Bischofsheim
Natur

World Ranger Day auf dem Heidelstein

Mit dem World Ranger Day sollte auf die wichtige Arbeit der Ranger für den Schutz des Natur- und Kulturerbes auf der ganzen Erde aufmerksam gemacht werden.
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Uwe Steigemann hatte zum World Ranger Day einen präparierten Rotmilan  mitgebracht, den die  Kinder gerne gestreichelt haben.Marion Eckert
Uwe Steigemann hatte zum World Ranger Day einen präparierten Rotmilan mitgebracht, den die Kinder gerne gestreichelt haben.Marion Eckert
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Der Parkplatz an der Schornhecke war am World Ranger Day im Biosphärenreservat Rhön Anlaufstelle für alle, die sich für ihre Arbeit interessieren. Zum ersten Mal haben sich die Ranger aus den Hessen, Bayern und Thüringen zusammen getan, um diesen Tag zu organisieren. Gleichzeitig feierten die Ranger der Hessischen Rhön in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

Während in der Hessischen Rhön derzeit sechs Ranger beschäftigt sind, übernehmen in der bayerischen Rhön Uwe Steigemann und Maik Prozeller diese Aufgabe. Die unterschiedliche Personalstärke hänge mit unterschiedlichen Strukturen und Aufgabengebieten zusammen, erklärte Martin Kremer, der stellvertretende Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, der für die Einteilung der hessischen Ranger zuständig ist. So gehöre in Hessen die Umweltbildung zu den Kernaufgaben der Ranger, was in der bayerischen Rhön vom Verein Naturpark und Biosphärenreservat übernommen werde. Dennoch werde auch auf bayerischer Seite in absehbarer Zeit das Kontingent aufgestockt. Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle, sprach von zwei weiteren Stellen, die heuer noch geschaffen werden sollen, allerdings über den Verein.

In Hessen nahmen 1994 vier Ranger ihre Arbeit im Biosphärenreservat auf. Ein Jahr später wurde auf bayerischer Seite Uwe Steigemann der erste Ranger. Michael Geier betonte, dass die Ranger-Tradition in Bayern allerdings noch viel weiter zurück reiche. Jürgen Holzhausen habe bereits 1983 als Ranger im Naturschutzgebiet Lange Rhön gearbeitet, damals jedoch für die Wildbiologische Gesellschaft. Uwe Steigemann bekam im Jahr 2007 mit Josef Wehner einen Kollegen, der mittlerweile im Ruhestand ist, und dessen Nachfolge Maik Prozeller angetreten hat.

Die Hauptaufgabe der Ranger in der Bayerischen Rhön sei die Gebietsüberwachung der Langen Rhön, erklärte Michael Geier. Dazu gehöre die Verkehrsüberwachung auf der Hochrhönstraße ebenso wie die Einhaltung der Naturschutzverordnung . "Das Geschäft ist nicht einfach", berichtete Michael Geier, immer wieder sei es nötig, zu erklären, warum Hunde auf den schönen Rhöner Wiesen der Langen Rhön nicht frei laufen dürfen. Oder warum Mountainbiker nicht jeden Weg nutzen dürfen oder warum Schneeschuhwanderer nicht einfach querfeldein marschieren können.

Aber auch Wanderer mit einer 40 Jahre alten Wanderkarte seien in Zeiten von GPS und Smartphones noch anzutreffen, die sich dann wundern, wenn sie auf einem nicht mehr vorhanden Weg marschieren. "Die Aufgaben der Information und Überwachung sind vielfältig und unerlässlich", betonte Geier. Während der Besucherkontakt schwerpunktmäßig am Wochenende stattfinde, seien Artenschutzprojekte, der Schutz der Biotope und Landschaftspflege weitere Tätigkeiten der Ranger.

Uwe Steigemann hatte einen präparierten Rotmilan und eine junge präparierte Kreuzotter mitgebracht und kam schnell mit den Besuchern ins Gespräch, die ihm jede Menge Fragen stellten. So erklärte Uwe Steigemannn, dass der Biss der Kreuzotter zwar giftig sei, doch normalerweise nicht lebensgefährlich. Gut zu erkennen sei sie an dem charakteristischen Kreuzmuster auf auf ihrem Rücken. "Kreuzottern sind äußerst scheu und gehen Menschen aus dem Weg. Spürt eine Kreuzotter die Erschütterung der Schritte eines sich nähernden Wanderers, so zieht sie sich lautlos ins Unterholz zurück und bleibt somit meist unbemerkt", erklärte Steigemann, riet aber dennoch zu festem Schuhwerk, so dass ein Biss keinen Schaden anrichten könne.

Fuldas Landrat Bernd Woide dankte den Rangern für ihre Arbeit und bezeichnete sie als "Bindeglied zwischen den Menschen und der Natur". Die Ranger seien die "Gesichter der Rhön". Mit dabei waren auch die Junior Ranger aus der hessischen Rhön. Auf bayerischer Seite gibt es derzeit keine Kinder- oder Jugendgruppe, sagte Steigemann allerdings sei geplant, auch hier wieder aktiv zu werden.

Der  World Ranger Day ist auch der Tag an dem vor allem jener Ranger gedacht wird, die bei ihrer Arbeit verletzt oder sogar getötet wurden. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF verlieren jährlich mehr als 100 Ranger im Einsatz ihr Leben. Vor allem in Afrika ist der Beruf wegen der Wilderer gefährlich - hier gehören Schusswaffen zur Dienstausrüstung.

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