Bischofsheim
Kunst

Skulptur auf dem Marktplatz von Bischofsheim

Ein begehbares Kunstwerk haben Schüler der Berufsfachschule für Holzbildhauer auf dem Marktplatz aufgestellt: Es ist eine Art Schneckenhaus.
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Die begehbare Skulptur auf dem Bischofsheimer Marktplatz wurde von Schülern der Staatlichen Holzbildhauerschule im Rahmen einer Aktion der Triennale erstellt. Marion Eckert
Die begehbare Skulptur auf dem Bischofsheimer Marktplatz wurde von Schülern der Staatlichen Holzbildhauerschule im Rahmen einer Aktion der Triennale erstellt. Marion Eckert
Wer in diesen Tagen über den Bischofsheimer Marktplatz gegangen ist, der konnte das Entstehen eines Kunstwerkes, genauer einer begehbaren Skulptur, erleben. Elf Schüler der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer haben gemeinsam mit ihrem Lehrer Michael Kühnert drei Tage an der Umsetzung des Projekts gearbeitet. Es ist eine Aktion im Rahmen der diesjährigen Triennale der Kunsthalle Schweinfurt, bei der die Holzbildhauerschule eine der Außenstellen ist.

Wo sonst der Maibaum oder Weihnachtsbaum steht, wurde ein mächtiger Stamm aufgestellt, der von einem Gerüst aus Dachlatten so umbaut wurde, dass eine Art begehbares Schneckenhaus entstand. Dieses Schneckenhaus ist begehbar, und die einzelnen Elemente durch verschiedene Materialien unterschiedlich gestaltet.

Die Idee zu einer öffentlichen Aktion auf dem Marktplatz hatte Michael Kühnert. "Eine begehbare Skulptur schwebte mir vor, doch die Ausarbeitung übernahmen die Schüler selbst." Themengeberin war Modullehrerin Eva Warmuth, die das Fach "Land-Art" an der Schule unterrichtet. Beschäftigt haben sich die Schüler mit Themen wie Haus und Weg und kamen in der fortlaufenden Entwicklung und Beschäftigung mit der Ausgabenstellung zum "Gehäuse". In zwei Gruppen wurden unterschiedliche Modelle entworfen, wie ein begehbare "Gehäuse-Skulptur" für den Bischofsheimer Marktplatz aussehen könnte. Letztlich entschieden sich die Schüler für die nun umgesetzte Schneckenhausform, die eine Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten mit sich bringe und durch die künstlerische Ausgestaltung  noch erweitert wurden.

Der Stamm als haltgebendes Element in der Mitte und die Latten, die ihn umgeben und im oberen Bereich unterschiedlich lang überstehen, bilden eine Art Strahlenkranz. Verstärkt wird die Wirkung durch orangefarbene Sisalschnüre, die von der Skulptur ausgehen und zu diversen Gebäuden und Elementen auf dem Marktplatz führen. Erst beim genaueren Hinsehen zeigt sich, wie viele Schnüre gespannt wurden und wo sie überall hinführen: zum Marktbrunnen, zu Laternen, zu den Schaukästen, zu den Parkpfosten, zu Gebäuden und Infoschildern und sogar hinauf zum Rentamtsturm. "Dies Schnüre sind wie Sonnenstrahlen, sie verbinden die Skulptur  mit dem Marktplatz und mit der Umgebung, die binden das Kunstwerk ein", erklärte Kühnert. Und noch mehr: "Sie symbolisieren auch die Verbundenheit der Schule mit der Stadt. Gleichzeitig zeigen sie, welche Ausstrahlung die Kunst und die Schule wiederum auf Bischofsheim haben."

Inzwischen wurde die Skulptur aufgestellt. Ein Zeitrafferfilm der Aktion werde in Kürze auf der Homepage der Schule und auf Facebook zu finden sein, kündigte Kühnert an. Nachdem das äußere Gerüst gestellt war, begann die Ausgestaltung der Elemente. Hier haben sich die jungen Künstler ein Stück weit auch von der Inspiration und ihrem Ideenreichtum leiten lassen. Ein Traumfänger, Klanghölzer, bunte Jute und Sisalschnüre dienten als Gestaltungselemente. Dabei ging es nicht darum, jedes Feld auszugestalten, einige sollen auch bewusst offen bleiben, so dass ein Austausch von innen nach außen stattfinden kann.

So ein Schneckengehäuse wird nach innen immer enger und bietet Geborgenheit. Wer nach außen geht, geht in die Weite und Offenheit. Auch dies soll ein Symbol für Bischofsheim darstellen. Schule und Stadt geben Geborgenheit und zugleich die Möglichkeit, sich auszuprobieren.  Das entspricht auch den Erfahrungen, die die Schüler und ihr Lehrer während der Tage auf dem Bischofsheimer Marktplatz machen konnten. "Viele Interessierte, die vorbei kam und schauten, fragten und ins Gespräch kamen. Die Bischofsheimer sind aufgeschlossen und freuen sich, dass wir auf dem Marktplatz tätig sind", fasste Kühnert zusammen.

Umgesetzt wurde das Projekt von Schülern aus dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr ind er letzten Woche vor den Ferien. Die begehbare Skulptur wird voraussichtlich bis Mitte August auf dem Marktpatz stehen bleiben und kann jederzeit begangen werden, natürlich mit der gebotenen Rücksichtnahme auf das Kunstwerk.


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