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Zeitlofs: Er hat lange mit sich gerungen

Matthias Hauke bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters. Der bisher einzige Kandidat bringt viel Erfahrung mit - obwohl er der Jüngste im Gemeinderat ist.
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Matthias Hauke möchte Bürgermeister des Marktes Zeitlofs werden. Foto: Ulrike Müller
Matthias Hauke möchte Bürgermeister des Marktes Zeitlofs werden. Foto: Ulrike Müller

Das Außengelände muss noch gemacht werden, aber ja, das Haus steht. Innen ist alles eingerichtet, und das ist auch ein Grund dafür, warum Matthias Hauke sich dazu durchgerungen hat, seinen kommunalpolitischen Einsatz auszuweiten. Vergangenes Wochenende verbrachte er mit dem Gemeinderat im Schwarzwald. Alle zwei Jahre fährt Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) mit seinen Räten zu seinem Bruder, der schon das ist, was Wilhelm Friedrich im nächsten Jahr sein wird, nämlich Pensionär.

Aus diesem Grund hat Hauke sich Gedanken machen müssen, wie es weitergeht in seiner Heimatgemeinde. Und eigentlich wollte er nicht Bürgermeister werden. Der 34-Jährige steht an der Kaffeemaschine und lacht. "Vor einem Jahr hätte ich das wirklich nicht gemacht", sagt er. Kommandant der Feuerwehr ist er schon, auch als Wasserwart der Gemeinde ist er nahezu immer erreichbar. "Bürgermeister ist ein Fulltime-Job. Ich seh's ja beim Wilhelm", erzählt er, warum er so lange gezögert hat.

Als Gemeinderat gereift

In den vergangenen Monaten aber habe er viele Gespräche geführt. Zudem beschloss der Gemeinderat, in Zukunft einen hauptamtlichen Bürgermeister zu bestellen. "Ehrenamtlich hätte ich es nicht gemacht", stellt Hauke klar, und inzwischen ist zu spüren, dass nicht mehr nur die Arbeitsbelastung eines Bürgermeisters für ihn im Vordergrund steht. Er habe gemerkt, dass das Amt auch Spaß machen könne, sagt er. Eingearbeitet in die kommunalpolitischen Themen ist er als Gemeinderat jedenfalls schon.

Die Tatsache, dass sich überhaupt jemand gefunden hat, der sich vorstellen kann, auf Wilhelm Friedrich zu folgen, hat im Markt große Freude ausgelöst. "Er ist seit zwölf Jahren im Gemeinderat. Er kennt die Strukturen, er kennt die Menschen durch seine Arbeit", schwärmt der Noch-Bürgermeister und bescheinigt dem jungen Mann, sehr wohl das "geistige Rüstzeug und auch die Flexibilität" für das Amt mitzubringen. Zweiter Bürgermeister Roland Limpert (CSU/FB) ist in ähnlicher Weise von Matthias Hauke überzeugt: "Er ist in zwei Perioden im Gemeinderat gereift und hat als Kommandant der Feuerwehr Führungskraft bewiesen."

Nur noch eine Liste

Kommunalpolitisch deuten sich erhebliche Veränderungen an. Aller Voraussicht nach wird nur noch eine Liste mit 28 Kandidaten für den Gemeinderat zur Wahl stehen. Erster und Zweiter Bürgermeister haben sich gemeinsam dafür eingesetzt, die kommunalpolitischen Gruppierungen zu bündeln. Am 24. November soll Matthias Hauke von der Liste "Gemeinsam für den Markt Zeitlofs" als Kandidat für die Bürgermeisterwahl offiziell nominiert werden. Ein Gegenkandidat ist bisher nicht in Sicht.

Ob er es bei der Kommunalwahl auch als Kreisrat versuchen werde, hat Hauke noch nicht entschieden. Roland Limpert, der der PWG-Fraktion im Kreisrat seit 2008 angehört, hat bereits angekündigt, sich erneut aufstellen zu lassen. Dass sich Hauke überhaupt keiner Partei oder politischen Gruppierung zugehörig fühlt, sieht er eher als Vorteil. Es sei gut, dass in der Zeitlofser Gemeindepolitik jeder "so entscheidet, wie man fühlt und denkt", sagt er.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass Hauke überlegt hatte, als Gemeinderat hinzuwerfen. Der Widerstand der Bürger gegen den Windpark im Roßbacher Forst sei in Teilen "sehr unsachlich und persönlich" erfolgt. "Damals war ich sehr angefressen", erinnert er sich. Die Initiative habe sich im Nachgang für das Verhalten einzelner Bürger entschuldigt. Als Bürgermeister würde Matthias Hauke wohl öfter Gegenwind zu spüren bekommen. "Da muss ich sicher noch lernen", sagt er nachdenklich.

Wird Hauke gewählt, so wird es auch seine Aufgabe sein, den Bürgern zu vermitteln, dass der Markt nicht auf Dauer zwei Kindgärten wird halten können. "Zwei Gebäude kosten auch doppelt so viel. Das muss jedem klar sein", sagt er schon jetzt. Dass er als Jüngster im Gemeinderat demnächst das Sagen haben könnte, scheint ihn indes nicht zu stören. "Ich bin mir sicher, dass ich mich auf den Gemeinderat verlassen kann", sagt er im Hinblick auf die Kandidaten, die sich für den neuen Gemeinderat zur Verfügung stellen möchten. Entschieden freilich ist noch nichts.

Zur Person:

Werdegang Matthias Hauke stammt aus einer Zeitlofser Familie. Der 34-Jährige lernte zunächst Informationselektroniker bei der Firma Knüttel in Bad Brückenau. Dort war er insgesamt neun Jahre. Seit dem Jahr 2011 ist er beim Markt Zeitlofs angestellt. Berufsbegleitend machte er die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik und arbeitet seither als Wasserwart der Gemeinde. Hauke ist Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zeitlofs, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft und seit drei Jahren mit Sandra Hauke verheiratet.

Kommunalpolitik Seit 2008 gehört Matthias Hauke zum Gemeinderat. Er gehört keiner Partei an und ließ sich für die Freie Wählergemeinschaft Einheitsgemeinde Zeitlofs (FWG) aufstellen. Des Weiteren ist noch die Listenverbindung aus CSU und Freien Bürger im aktuellen Gemeinderat vertreten. Für die anstehende Kommunalwahl schließen sich alle Parteien und Wählergruppen zur Liste Gemeinsam für den Markt Zeitlofs zusammen. Aller Voraussicht nach wird Matthias Hauke Ende November als Kandidat für das Bürgermeisteramt nominiert.

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