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Wildflecken: Nachwuchs für die Wehr gesucht

Die Wildfleckener Feuerwehr nimmt vier neue Mitglieder für den aktiven Dienst auf. Atemschutzträger sollen sich den Bart rasieren.
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Gemeinsame Leistungsprüfungen für Wildfleckener und Oberbacher Feuerwehrleute wird es auch in Zukunft wieder geben. Foto:  Archiv/Sebastian Schmitt
Gemeinsame Leistungsprüfungen für Wildfleckener und Oberbacher Feuerwehrleute wird es auch in Zukunft wieder geben. Foto: Archiv/Sebastian Schmitt
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Die Wildfleckener Feuerwehr sucht auch weiterhin Nachwuchs für den aktiven Dienst. Kommandant Georg Helfrich berichtete über das umfangreiche Einsatz- und Übungsgeschehen. "Mein Sorgenkind bleibt die Mitgliederwerbung. Auch im vergangenen Jahr haben wir es nicht geschafft, die geplante Werbeaktion durchzuführen." Das liege vor allem daran, dass noch keine zündende Idee vorhanden sei. Nun sollen Wildfleckener Mitbürger persönlich angesprochen werden, um neue aktive Mitglieder zu gewinnen.

Aus dem Bereich Atemschutz berichtete Jürgen Köstler. Für heuer sind zwei Termine auf der Atemschutzübungsanlage in Oberthulba vereinbart. Köstler bat um rege Beteiligung bei den beiden Übungen. Als tolles und einmaliges Erlebnis bezeichnete Köstler den Übungstag im Brandhaus in Würzburg. Das war nur möglich, weil sich ehrenamtliche Ausbilder der Würzburger Feuerwehr und der staatlichen Feuerwehrschule zur Verfügung stellten. Grundsätzlich stellte Kommandant Georg Helfrich fest, dass die allgemeine Übungsbeteiligung zu wünschen übrig lasse.

Erneut sprach Helfrich seinen Wunsch aus, dass die Atemschutzgeräteträger auf Bartwuchs verzichten, weil diese mit Bart nicht einsatzbereit sind. Es sei undenkbar, dass sich die Atemschutzgeräteträger im Ernstfall noch schnell und hektisch während des Einsatzes rasieren müssen.

Schulungsraum ist wieder ein Schmuckstück

Anfang des Jahres wurde der Schulungsraum der Feuerwehr fertig gestellt. "Schallschutzdecke, Beleuchtung, Beamer-Leinwand, der neue Anstrich und die Grundreinigung der Böden machen ihn wieder zu einem Schmuckstück", sagte Helfrich. Nur die Beschallung sei noch unvollständig. Größere Reparaturen und Investitionen stehen in den kommenden Jahren in und am Feuerwehrhaus an, sagte der Kommandant.

Aus energetischer Sicht müsse die Heizungsanlage in der Fahrzeughalle ausgetauscht werden. Weiterhin erhebliche Probleme haben die Wehrleute mit dem Zustand der Tore am Feuerwehrhaus. Trotz der Reparatur von abgerosteten Halterungen bei den Bodenschienen durch den Bauhof seien diese teilweise schon wieder abgerissen, sodass einige Tore nur schwer zu schließen seien.

Aus dem Feuerwehrverein berichtete Vorsitzender Harry Schäfer. Die Feuerwehr bereitet zum Beispiel das Lindenfest vor und ist maßgeblich bei der Wildfleckener Kirchweih als Veranstalter beteiligt. Diese beiden Feste werden gemeinsam mit dem Wildfleckener Musikzug auf die Beine gestellt. Auch in diesem Jahr soll es wieder ein Lindenfest geben, welches die kleine Nachfolgeveranstaltung des ehemaligen Wilden Sommers ist.

Für 2019 ist die Beschaffung einer Spülmaschine und eines LED-Fernsehers für die Alarmierung geplant. Im April oder Mai dieses Jahres wird wieder eine gemeinsame Leistungsprüfung "Gruppe im Löscheinsatz" in Oberbach organisiert. Hierbei kooperiert die Wildfleckener Wehr seit einiger Zeit mit den Kameraden aus Oberbach.

Neuer Schriftführer gewählt

Benjamin Graf, Andreas Breitenbach, Jan Kerzinger und Michael Kehm wurden als neue Mitglieder in der Wildfleckener Feuerwehr aufgenommen. Weil Jule Frank als bisherige Schriftführerin wegen Umzugs aus der Wildfleckener Feuerwehr ausscheidet, musste dieses Amt neu besetzt werden. Daniel Kleinheinz stellte sich zur Wahl und wurde einstimmig gewählt. Die Vertrauensleute Sandra Kleinheinz, Tobias Fröhlich, Manfred Müller und Jochen Gundelach machen allesamt weiter und wurden einstimmig von der Versammlung wiedergewählt.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Wildfleckener Feuerwehr wurden Jürgen Peterek und Jürgen Köstler geehrt. 50 Jahre sind Wilmar Kleinheinz und Hubert Weigand dabei. Walter Vorndran blickt auf 55 Jahre bei der Feuerwehr zurück. Und insgesamt sechs Jahrzehnte in der Feuerwehr sind: Alfred Kleinhenz, Alfons Kirchner und Peter Zahn. "Das zeichnet unsere Feuerwehr aus, dass unsere Mitglieder so lange bei uns bleiben und so lange wie möglich im aktiven Dienst stehen", so Kommandant Helfrich.

"Das Ehrenamt ist unverzichtbar für die Dorfgemeinschaft", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). "Die Zusammenarbeit der Feuerwehren in den drei Ortsteilen wird immer besser", lobte der Rathauschef. Zum Thema Feuerwehrhaus sagte Kleinhenz, dass auf lange Sicht Investitionen in das Gebäude unverzichtbar seien. Allerdings lasse die Haushaltslage der Kommune kurzfristig keine allzu großen Sprünge zu.

Kreisbrandinspektor Marco Brust dankte den Wildfleckenern für das große Engagement. "Heutzutage wird die 112 viel schneller gewählt als früher", so Brust. Daher werde die Feuerwehr auch immer öfter zu technischen Hilfeleistungen gerufen. Kreisbrandmeister Wolfgang Kenner machte Mut, dass es auch in Wildflecken gelingen kann, neue Mitglieder für die Wehr zu gewinnen, die sich in jungen Jahren noch nicht für den Feuerwehrdienst begeistern konnten. Pfarrer Mariusz Dolny sprach seine Anerkennung für den freiwilligen Feuerwehrdienst aus. "Das ist nicht selbstverständlich heutzutage. Es ist aktiver Dienst am Nächsten."

80 Mitglieder zählt die Wildfleckener Feuerwehr. 33 sind im aktiven Dienst tätig.

27 Einsätze leistet die Wildfleckener Feuerwehr im zurückliegenden Jahr. Sie dauerten 353 Stunden.

805 Stunden brachte die Wildfleckener Wehr im Jahr 2018 für Ausbildung, Übung und Vorbereitung auf.

3467 Kilometer war die Wildfleckener Wehr vergangenes Jahr mit ihren Fahrzeugen unterwegs.

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