Haselbach in der Rhön
Nachruf

Weißer Häuptling Fritz Pawelzik gestorben

 Fritz Pawelzik starb mit 87 Jahren. Die Rhön war seine zweite Heimat.
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Fritz Pawelzik, auch bekannt als Nana Kofu Marfu II, der weiße Häuptling der Aschanti, hat seine letzte Reise angetreten, er starb Ende Januar.  Foto: Marion Eckert/ Archiv
Fritz Pawelzik, auch bekannt als Nana Kofu Marfu II, der weiße Häuptling der Aschanti, hat seine letzte Reise angetreten, er starb Ende Januar. Foto: Marion Eckert/ Archiv
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Im Alter von 87 Jahren hat Nana Kofu Marfu II - Fritz Pawelzik - seine letzte Reise angetreten. Der weiße Häuptling der Aschanti starb am 29. Januar. In Ghana wurde der ehemalige Kumpel vom Stamm der Aschanti zum Häuptling ernannt.

Die Rhön war ihm zur zweiten Heimat geworden, in der Christlichen Tagungsstätte Hohe Rhön gastierte er sehr oft. Viele Rhöner kannten ihn vom Missio-Camp, haben seine Bücher gelesen und Jahr für Jahr seinen packenden und lebendigen Vorträgen gelauscht.

Die Zeiträume-Veranstaltung - Missio-Camp unter dem Jahr - bot Gelegenheit, Fritz Pawelzik zu erinnern und zu gedenken. "Traurig, aber getröstet, nehmen wir Abschied. Wir sind dankbar für alle Begegnungen mit einem ganz besonderen Menschen, einem guten Kumpel, einem treuen Schalke-Fan, einem unermüdlichen Missionar und Evangelist, einem Vorbild im Glauben, einem offenen Zeitzeugen, beeindruckenden Lebenskünstler, liebenden Vater und Freund", betonten Anke und Stefan Schroth.

Viele Segensspuren habe Fritz Pawelzik hinterlassen. Mit seiner originellen Art habe er das Missio-Camp mitgeprägt und begleitet. Predigten von ihm sind über die Homepage der Gästehäuser http://hohe-rhoen.jimdo.com anzuhören.

CVJM-Arbeit in Afrika

Am 9. Januar erschien sein Buch "Martin der Massai", in dem er ein buntes Bündel erlebter Geschichten (34 an der Zahl) mit Herz, Humor und Hintersinn erzählt. Wer Fritz Pawelzik kannte, schätzte ihn als begnadeten Erzähler.

In seinem Buch geht es um seine an Überraschungen reiche CVJM-Arbeit in Afrika und um skurrile Urwaldabenteuer, um sein Kraxeln in den Schweizer Alpen und um ihn als Rollstuhlfahrer im Segelflugzeug auf der Wasserkuppe, um seinen Draht zur Jugend ebenso wie um sein frisch-fröhliches Evangelisieren vor der versammelten Prominenz einer deutschen Landeshauptstadt und um manch anderes mehr. Ein Text beeindruckte besonders: seine Vorstellung von der Ewigkeit. Hanna Schroth, die Tochter von Anke und Stefan Schroth, las die Zeilen und berührte damit die Herzen der Menschen. Die Vorstellung, dass Fritz Pawelzik nun bei Gott zu Hause ist, dass er in seiner Hand ruht und die Menschen, die ihn mochten, schätzen und kannten dennoch weiterhin mit ihm im Glauben verbunden sind, tröstete und ließ dennoch so manche Träne kullern.

Als Bergmann malocht

1927 geboren, im "Ruhrpott" aufgewachsen. Nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft Bekehrung zum christlichen Glauben. Sieben Jahre als Bergmann malocht. Dann lange für den CVJM in Afrika tätig und mit dem Herzen dort geblieben - dieser Mann war ein Original und wird in den Herzen der Rhöner und Missio-Campler unvergessen bleiben. Passend zum Anlass war dann das Thema der Zeiträume-Veranstaltung mit Christina Brudereck unter dem Motto: "Zuhause in Gott. In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen." Sie sprach über Gottes Verheißungen für die Ewigkeit. "Aus Gottes Hand können wir niemals herausfallen, wir sind in ihm, die Welt ist in ihm in Ewigkeit."
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