Wildflecken
Havarie

Wildflecken: Stromausfall legt Haushalte und Paul & Co lahm

Licht und Strom aus hieß es am Mittwochmorgen rund um den Kreuzberg. Das hatte gravierende Folgen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Licht und Strom aus hieß es am Mittwochmorgen rund um den Kreuzberg. Das hatte gravierende Folgen.Foto: Bernd Settnik/dpa
Licht und Strom aus hieß es am Mittwochmorgen rund um den Kreuzberg. Das hatte gravierende Folgen.Foto: Bernd Settnik/dpa

Ein Stromausfall hat am Mittwochmorgen etwa 1200 Haushalte rund um den Kreuzberg und die Produktion der Firma Paul & Co GmbH & Co. KG lahmgelegt. Wie Christian Martens, Sprecher des Stromversorgers Bayernwerk, auf Anfrage mitteilt, konnten in der Zeit zwischen 5.52 Uhr und 8.03 Uhr mehrere Verteilstationen wegen eines "Fehlers an einer 20000-Volt-Mittelspannungsleitung nicht versorgt" werden. Welcher Art dieser Fehler war, konnten die Techniker vor Ort an der Freileitung nicht endgültig klären.

Fakt ist aber, dass mehrere Gemeinden in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld frühmorgens ohne Strom waren. Martens nennt Wildflecken, insbesondere den Ortsteil Oberwildflecken, Bischofsheim mit Haselbach, die Gemeinde Sandberg mit Waldberg, Schmalwasser und Kilianshof sowie Kloster Kreuzberg. Eine Verteilstation habe laut Schadensbericht sogar erst um 9.53 Uhr ihren Betrieb wieder aufgenommen. Schätzungsweise 50 Haushalte blieben also volle vier Stunden unversorgt.

Hart und unvorbereitet traf der Stromausfall die Firma Paul & Co in Oberwildflecken. Thomas Schmöger, Prokurist des Produzenten von Hartpapierhülsen, spricht zwar von einem "Stromausfall von nur 50 Minuten". Doch dieser habe die gerade anlaufende Produktion unvermittelt gestoppt. Erst nach drei Stunden habe sie wie geplant ihren vollen Umfang erreicht. Die computerbasierten Maschinen mussten erst wieder anlaufen beziehungsweise hochfahren.

Sich auf einen solchen plötzlichen Totalausfall vorzubereiten, ist laut Thomas Schmöger unmöglich. Eigentlich werde das Werk in Oberwildflecken aus Sicherheitsgründen von zwei Orten aus mit Strom versorgt - von Wildflecken und von Bischofsheim aus. Doch offensichtlich waren beide Einspeisungspunkte ausgefallen. Und Batterien oder Notstromaggregate könnten nie soviel Energie bereitstellen, wie sie für einen so großen Betrieb nötig wären.

Den Stromausfall nennt Schmöger "mehr als ärgerlich". Zumal er nach dem Zusammenbruch an verschiedenen Standorten von Bayernwerk niemanden erreichte, der ihm Auskunft hätte erteilen können. Dazu kam, dass an diesem Tag die Brandmeldeanlage drei Mal auslöste, sich die Mitarbeiter also für längere Zeit zu den Sammelpunkten begeben mussten. Ob zwischen Stromausfall und Brandmeldungen ein Zusammenhang besteht, konnte Schmöger nicht sagen.

Der Prokurist spricht von "einem ordentlichen fünfstelligen Betrag, der an schaden entstanden ist". Zum einen, weil ein Produktionsausfall von drei Stunden entstanden sei. Zum anderen seien die gerade in den Maschinen bearbeiteten Werkstücke unbrauchbar und nur noch gut für den Abfall.

Vom Stromausfall nicht betroffen war die Rhön-Kaserne oberhalb von Wildflecken. Wie Walter Schmitt, für den Standort der Bundeswehr zuständiger Elektromeister auf Anfrage mitteilte, wird die Kaserne über eine direkte Leitung aus Bad Brückenau mit Strom versorgt.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren