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Bad Brückenau
Naturerlebnis

Wolfsgeheule im Stadtwald

Auf Walderkundung gingen die "Funky Fruits", der Nachwuchs des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Bad Brückenau, im Februar.
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Auf Walderkundung gingen die  "Funky Fruits" - und sie staunten nicht wenig.  Foto: Britta Slowik
Auf Walderkundung gingen die "Funky Fruits" - und sie staunten nicht wenig. Foto: Britta Slowik

"Sind denn alle Hunde mit dem Wolf verwandt?", war nur eine von vielen Fragen, die auf Försterin Birgit Badde an diesem Nachmittag einprasselten. Ihre beiden mitgebrachten Hunde dienten als Anschauungsmaterial.

Das "junge Gemüse" des Brückenauer Obst- und Gartenbauvereins war erstaunt: Wie klein die Hundepfote von Baddes mittelgroßem Rüden doch im Vergleich zu einem originalen Gipsabdruck einer Wolfspfote ist.

Interessantes und Wissenswertes über den Wolf

Kaum war die Gruppe auf einer geschotterten Straße in den Wald aufgebrochen, durften die 21 Kinder auch schon den Weg verlassen und querfeldein den Stadtwald erkunden. Die erste Herausforderung war, den durch Bänder markierten Pfad im sehr steilen Waldhang nicht aus den Augen zu verlieren. An einer geeigneten Stelle erzählte Birgit Badde dann Interessantes und Wissenswertes über den Wolf und seine potenziellen Beutetiere. Ob Eichhörnchen, Reh, Wildschwein und Co hier Spuren hinterlassen hatten, sollten die Kinder anschließend selbst erkunden. Wahrscheinlich deuteten angeknabberte Zapfen auf Eichhörnchen hin, und auch eine Reh-Losung wurde gesichtet.Zwischendurch imitierten die Funky Fruits spontan und mit Begeisterung das Geheule eines Wolfsrudels. Das war bestimmt einige Meter weit zu hören. Antwort erhielten sie allerdings nicht...

Auch einen praktischen Trick, wie man ohne technische Hilfsmittel die Größe eines Baumes bestimmen kann, durften die Kinder selbst ausprobieren. Bei der sogenannten Stockpeilung benötigt man einen Ast in Armlänge. Dieser wird am unteren Ende gegriffen. Nun geht man so weit vom zu messenden Baum rückwärts, bis über der Stockspitze der Baumwipfel zu sehen ist. Die Entfernung vom Standpunkt bis zum Baum in Schritten gemessen entspricht in etwa der Höhe des Baumes in Metern.Natürlich waren die Spuren von Sturm Sabine im Wald sichtbar.

Nährstoffe und Lebensraum

Die Försterin erklärte, wie wichtig es für das ökologische Gleichgewicht im Wald ist, solche umgestürzten Bäume einfach liegen zu lassen. Das Totholz gibt dem Waldboden Nährstoffe zurück und dient gleichzeitig auch als Lebensraum für zahlreiche Tiere.Und ob es nun wirklich Wölfe in unseren Brückenauer Wäldern gibt? Es könnte tatsächlich sein. Im Neuwirtshäuser Forst ist eine Wolfsdame schon mehrmals in eine Fotofalle getappt.Bei einer Reviergröße von 250 Quadratkilometern ist es wahrscheinlich, dass sie auf einer ihrer Erkundungstouren auch mal durch den Stadtwald streift. Birgit Badde beruhigte aber die Gruppe. Da Wölfe sehr scheue Tiere seien und den Menschen meiden würden, würden sie für uns keine Gefahr darstellen. Sie selbst, bedauerte sie, habe trotz großer Anstrengung bei zwei längeren Aufenthalten in Polen, wo Wölfe verbreitet sind, nur Spuren gesichtet und Geheule gehört, aber noch nie einen Wolf in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen.

Die nächste Gruppenstunde findet am 21. März statt.

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