgleich arbeiten verschiedene Firmen an der Strecke. Das Marketing entwickelt eine Studentin aus Würzburg.
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Zwischen Zeitlofs und Trübenbrunn arbeitet die Asphaltierungskolonne am neuen Radweg durch das Sinntal. Foto: Ulrike Müller
Zwischen Zeitlofs und Trübenbrunn arbeitet die Asphaltierungskolonne am neuen Radweg durch das Sinntal. Foto: Ulrike Müller
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Die Sonne knallt so richtig auf die Bauleute herab. "Vier bis fünf Liter, mindestens", erzählt Stefan Hegmann, was die Arbeiter am Tag trinken. Der Polier der Firma Stolz Bauwerksanierung ist für die Brücken zuständig. Sieben gibt es auf der Strecke von Altengronau bis Wildflecken. Drei davon - in Oberbach, Oberriedenberg und Riedenberg - sind quasi fertig. "Da fehlen nur die Geländer noch. Die sind in Arbeit", sagt Hegmann.

Nicht nur alte Gebäude, auch Bahnstrecken bieten mitunter manche Überraschungen. "Hier gab's fast keine Bestandspläne", erklärt der Polier. In Zeitlofs brachen die Bauarbeiter den Gehweg auf der Brücke auf, der Beton darunter war total kaputt. Die Brücken in Wernarz und am Hirschgraben in Rupboden bestehen nur aus Stahlträgern, über die die Schienen verlegt worden sind. Bei einem Radweg funktioniert das natürlich nicht. Nun müssen Fertigteile gegossen und mit einem Kran eingesetzt werden.

Noch viel heißer ist es einige hundert Meter weiter. Die Asphaltierungskolonne hat fast schon Trübenbrunn erreicht. Vor zwei Wochen fertigten die Arbeiter bereits den Abschnitt auf hessischer Seite. Seit Montag geht es nun stetig in Richtung Bad Brückenau voran. 140 bis 150 Grad Celsius ist der Asphalt heiß. Die mit der schwarzen Masse beladenen Lkw rangieren rückwärts auf der schmalen Trasse, bis sie die Fertigungsmaschine erreichen.

Drei Wochen lang werden die Arbeiter mit dem Asphaltieren beschäftigt sein. Wie weit sie dann sind? "Das kommt immer darauf an", sagt Ingo Peitz, Polier der Firma Strabag, die für den Radwegebau von Hessen bis Bad Brückenau zuständig ist. "Wir haben ganz schöne Wege zu fahren." Eine Bahnstrecke ist schließlich nicht so einfach zu erreichen wie die Baustelle einer Straßensanierung.


Radweg soll für alle sein

Wie es weitergeht, wenn der Radweg fertig ist, darüber macht sich Gertraud Kokula jetzt schon Gedanken. Die 24-Jährige studiert angewandte Humangeografie an der Universität Würzburg. Aktuell schreibt sie ihre Masterarbeit über den Rhönexpress-Bahnradweg. "Oft möchte man mit solchen Projekten Touristen herholen, um auch Geld in die Region zu bringen. Aber der Radweg ist auch für die Einheimischen gedacht", sagt sie.

Ihr Marketingkonzept gestaltet sie deshalb bewusst vielseitig. Nicht nur Radfahrer stehen im Fokus, sondern auch Inlineskater, Longboarder oder Familien, die mit Anhänger unterwegs sind. Der Radweg sei außerdem nicht nur im Sommer attraktiv. "Der Weg lässt sich über alle Jahreszeiten nutzen. Im Winter könnte man zum Beispiel Langlauf direkt vor der Haustür anbieten", beschreibt Kokula eine ihrer Ideen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass alle Gemeinden der Brückenauer Rhönallianz etwas von dem neuen Radweg haben sollen. Deshalb schlägt Kokula einzelne Rundtouren vor, die bereits bestehende Radstrecken einbeziehen. Kürzere und längere Strecken gibt es da. Auch thematische Schwerpunkte wie Natur, Landschaft oder Geologie kann sich die Studentin gut vorstellen. Die Arbeit wird voraussichtlich im November vorliegen. Sie wird von Dr. Ralf Klein vom Lehrstuhl für Geographie und Regionalforschung begleitet.


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