Bad Brückenau

Tag der offenen Tür bei den Eisenbahnfreunden Sinntalbahn

Wenn Eisenbahnzüge fahren, dann muss es nicht immer in der Realität passieren. Wie interessant der Betrieb einer ausgewachsenen Modellbahn sein kann, konnten die Besucher der Eisenbahnfreunde Sinntalbahn am Sonntag zum Tag der offenen Tür erleben.
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Die begeisterten Modellbahner Merlyn, Jannik und Elias haben die Lizenz zum Steuern. Foto: Gerd Schaar
Die begeisterten Modellbahner Merlyn, Jannik und Elias haben die Lizenz zum Steuern. Foto: Gerd Schaar
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"Ich bin begeistert, dass ich meinen Zug mit der elektronischen Steuerung voll im Griff habe", schwärmt der junge Merlyn Blum. Zusammen mit seinen jugendlichen Kameraden Florian Merx, Jannik und Andreas Nüchter hat der "Lokführer-Azubi" die vereinsinterne Prüfung bestanden und jetzt die Lizenz zum Steuern langer Modellzüge erworben. Seine Augen leuchten stolz, als ihm die entsprechende Urkunde überreicht wird. "Jetzt macht mir mein Hobby noch mehr Spaß", verrät Merlyn.

Die seit dem Jahr 2000 existierende Interessensgemeinschaft zur Wiederinbetriebnahme der Sinntalbahn (von Jossa bis Wildflecken) hat sich auf die Modelleisenbahn als Objekt des Interesses größenmäßig reduziert. Die Eisenbahnfreunde haben seit zwei Jahren einen festen Platz für ihre H0-Anlage im Maßstab 1:87. Dieser Platz ist im Vereinsheim, in den Kellerräumen unter der ehemaligen Bad Brückenauer Berufsschule, Dr.-Gartenhofstraße 6, direkt neben der Fahrzeug-Zulassungsstelle.

Seit März 2012 steht die Anlage

1. Vorsitzender Michael Kapitz kann sich noch auf jene Zeiten um das Jahr 2002 entsinnen, als die historische Originaldampflok im Rahmen einer Fahrradveranstaltung auf der Sinntal-Strecke Jossa bis Wildflecken das letzte Mal fuhr. "Danach stellte die Netzagentur der Deutschen Bahn diese Fahrstrecke leider ein", bedauert Kapitz. Da blieb nur noch die Modelleisenbahn als weiteres Betätigungsfeld. Seit März 2012 ist die Modellanlage aufgebaut.

Viel Herzblut steckt in der Vereinsanlage. Das aktive Dutzend unter den 23 Mitgliedern aus Bayern und Hessen hat sich mit kombinierbaren Modulen von Modellbau-Abschnitten eingebracht. Darauf sind die Gleise, Brücken, Straßen, Häuser und Landschaften schon fertig montiert. Die Länge der Personenzüge entsprechen mit etwa acht Waggons der Realität des täglichen Bahnlebens aus den 60er Jahren.

Bis ins kleinste Detail

Wer es noch kleiner bei der Modelleisenbahn haben will, der interessiert sich für die "Z"-Anlage im Maßstab 1:220. Lupenrein bis ins kleinste Detail ist die Gestaltung der Landschaft mit viel Geduld und Pinzette erfolgt. Besitzer Alfred Merx betont: "Das waren sehr viele Freizeitstunden, die ich für meine Anlage verbrachte." Seine aufgebaute Eisenbahn passt nahezu in einen Koffer. Die beleuchtete Lupe gehört zum oft benutzten Handwerkszeug von Merx.

In der Turnhalle Wildflecken und auf dem Brückenauer Parkfest fuhren die Modelleisenbahnen schon für das Publikum mit etwa 50 Modulen, was einer Gleislänge von rund 130 Metern entspreche, sagt Kapitz. "Wenn dann auch noch der Schattenbahnhof in Betrieb genommen wird, dann fahren bis zu 20 Züge auf solch einer Anlage", erzählt der Vorsitzende. Der längste Zug sei 2,50 Meter.

Der brummende Steuertrafo aus den 50er und 60er Jahren hat längst der heutigen Computerdigitalwelt den Platz geräumt. Die Fernbedienung jeder einzelnen Lok auf dem selben Gleis ist die Norm. "Das war früher nur mit Blockabschnitten möglich", so Kapitz.Besonders erfreut sind die Eisenbahnfreunde, wenn sich die Jugend einbringt. Denn auch im Schulalter macht es Spaß, sein Bastelgeschick im Landschaftsbau mit Gelände und Häusern, mit Holzarbeiten beim Bau der Modulkästen, mit Elektrik und Digitaltechnik bei der Steuerung oder bei Umbauten von Loks und Eisenbahnwaggons unter Beweis zu stellen. Auch Modellautos haben mittlerweile den Anschluss an die moderne Technik erreicht.

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