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Wirtschaft

Zeitlofs: Gibt's noch eine Chance?

Zwar ist die Rhön-Apotheke in Zeitlofs seit dem 1. Juli geschlossen, doch Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) will weiter kämpfen. Auch eine halbtags geöffnete Apotheke wäre ihm recht, aber das ist gegen die gesetzlichen Regelungen.
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Zeitlofs Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) und Apotheker Ralf Brauer stehen vor der geschlossenen Tür der Rhön-Apotheke. Foto: Leonie Schneider
Zeitlofs Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) und Apotheker Ralf Brauer stehen vor der geschlossenen Tür der Rhön-Apotheke. Foto: Leonie Schneider
Die Rollläden der Rhön-Apotheke in Zeitlofs sind zugezogen. Die Regale, in denen sich noch vor Kurzem alle möglichen Medikamente gestapelt haben, stehen nun leer. Ein dreiviertel Jahr lang hat Ralf Brauer zusammen mit seinen Mitarbeitern alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen neuen Apotheker für die kleine Niederlassung zu finden.

Der bisher dort angestellte Apotheker wird ein Medizinstudium beginnen, und da es vorgeschrieben ist, dass in jeder Apotheke während der Öffnungszeiten immer ein Apotheker anwesend sein muss, galt es, seine Stelle möglichst schnell neu zu besetzen.

Großteil der Mitarbeiter in Sterbfritz

Alle Bemühungen blieben letztendlich ohne Erfolg, so dass die Rhön-Apotheke nun seit dem 1. Juli geschlossen bleiben muss. Einen Großteil seiner Mitarbeiter kann Ralf Brauer weiter in der Löwenapotheke in Sterbfritz beschäftigen, die er ebenfalls leitet. Die übrigen haben bereits neue Jobs in Aussicht oder sogar schon angetreten.
Auch viele ehemalige Kunden der Rhön-Apotheke kommen nun nach Sterbfritz, um sich mit Medikamenten einzudecken. "Alle bedauern die Schließung sehr, ich natürlich auch", erzählt Brauer. "160 Jahre gab es eine Apotheke in Zeitlofs. Jetzt geht diese Ära zu Ende."

Auch der Zeitlofser Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) hat sich für das Weiterbestehen der Niederlassung eingesetzt und wird so schnell auch nicht aufgeben: "Die Apotheke war bei den Leuten sehr beliebt und von großer Bedeutung in Zeitlofs, besonders in Kombination mit dem Arzt im Ort. Deshalb werde ich jetzt bei anderen Apotheken in der Umgebung nachfragen, ob Interesse besteht, die Rhön-Apotheke zu übernehmen", sagt Friedrich.

Falls sich auch damit nichts bewirken lässt, sieht der Bürgermeister nur noch einen Grashalm, an den man sich klammern könnte: Eine von Ralf Brauers Mitarbeiterinnen ist Apothekerin, allerdings kann sie nur halbtags arbeiten, so dass die Apotheke nur bis 15 Uhr geöffnet werden könnte. Aus diesem Grund hat Brauer diese Option erst gar nicht in Betracht gezogen. Es gibt nämlich eine Regelung für Apotheken, die die Öffnungszeiten von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr festlegt. "Nur so kann gewährleistet werden, dass die Bevölkerung zuverlässig mit Medikamenten versorgt wird", erklärt Kathrin Perl von der Landesapothekerkammer.

Bürgermeister froh über Fahrservice

Ralf Brauer hält diese Vorgaben durchaus für sinnvoll: "Gerade weil immer mehr Online-Apotheken es ermöglichen, Medikamente ganz bequem von zu Hause und für wenig Geld zu bestellen, wird es schwieriger, die traditionellen Apotheken am Leben zu erhalten. Wenn man aber immer mit guter, persönlicher Beratung zur Verfügung steht, wenn man gebraucht wird, und nicht kreuz und quer öffnet, wann man Lust hat, kommen die Kunden auch gerne." Denn sie wüssten, dass ihnen geholfen werde, den ganzen Tag. Bürgermeister Wilhelm Friedrich wäre eine halbtags geöffnete Apotheke lieber als gar keine, allerdings stehen dabei die gesetzlichen Vorgaben noch im Weg.

Er hofft, durch die Nähe der Zeitlofser Apotheke zur Löwenapotheke in Sterbfritz eine Son derregelung erwirken zu können. Froh ist Wilhelm Friedrich aber zunächst darüber, dass der Fahrservice erhalten bleibt: "Die Lieferung von Medikamenten in die unterschiedlichen Ortsteile läuft weiterhin reibungslos, so kann die Versorgung trotz der Schließung sichergestellt werden."
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