Bad Brückenau
Kriminalstatistik

Sinkende Straftaten im Altlandkreis Bad Brückenau

Von 783 Vorfällen konnte die Polizeiinspektion Bad Brückenau im vergangenen Jahr 548 lösen. Das liegt auch an aufmerksamen Bürgern, die den Beamten immer wieder mit Hinweisen auf die Sprünge helfen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch wenn die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Rauschgift im vergangenen Jahr sank, geht die Polizei von einer hohen Dunkelziffer aus. Foto: Polizei
Auch wenn die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Rauschgift im vergangenen Jahr sank, geht die Polizei von einer hohen Dunkelziffer aus. Foto: Polizei
Es ist eine stolze Zahl: Mit 783 Straftaten sank die Kriminalitätsrate im Altlandkreis Bad Brückenau erstmals unter 800 Fälle. Allein in den letzten fünf Jahren verringerte sich die Zahl um ein Drittel. Zudem konnten die Beamten der Polizeiinspektion (PI) vor Ort 70 Prozent der Fälle klären. "Diese Quote liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt und weit höher als der Durchschnitt aller Polizeien in Deutschland", ist Dienststellenleiter Herbert Markert stolz auf seine Leute.

Schwerpunktmäßig rückte die Polizei in Bad Brückenau aus. Allerdings sank auch hier die Zahl der Straftaten, und zwar von 467 Vorfällen im Jahr 2012 auf 419 im vergangenen Jahr. Auch in Wildflecken ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Nach 199 Straftaten im Jahr 2012 pendelte sich die Zahl auf 135 Fälle ein - was dem Niveau der vorigen Jahre entspricht. Wie Markert schon vor einem Jahr vermutet hatte, war 2012 ein Ausreißer-Jahr, das vor allem auf das Konto eines einzigen Tatverdächtigen zurückzuführen war, der inzwischen aber in einem anderen Bundesland lebt.

Mehr Einbrüche im Altlandkreis

Besonders erfreulich ist, dass kein Tötungsdelikt im Gebiet der Rhönallianz begangen wurde. Der mutmaßliche Mord an einem Zeitlofser fällt nicht in die Statistik vor Ort, da in Deutschland das Tatort-Prinzip gilt - in diesem Fall also Bad Soden-Salmünster. Auffällig ist der Anstieg von zwei auf neun Wohnungseinbrüche, von denen nur einer geklärt werden konnte. Grund dafür sind überregional agierende Banden.

Kein Drogentoter, aber 40 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zeigen eine leichte Entspannung, was das Thema Rauschgift angeht. Die Polizei geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Mit Kontrollen und Präventionsmaßnahmen bleiben die Beamten aber weiter am Ball. Im Bereich Umweltschutz konnte nur einer von 19 Vorfällen nicht geklärt werden: Das mysteriöse Verschwinden des Schwarzstorch-Horstes im Roßbacher Forst gibt der Kriminalpolizei Schweinfurt noch immer Rätsel auf.

Exhibitionist treibt sein Unwesen

Drastisch ist der Anstieg der Verstöße gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung von 13 im Jahr 2012 auf 23 im Jahr 2013. Verantwortlich dafür ist ein Exhibitionist, der neunmal sein Unwesen in der Kurstadt trieb. Ein anderer Exhibitionist konnte gestellt werden, er hatte aber nichts mit dem Serientäter zu tun. Eine Vergewaltigung und 14 Fälle sexuellen Missbrauchs wurden aufgenommen. Sexueller Missbrauch an Kindern ging von fünf auf drei Fälle zurück - laut Statistik.

"In der Öffentlichkeit ist die Dunkelziffer mit Sicherheit nicht hoch", ordnet Christian Pörtner, stellvertretender Leiter der PI die Zahlen ein. "Was aber in den Familien passiert, bildet die Statistik niemals ab." Auch Schläge als Erziehungsmethode und Gewalt durch Alkohol spielten immer wieder eine Rolle.

Erfreut zeigen sich Herbert Markert und Christian Pörtner über engagierte Bürger. "Die Bevölkerung greift oft zum Telefonhörer und teilt verdächtige Beobachtungen mit", lobt Pörtner. "Das ist unser größter Erfolgsfaktor!" Die hohe Aufklärungsquote sei ohne die gute Vernetzung im Altlandkreis nicht denkbar. Anlass zur Sorge bereitet aber der Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität (wir berichteten). "Das wird heuer unser Schwerpunkt-Thema", blickt Herbert Markert voraus.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren