Riedenberg
Sinntalbrücke

Sie sind stolz auf ihr "Baby" Sinntalbrücke

Rund 1300 Tage brauchten Hartmut Metz und Mario Urschlächter für den Ersatzneubau der Brücke. Nun schließen die beiden Männer aus der Region das Mega-Projekt mit Stolz und etwas Wehmut ab.
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Bauleiter Hartmut Metz (rechts) und Bauaufseher Mario Urschlächter stehen am Widerlager Fulda. Im Dezember 2012 wurde die erste Spur für den Verkehr freigegeben. Foto: Ulrike Müller
Bauleiter Hartmut Metz (rechts) und Bauaufseher Mario Urschlächter stehen am Widerlager Fulda. Im Dezember 2012 wurde die erste Spur für den Verkehr freigegeben. Foto: Ulrike Müller
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Es waren diese vier Sekunden, als die ganze Region auf das Werk von Hartmut Metz und Mario Urschlächter schauten. Solange dauerte es, bis die alte Brücke über das Sinntal zu Boden ging und den Blick auf die neue freigab. Nicht einen Kratzer hatte sie abgekommen. Und das, obwohl der Ersatzneubau nur zwischen drei und 15 Meter von der alten Brücke entfernt stand. Eine Meisterleistung.

Die Hauptarbeit aber steckte nicht in diesen vier Sekunden. Bereits im Mai 2009 begannen die Gründungsarbeiten für den Neubau. Seitdem war die Brücke für Bauleiter Hartmut Metz das wichtigste Projekt: 750 Me ter lang, 44 Meter hoch und rund eine Tonne pro Quadratmeter Oberfläche schwer. "Es ist schön, wenn man in seiner Heimat etwas gestalten kann", sagt Metz immer, wenn er gefragt wird, was ihm sein Job bedeutet. Metz sitzt im Gemeinderat in Burkardroth und engagiert sich bei der Bergwacht Oberbach. Er ist ein Mann der Region.
Auch Bauaufseher Mario Ur schlächter ist ein Mann der Region. Und der zweite Mann auf der Baustelle. Der Burkardrother begleitete den Neubau vom ersten Tag an. Rund 1300 Tage später sagt er: "Das war schon eine lange Zeit, die wir hier waren". Die Sprengung der alten Brücke am 22. Juni 2013 war für Urschlächter "die Krönung". Etwas Wehmut liegt in diesen Worten. Aber auch Stolz.

Jetzt, wo niemand mehr hinschaut, ist Urschlächter noch immer auf der Baustelle unter der Brücke. Grundstücke und Wege werden wieder hergerichtet, in den Widerlagern noch Elektroarbeiten durchgeführt. Eigentlich sollte die Baustelle schon Ende 2013 abgeschlossen werden. Aber weil das Abbruchunternehmen Plannerer sich nach der Sprengung so viel Zeit mit dem Abtransport der Stahlteile gelassen habe, hätten sich die Restarbeiten um etwa drei Monate verzögert, erklärt Metz. Davon merken die Autofahrer auf der Brücke freilich nichts. Sie haben seit der offiziellen Eröffnung am 31. Juli 2013 durch Ex-Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) freie Fahrt.

Gewinn für die Kommunen

Nach fünf Jahren Bauzeit geht für die Riedenberger nun eine Belastungsprobe zu Ende. Am Ende aber profitiert die ganze Region. "Blumensträuße übergeben wir nicht. Wir übergeben frisch asphaltierte Wege", sagt Hartmut Metz. Die Autobahndirektion Nordbayern legt rund 1,2 Kilometer Wege komplett neu an, etwa 700 Meter werden mit einer neuen Deckschicht versehen. Zudem wurde ein neues Regenrückhaltebecken nach strengeren Regeln als das alte gebaut. Durch den Fahrbahnbelag und eine 1,6 Meter hohe Spritzschutzwand - die gar nicht zwingend vorgeschrieben war - konnte der Lärmschutz laut Metz verbessert werden.
Für den Bauleiter ist die Sinn talbrücke die letzte große Baustelle. Metz ist aufgestiegen und in Zukunft nicht mehr für ein Einzelprojekt zuständig. Ist da auch ein bisschen Melancholie im Spiel? "Ja, logisch!"

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