Zeitlofs
Geburtstag

Zeitlofs: Bürgermeister Wilhelm Friedrich wird 65 Jahre alt

Nach vier Amtszeiten strebt der Zeitlofser Bürgermeister kommendes Jahr seinen Ruhestand an. Am Dienstag feiert er seinen 65. Geburtstag.
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Ein Herzensprojekt: Als Ruheständler kann sich Bürgermeister Wilhelm Friedrich vorstellen, Führungen an der unvollendeten Autobahn "Strecke 46" zu halten. Foto: Ulrike Müller
Ein Herzensprojekt: Als Ruheständler kann sich Bürgermeister Wilhelm Friedrich vorstellen, Führungen an der unvollendeten Autobahn "Strecke 46" zu halten. Foto: Ulrike Müller
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Seinen 65. Geburtstag feiert Wilhelm Friedrich (CSU) noch als Bürgermeister des Marktes Zeitlofs. Im nächsten Jahr möchte der Dienstälteste der Bürgermeister im Landkreis Bad Kissingen dann schon seinen Ruhestand genießen. Reisen und viel anschauen wolle er gerne, sagt er. Seinen Vereinen bleibe er treu - und dem Radfahren. "So lange ich noch richtig strampeln kann, werde ich kein E-Bike fahren."

Der Rückzug nach vier Amtszeiten kam mit Ankündigung. Im Jahr 1990 trat Friedrich in den Gemeinderat ein, wurde sechs Jahre später zum Bürgermeister gewählt. Dreimal wählten die Zeitlofser ihn wieder. Bei der letzten Kommunalwahl vor sechs Jahren war eigentlich schon klar, dass es seine letzte Amtszeit sein würde. "Man sollte erkennen, dass man nach einer gewissen Zeit aufhören sollte", sagt Friedrich. Er möchte die Aufgabe nun in jüngere Hände legen.

Abbau der Schulden

Stolz ist Friedrich auf den Radweg "und darauf, dass wir so wenig Arbeitslosigkeit haben". Dass die Pro-Kopf-Verschuldung inzwischen nur noch 455 Euro betrage, sei ebenfalls ein Erfolg. Aber: Das sei für die Gemeinde kein Grund zum Jubeln, stellt der Bürgermeister klar. Der Ausbau der Wasserversorgung in Detter und Weißenbach werde knapp fünf Millionen Euro kosten. Auch etliche Straßenarbeiten stünden an, so dass die Gemeinde vermutlich nicht um eine neue Kreditaufnahme herumkomme.

Den größten Erfolg seiner Amtszeit sieht Wilhelm Friedrich aber weder im Radweg noch darin, dass die Grundschule bald mit sehr hohen Fördersätzen generalsaniert wird. Es sei vielmehr das Gemeinschaftsgefühl, "dass der Ort so zusammengewachsen ist!", das für ihn zähle. Deshalb befürwortet er es auch, dass ein zukünftiger Kindergarten für alle Ortsteile in Rupboden gebaut werden könnte. Schon jetzt stelle sich die Frage, ob sich die kleine Gemeinde auf Dauer zwei Einrichtungen werde leisten können.

Auch Rückschläge blieben nicht aus

Wo Licht ist, fällt auch Schatten. Und so bedauert der Bürgermeister, dass es nicht gelungen ist, ein weiteres Gewerbegebiet auszuweisen. In Detter gebe es zwar eine dafür vorgesehene Fläche, die Anbindung zur Autobahn sei aber schlicht zu weit, sagt er. Auch dass er den Windpark im Rossbacher Forst nicht für die Gemeinde durchbringen konnte, findet er schade. Die Auseinandersetzung um die Abwasserentsorgung in Detter vor etlichen Jahren hat sich ihm ebenfalls in die Seele gebrannt.

Und dann ist da noch die Thermalquelle, die im westlichen Teil von Zeitlofs liegt. 21,3 Grad Celsius sei das Wasser warm, sagt Friedrich. Die Quelle speise sich aus einer Tiefe von 554 Metern, genau wie der Georgi-Sprudel in Bad Brückenau. "Da tut mir das Herz weh, dass wir da nicht weitergekommen sind. Investoren hatten wir immer", berichtet der Bürgermeister. Die Quelle liege auf Privatgrund. Eine Verwirklichung habe unter anderem der Naturschutz erschwert.

Schwierige Suche nach Nachfolger

Wer im nächsten Jahr im Rathaus das Regiment führt, ist offen. Nach wie vor ist noch kein Nachfolger in Sicht. Auch Zweiter Bürgermeister Roland Limpert (FB) möchte nächstes Jahr nicht mehr als Gemeinderat kandidieren. Er nennt berufliche Gründe für seine Entscheidung. "Ich versuche, noch einmal in den Kreistag zu kommen für unsere Region", kündigt er aber an.

Bisher ist das Bürgermeisteramt in Zeitlofs ehrenamtlich. In einer der nächsten Sitzungen möchte Friedrich den Gemeinderäten die Frage vorlegen, ob sein Nachfolger nicht hauptamtlich angestellt werden sollte. "Aus der Erfahrung heraus muss ich sagen, der Job verlangt es einem ab."

Und wenn sich niemand findet? Würde Wilhelm Friedrich dann doch noch eine Amtszeit dranhängen? "Macht das Sinn?", fragt der Bürgermeister zurück. Es sollte sich schon jemand bereiterklären, fügt er an. Schließlich sei der Beruf "hochinteressant, auch schwierig. Aber für mich der tollste Beruf, den ich je machen konnte."

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