Bad Brückenau
Glaube

Vater und Tochter im Dienste der Kirche

Bad Brückenaus evangelischer Pfarrer Gerd Kirchner bekommt tatkräftige Unterstützung. Bei einem Festgottesdienst in der Friedenskirche wurde dessen Tochter Maja als neue Prädikantin in ihr Amt eingeführt.
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Maja Kirchner (Bildmitte) ist neue Prädikantin bei der evangelischen Kirchengemeinde Bad Brückenau. Im Beisein der Patinnen und ihres Vaters Gerd Kirchner (ganz rechts) wurde die 29-Jährige von Dekan Till Roth (2. von rechts) mit dem symbolischen Handauflegen in ihr Amt eingeführt. Foto: Rolf Pralle
Maja Kirchner (Bildmitte) ist neue Prädikantin bei der evangelischen Kirchengemeinde Bad Brückenau. Im Beisein der Patinnen und ihres Vaters Gerd Kirchner (ganz rechts) wurde die 29-Jährige von Dekan Till Roth (2. von rechts) mit dem symbolischen Handauflegen in ihr Amt eingeführt. Foto: Rolf Pralle

"Maja Kirchner ist der Gemeinde ja gut bekannt", meinte Dekan Till Roth aus Lohr zu Beginn seiner Ansprache. Schon von klein auf habe die heute 29-Jährige am kirchlichen Leben teilgenommen und sich später dann auch aktiv in die Gruppenarbeit eingebracht. Der Geistliche ließ einige Stationen aus der Vita der hauptberuflichen Lehrerin, die Deutsch und Religion in Altengronau unterrichtet, Revue passieren. Dabei kamen unter anderem die prägenden Auslandsaufenthalte zur Sprache, bei denen Maja Kirchner viele neue Formen von christlichen Gemeinschaften kennenlernen konnte.

Roth erläuterte den Gottesdienstbesuchern in einigen markanten Sätzen die Aufgaben, die das Amt einer Prädikantin mit sich bringt. So darf Maja Kirchner nach ihrer Ausbildung jetzt eigene Predigten verfassen sowie kundtun und sogar völlig selbstständig das Abendmahl mit den Gläubigen feiern. Bis dahin sei es aber ein weiter Weg gewesen, der neben intensivem Engagement auf unterschiedlichen Feldern auch viel Zeitaufwand beansprucht habe, so der Dekan. Und nicht zuletzt hätten alle Beteiligten in der Abfolge gewisse Formalitäten einhalten müssen, bevor die Berufung in die öffentliche Wortverkündung erfolgte.

Prädikantinnen sind laut Roth heute wichtige Bausteine im Gemeindeleben der Landeskirche und keineswegs nur Lückenfüller in jenen Regionen, wo Pfarrermangel herrscht. Denn auch außerhalb der Gottesdienste oder anderer Veranstaltungen fungieren sie als kompetente Ansprechpartnerinnen, beispielsweise wenn ein Christ im Rahmen der Seelsorge den individuellen Dialog sucht.

Zur eigentlichen Zeremonie von Maja Kirchners Beauftragung versammelten sich neben deren Vater Gerd und dem evangelischen Dekan auch die Patinnen der neuen Prädikantin vor dem Altar der Friedenskirche. Alle versprachen der 29-Jährigen die volle Unterstützung bei der Bewältigung der künftigen Aufgaben.

Erfahrung bringt die Pfarrerstochter nicht nur durch das christlich geprägte Elternhaus mit. So konnte sie beispielsweise "wichtige Erkenntnisse für das Leben" bei ihren ehrenamtlichen Einsätzen im Helferkreis Kirchenasyl, im Förderkreis Städtepartnerschaft und bei der Arbeit im Weltladen sammeln. "Ich möchte erreichen, dass der Mensch und seine Beziehung zu Gott im Mittelpunkt stehen", umreißt Maja Kirchner ihr Credo im Gespräch mit dieser Zeitung. "In meiner Heimat will ich einen Beitrag zu einer Gesellschaft leisten, die sich an christlichen Werten orientiert". Nach Meinung der Religionslehrerin können Kirchen und Gemeinden nur bestehen, "indem sie ein tragendes und lebendiges Netzwerk des Glaubens zulassen".

Ihre Predigten, so kündigte die neue Prädikantin an, wolle sie stets lebensnah gestalten. Dazu sei es in erster Linie notwendig, die theologischen Inhalte mit Dingen aus dem Alltag zu verknüpfen, "damit jeder Gottesdienstbesucher das gesprochene Wort versteht und für sein eigenes Denken und Handeln nachvollziehen kann". Aspekte wie Bewahrung der Menschenwürde, der Schöpfung und des Friedens müssten dabei immer wieder neu thematisiert werden.

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