Sinntal
Gericht

Sexueller Missbrauch in Sinntaler Sportstudio: Prozess startet im September

Schwere Vorwürfe gegen 46-Jährigen nach den Vorfällen in Sinntaler Sportstudio: Insgesamt 330 Handlungen in der Anklageschrift.
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Symbolbild: MGO
Symbolbild: MGO

Die Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen 46-jährigen Sinntaler haben vor einigen Monaten die Region erschüttert. Jetzt muss sich der Mann vor dem Landgericht Hanau verantworten.

Prozessauftakt ist am Dienstag, 11. September, teilte die Staatsanwaltschaft Hanau auf Anfrage der Kinzigtal-Nachrichten mit. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage anberaumt. Läuft alles nach Plan, soll das Urteil am Freitag, 28. September, gesprochen werden.

Im Wesentlichen sexueller Missbrauch

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Hanau ist äußerst umfangreich. Dem 46-Jährigen werden insgesamt 330 Handlungen, im Wesentlichen sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses, sexueller Missbrauch von Kindern sowie einfache und gefährliche Körperverletzung, vorgeworfen.

Der Mann war nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Februar aus dem Sinntal verschwunden, worauf die Polizei mit Haftbefehl nach ihm suchte. Nach rund vierwöchiger Fahndung war der 46-Jährige

der Polizei am 20. März auf einem Parkplatz der Autobahn 27 zwischen Bremerhaven und Cuxhaven ins Netz gegangen und festgenommen worden.

Körperliche und sexuell motivierte Übergriffe

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Beschuldigte im Jahr 2011 ein Sportstudio in Sterbfritz übernommen. Als Trainer gab er in der Folge Unterricht in Kampfsportarten. Als Sporttherapeut nahm er physiotherapeutische Behandlungen vor. Bei diesen Gelegenheiten soll es zu einer Vielzahl körperlicher und sexuell motivierter Übergriffe des Angeschuldigten auf männliche Kinder, Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene im Alter von acht bis 21 Jahren gekommen sein. Konkret wird ihm vorgeworfen, im Rahmen von physiotherapeutischen Einzel-Behandlungen, männliche Jugendliche dazu veranlasst zu haben, sich vollständig zu entkleiden und sodann über das erforderliche Maß der Behandlung hinaus an den Geschlechtsteilen der Jugendlichen manipuliert zu haben.

Schläge und Tritte

Zudem soll er laut Anklagebehörde männliche Kinder, Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene unter dem Vorwand, sie für ihr vermeintliches Fehlverhalten bestrafen zu müssen, dazu

veranlasst haben, sich vollständig zu entkleiden und sie mit der flachen Hand oder einem Holzstock auf das entblößte Gesäß geschlagen haben. Während der Gruppentrainings der Kinder sei es zu einer Vielzahl von Übergriffen, unter anderem in Form von Schlägen und Tritten, gekommen. ls



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