Bad Brückenau
Stadtrat

Streit um Zuschuss für Brückenauer Musikschule

Noch bevor die Stadträte in die Haushalts-Debatte einstiegen, sorgte ein Antrag von Adelheid Zimmermann für Furore. Es ging um die Musikschule und es ging ums liebe Geld.
Artikel drucken Artikel einbetten
Franziska Gottwalt und Moritz Seidl spielten bei der Namensgebung der Musikschule im großen Bläserensemble mit. Foto: Ulrike Müller
Franziska Gottwalt und Moritz Seidl spielten bei der Namensgebung der Musikschule im großen Bläserensemble mit. Foto: Ulrike Müller
Noch bevor der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit der Haushaltsberatung begann, sorgte ein Antrag von Adelheid Zimmermann (FDP) für Diskussionen. Zimmermann beantragte, den jährlichen Bar-Zuschuss für die Musikschule um 3000 Euro auf insgesamt 24.000 Euro aufzustocken. Neben dem Zuschuss trägt die Stadt den Unterhalt des Gebäudes sowie die Kosten für Buchhaltung und Personalverwaltung.

Vorausgegangen war ein Antrag auf eine Erhöhung um 6000 Euro, den die Musikschule selbst gestellt hatte. Dieser wurde bei den Haushaltsberatungen im Vorfeld allerdings abgewiesen. "In meinen Augen geht es hier um eine falsch getroffene Entscheidung", stellte sich Franz Walter (Freie Bürger) hinter Zimmermann. Er sagte weiter: "In einer Demokratie muss Korrektur möglich sein".

Kostendruck durch Tarifvertrag

Auch Jürgen Pfister und Emanuel Fritschka (beide PWG) unterstützten den Antrag. Hartmut Bös (CSU) widersprach seinen Kollegen: "Wir haben einen schwierigen Haushalt. Andere Vereine werden nicht so bezuschusst wie die Musikschule". Johannes Schmittnägel (CSU) stimmte Bös zu: "Wenn wir nicht so viel Geld haben, können wir auch nicht so viel verteilen".

Die Meinungen waren geteilt. Die Abstimmung über den Antrag endete dann auch mit 9:9 Stimmen unentschieden. Die CSU-Fraktion stimmte geschlossen gegen die Erhöhung. Schließlich schlug Birgit Poeck-Kleinhenz einen Kompromiss vor: Für eine Jahr können man den Zuschuss ruhig gewähren, danach müsse neu verhandelt werden. Mit 12:6 Stimmen fand dieser Vorschlag eine Mehrheit bei den Stadträten.

Hans Dietrich Unger, Vorsitzender des Musikschulvereins, zeigte sich nach der Sitzung wenig begeistert: "Nächstes Jahr müssen wir wieder betteln." Nach seinen Aussagen lehnten sich die Gehälter der Musikschullehrer an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst an. Durch die Anhebung, die erst kürzlich durch Streiks durchgesetzt worden war, kämen höhere Kosten auf die Musikschule zu - und das bei sinkenden Schülerzahlen. In Zukunft sieht Unger ein Defizit von rund 2000 Euro jährlich auf die Einrichtung zukommen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren