Wernarz

Rupboden: Es geht voran!

Die Straßenerneuerung zwischen Wernarz und Rupboden hat begonnen. Autos müssen den Umweg über Modlos nehmen. Radfahrer und Busse dürfen geregelt durch die Baustelle durchfahren.
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Rüdiger Köhler (links) und Michael Fuchs begutachten die Baustelle. Links entsteht bereits die neue Straße, während rechts die alte zurückgebaut wird. Foto: Julia Raab
Rüdiger Köhler (links) und Michael Fuchs begutachten die Baustelle. Links entsteht bereits die neue Straße, während rechts die alte zurückgebaut wird. Foto: Julia Raab
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Kaum wiederzuerkennen ist derzeit die Staatsstraße B2289 zwischen Wernarz und Rupboden nach gut einem Monat Bauzeit. "Wenn alles glatt läuft - und so sieht es momentan aus - dann sind wir bis Herbst 2020 mit den Baumaßnahmen fertig", sagt Rüdiger Köhler, zuständiger Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Ein Schwerpunkt der Maßnahme liege auf der Fahrbahnverbreiterung um rund einen Meter auf 6,5 Meter.

In dieser Hanglage keine ganz einfache Aufgabe, denn viele Kubikmeter Boden müssen dafür versetzt werden. "Insgesamt bewegen die Bauarbeiter 27 000 Kubikmeter Erde auf der gesamten Baustelle", fasst der Abteilungsleiter zusammen. Die Baumaßnahme diene aber nicht nur der Ertüchtigung der Staatsstraße, die in einem "sehr schlechten Zustand war", kommentiert Michael Fuchs, Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt. Die Unfallsicherheit stehe an höchster Stelle.

Deshalb wird die größte Gefahrenstelle auf der Strecke, die Kurve zwischen Schmidthof und Hirschgraben, entschärft. "Die neue Straße kreuzt dann die alte diagonal, denn die Straße wird von Wernarz aus etwas weiter talwärts geschoben", erklärt Köhler. Die Erdmassen auf Höhe der scharfen Kurve sollen abgetragen und begradigt werden. Das Erdmaterial nutzt die Baufirma unter anderem für den Hangaufbau auf Höhe des Erdrutsches.

Die Entwässerung der Straße ist ein weiteres, wichtiges Thema: Auf Hangseite entstehe eine Entwässerungsmulde. Darunter befinden sich neu angelegte Drainagen. Sogenannte Sedimantationsschächten oder Sickerbecken fangen das Wasser auf der Talseite auf. Von hier aus versickere das Wasser nur langsam in den Untergrund. Der Vorteil: "Schadstoffe gelangen so weniger ins Grundwasser", erklärt Köhler.

Für den Winter plant das Staatliche Bauamt eine Baupause ein. Dann fließt der Verkehr zwischen Wernarz und Rupboden wieder. "Bis dahin haben wir die schweren Hubarbeiten abgeschlossen", sagt Köhler. Im Frühjahr 2020 beginnt der zweite Teil der Bauarbeiten. Dann muss wieder mit neuen Streckenumleitungen und Ampelschaltungen gerechnet werden.

Köhler zählt die weiteren Baumaßnahmen auf: Für die Einfahrt nach Eckarts ist eine Linksabbiegespur geplant. Ein paar Meter weiter kommt eine Verkehrsinsel für den Fahrradübergang hin, "um die Stelle sicherheitstechnisch zu entschärfen", sagt Köhler. In einer Kombimaßnahme mit der Gemeinde werden außerdem auf der gesamten Strecke sechs barrierefreie Bushaltestellen eingerichtet.

Der neue Bahnradweg muss auf einer Strecke von etwa 200 bis 300 Meter verlegt werden. Ab Schmidthof müssen die Radfahrer deshalb momentan auf die Staatsstraße ausweichen. "Da hier kein normaler Pkw-Verkehr herrscht, halte ich diese Lösung für unbedenklich", sagt Köhler zum Thema Sicherheit. Doch auch der Busverkehr darf während der Baumaßnahme von Wernarz aus über den Radweg bis nach Schmidthof fahren. Das sei zwar sehr eng, "aber diese Sondergenehmigung haben Baufirma und Marktgemeinde gemeinsam abgestimmt", sagt Köhler.

Auf dem Radweg sichert eine automatische Schranke, dass nur Busse, Feuerwehr oder Krankenwagen durchfahren. "Das ist eine Regelung im Rahmen des Verkehrsrechtes", sagt Bauamtsleiter Fuchs auf die Frage nach möglichen Sicherheitsbedenken. Wichtig sei, ergänzt Köhler, "dass alle aufeinander aufpassen und Rücksicht nehmen". Auch der Bürgermeister des Marktes Zeitlofs, Wilhelm Friedrich (CSU), begrüß die Regelung: "Wir sind froh darüber, dass wir eine Lösung für die Schulkinder und Radfahrer gefunden haben."

Seit vielen Jahren ist die Sanierung der Straße im Gespräch. Trotz des schlechten Zustands wurde sie mehrmals verschoben, das letzte Mal im Jahr 2018. Grund dafür sei eine deutlich teurere Straßensanierung zwischen Euerdorf und Aura gewesen. Doch der Abteilungsleiter nennt weitere Gründe: In direkter Umgebung der Straße habe es besonders hohe Auflagen zum Natur- und Artenschutz gegeben. Die Wiesen im Baugebiet mussten über zwei Jahre gemäht werden, damit sich der Wiesenknopf-Ameisenbläuling - eine bedrohte Schmetterlingsart - nicht an derselben Stelle niederlässt, wo die Bauarbeiten stattfinden. "Die Natur hält sich nicht an Straßenbauplanung", sagt Köhler.

"Auch die Abstimmungen mit dem Wasserschutz und den anliegenden Grundbesitzern sind Arbeitsschritte, die in der Öffentlichkeit nicht zu sehen sind", gibt Köhler zu bedenken. Erst nach all diesen Hürden könne eine solche Maßnahme öffentlich-rechtlich genehmigt werden, ergänzt Fuchs. Grundsätzlich aber, sagt der Bauamtsleiter, "sind die Maßnahmen an der Strecke B2289 nicht außergewöhnlich". Mit einem Volumen von rund 4,2 Millionen Euro ist die Sanierung aber eine recht große Baumaßnahme des Staatlichen Bauamtes. Die Firma Stolz führt die Arbeiten im gesamten Streckenabschnitt durch.

Die Baustelle in Zahlen

4,2 Millionen Euro kostet die gesamte Baumaßnahme.

2,5 Kilometer Straße wird neu gemacht.

3,4 Kilometer Rohrleitungen legen die Bauarbeiter zur Entwässerung.

18.500 Quadratmeter Asphalt sorgen zukünftig für eine langlebige Straße.

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