Oberbach
Tourismus

Schönheitskur für das "Haus der Schwarzen Berge"

Das "Haus der Schwarzen Berge" in Wildflecken ist sehr beliebt, aber auch in die Jahre gekommen. Jetzt soll es kräftig aufgepeppt werden. Das wird über 900.000 Euro kosten.
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Der Eingangsbereich am "Haus der Schwarzen Berge" ist wenig einladend gestaltet. Foto: Edgar Bartl
Der Eingangsbereich am "Haus der Schwarzen Berge" ist wenig einladend gestaltet. Foto: Edgar Bartl
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Maria Gutmann würde gerne mehr Kunden bedienen. In ihrem schmucken Laden bietet sie unter anderem Kulinarisches aus der Region und ansprechende Rhön-Souvenirs an. Aber: In das Geschäft verirren sich nur wenige. Denn es liegt ungünstig im ersten Stock des "Hauses der Schwarzen Berge". Das soll sich bald ändern.
Denn das "Haus der Schwarzen Berge" wird umgestaltet. Jürgen Metz, der Wirtschaftsförderer des Landkreises, erklärt warum: In seiner baulichen Situation ergäben sich einige funktionelle Mängel. So habe sich die räumliche Trennung von Cafeteria im Erdgeschoss und Regionalladen sich im Betrieb als suboptimal erwiesen. Das Personal könne nicht in beiden Einrichtungen gleichzeitig sein.

"Nicht unbedingt einladend"

In die gleiche Kerbe schlägt der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Michael Pfaff. Bauchschmerzen bereiteten ihm die zu geringe Wertschöpfung bei den Tagesgästen. Jeder Rhön-Besucher gebe im Schnitt nur 16,50 Euro aus, im fränkischen Weinland seien es 43,70 Euro. Die größten Defizite gebe es bei der Gastronomie und bei den regionalen Erzeugnissen. Hier sieht Pfaff im "Haus der Schwarzen Berge" Nachholbedarf. Dort brauche man zwar kein Restaurant, aber "die Möglichkeit, sich gescheit zu verpflegen". Denn im Ort gebe es keine Gaststätte mehr.

Auch Hausherr Claus Schenk (Schwarze Berge-Management) spricht sich für eine Neugestaltung aus. Die beiden Aufgabengebiete - Umweltbildung mit ca. 22 000 Besuchern im Jahr und Tourismus-Information - seien schwer in einem Haus zu bündeln. Er ließ anklingen, dass die staatliche Förderung im Vergleich zu Projekten im Bayeri schen Wald sehr bescheiden sei.

Ein weiterer Kritikpunkt, so Metz, sei die "unbefriedigende Eingangssituation". Sie sei "nicht unbedingt einladend". Der Gast stoße auf eine Glastüre, die er zunächst als Barriere wahrnehme. Außerdem habe er das Gefühl, den Sachbearbeiter dahinter zu stören. Umfragen hätten dies bestätigt, sagt Metz.

Laden kommt ins Erdgeschoss

Unklar sei zudem die Wegeführung. Stimmt: Am Regionalladen laufen viele einfach vorbei.
Deshalb soll der Bereich Information/ Empfang komplett umgestaltet werden. Die Glastüre soll weichen. Der Gast soll in einem runden Counter-Bereich empfangen werden. Dort wird es auch das Info-Material geben.
Küche, Lager und Anlieferung werden, so ist es geplant, verlegt und neu konzipiert. Der Regionalladen kommt ins Erdgeschoss neben das Café. Ein Windfang ist ebenso vorgesehen, wie ein erleichterter Treppenzugang. Ein Deckendurchbruch soll Luftraum nach oben schaffen. Dadurch würde auch der Eingangsbereich heller.
Der Medienraum soll vom Dach- ins Obergeschoss neben die Ausstellung umziehen. Während des Umbaus soll es nur zu "ganz kurzen Schließungszeiten" kommen, so Metz.

Das "Haus der Schwarzen Berge" soll zudem eine zentrale Rolle spielen bei der Einbindung des Sinntals in ein Umweltkonzept. Außerdem würden Außendarstellung, Vermarktung und Homepage verbessert.

Der Staat soll alles bezahlen

Das alles hat seinen Preis. Die schlechte Nachricht: Die Umsetzung des über das Konversionsmanagement des Landkreises finanzierte Konzepts würde geschätzte 920 000 Euro erfordern. Die gute: Bezahlen soll das nicht der Kreis, sondern der Freistaat Bayern komplett aus Mitteln der Umweltbildung. Das hat der Vorstand des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön so beschlossen. Metz sagte, demnächst würden darüber entsprechende Gespräche geführt.

Eine Hürde hat das Projekt schon gemeistert: Der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistags hat es zustimmend zur Kenntnis genommen. Da waren sich alle Räte einig.
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