Bad Brückenau
Stadtrat

Volkers: Entscheidung für Neubau stockt

Die Entscheidung über die Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses in Volkers wird erneut zurückgestellt. Die PWG-Fraktion schlägt einen neuen Standort vor. Unter den Kameraden der Volkerser Wehr wächst der Unmut.
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Der Frust ist bei den Feuerwehrlern groß: Kommandant Christian Kötzner (Mitte), sein Stellvertreter Werner Reißer (links) und Atemschutzgeräteträger Björn Geißler kritisieren die Entscheidung. Foto: Ulrike Müller
Der Frust ist bei den Feuerwehrlern groß: Kommandant Christian Kötzner (Mitte), sein Stellvertreter Werner Reißer (links) und Atemschutzgeräteträger Björn Geißler kritisieren die Entscheidung. Foto: Ulrike Müller
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Fast hätte die Sitzung des Stadtrates am Dienstag nicht stattgefunden. Die Ladung sei nicht fristgerecht zugestellt worden, monierte Birgit Poeck-Kleinhenz (PWG) und zweifelte die Rechtmäßigkeit der Zusammenkunft an. Hintergrund seien Verzögerungen bei der Deutschen Post gewesen, erklärt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Nach längerer Diskussion führten die Räte das Treffen fort. Die fast 30 Zuhörer, viele davon von der Volkerser Wehr, hätten sonst nach Hause gehen müssen.

Auf Bitte des Stadtrats hatte Architekt Stefan Richter die Kosten für einen Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Volkers nochmals überarbeitet. Der Kostenvorschlag, den er nun den Räten vorstellte, liegt mehr als 300.000 Euro unter der Summe, die noch im September im Raum stand. Die Pläne seien "noch kompakter" und würden eine noch "wirtschaftlichere Bauweise" zugrunde legen. Entgegen der ursprünglichen Pläne ist das Gebäude nun auf dem hinteren Bereich des Geländes geplant.

Neuer Standort vorgeschlagen

Nach den Ausführungen des Architekten gab die Bürgermeisterin das Wort an Georg Zeitz (PWG). Die PWG hatte bei einem eigenen Treffen mit Ortssprecherin Heike Kötzner (CSU) und der Feuerwehr einen eigenen Vorschlag entwickelt. Demnach würde Georg Zeitz auf seinem Gelände in der Hauptstraße das Feuerwehrhaus bauen und an die Stadt vermieten.

Als erstes machte Zeitz klar, dass diese Idee nicht von ihm stamme. Er habe vielmehr eine städtische Wiese vorgeschlagen, denn "die Zufahrt über den Brückenauer Weg ist unmöglich", kritisierte er den Standort neben dem neu gebauten Kindergarten. Fraktionssprecher Dirk Stumpe erklärte, dass die Wiese ungeeignet sei. Unabhängig davon gehe der Bau durch einen Privatmann schneller, weil der Abriss des alten Kindergartens entfiele und auch die Zeit für die Ausschreibungen der Aufträge wegfallen würde.

Die Ortssprecherin von Volkers, Heike Kötzner, ließ die Kritik gelten, dass die Zufahrt im Brückenauer Weg schwierig sei. Sie gehe aber davon aus, dass die Bürger Rücksicht auf ausrückende Feuerwehrfahrzeuge nehmen würden. Eine wesentliche Zeitersparnis durch den neuen Vorschlag sah sie nicht.

Kommandant ist dagegen

Auch der Kommandant der Volkerser Wehr, Christian Kötzner, stellte sich gegen den Vorschlag. "Es ist bei uns ein Punkt erreicht, der ist unter Null", beschrieb er den Unmut. Bereits vor vier Jahren habe er den Erstantrag auf Bau eines Feuerwehrhauses gestellt. "Fangen wir wieder bei Null an oder nehmen wir den Ball, der rollt?", fragte er und sprach sich dafür aus, an den Plänen festzuhalten.

In der Folge gab es eine heftige Diskussion, während der die Bürgermeisterin den Räten mehrmals Einhalt gebot. Sie schlug vor, die Entscheidung zurückzustellen, bis Zeitz die nötigen Zahlen liefern könne. Eine Sondersitzung des Stadtrats in Volkers solle so bald wie möglich abgehalten werden. Doch die Räte bestanden auf der Fortführung der Debatte.

"Ich bin schon sehr erstaunt", äußerte sich Feuerwehrreferent Manfred Kaiser (CSU). Die Standortfrage sei bereits im Jahr 2017 geklärt worden. Schließlich handele es sich bei der Volkerser Wehr nicht um die Feuerwehr Frankfurt, die minütlich ausrücke. Aus Sicht der SPD-Fraktion ist ein Neubau auf städtischem Grund klar der Mietoption vorzuziehen. Erst kürzlich habe sich der Stadtrat doch genau aus diesem Grund gegen einen Umzug der Bibliothek entschieden. Und Hartmut Bös (parteilos) sah die versprochene Zeitersparnis als unrealistisch an. Zuletzt nahm der Stadtrat doch den Vorschlag der Bürgermeisterin an und entschied mit 12:5 Stimmen, dass zunächst das Angebot von Georg Zeitz genauer geprüft wird.

Am Morgen nach der Entscheidung war der Unmut bei den Feuerwehrlern noch immer groß. "Der Frust sitzt tief", sagte Christian Kötzner. Michael Krug, federführender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau, ergänzte: "Ich bin schwer enttäuscht von der Verwaltung".

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