Zeitlofs
Marktgemeinderat

Ruhigere Straßen und mehr Parkplätze für Zeitlofs

Die Belastung durch den Durchgangsverkehr und die Stellungnahmen der Ämter beschäftigte die Zeitlofser Marktgemeinderäte. Auch ging um es Bodendenkmäler im Sanierungsgebiet "Ortskern Zeitlofs".
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Parkflächen im Ortsbereich von Zeitlofs zu schaffen, ist ein Anliegen des  integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK). Foto: Marion  Eckert
Parkflächen im Ortsbereich von Zeitlofs zu schaffen, ist ein Anliegen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK). Foto: Marion Eckert

Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für das Sanierungsgebiet "Ortskern Zeitlofs" wurde im Rahmen der förmlichen Beteiligung insgesamt 39 Behörden und Stellen sowie anderweitige Träger öffentlicher Belange zu einer Stellungnahme vorgelegt. In der Gemeinderatssitzung wurden dem Gremium die Eingaben vorgestellt.

Aus Sicht des Landratsamts Bad Kissingen, Straßenverkehrsamt, bestehen erhebliche Bedenken gegen die geplante Umlegung der Staatsstraße zur Entschleunigung des Verkehrs. Nach Rücksprache mit der Polizeiinspektion Bad Kissingen und den vorliegenden Akten, liegen keine Anhaltspunkte vor, dass am betroffenen Ortseingang überproportional hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. Eine Überplanung des Ortseingangs nördlich des Flusses Sinn sei aus Sicht des Straßenverkehrsamtes auch fraglich hinsichtlich der Verkehrsbedeutung einer Staatsstraße. Das Staatliche Bauamt Schweinfurt schließe sich dieser Stellungnahme an. Die Gemeinderäte nahmen diese Stellungnahme zur Kenntnis.

Gemessen: Fahrzeuge zu schnell unterwegs

Doch wird ausdrücklich betont, dass trotz der verhältnismäßig peripheren Lage es in Zeitlofs eine nicht unerhebliche Immissionsbelastung aufgrund des Durchgangsverkehrs gebe, welche auch von den Anwohnern so kommuniziert wurde. Als problematisch anzusehen seien vor allem die gefahrenen Geschwindigkeiten im Ort, insbesondere tagsüber und zu den Schulzeiten. Im Zuge der vertiefenden Untersuchung zum Thema Verkehr sei mittlerweile eine Verkehrsmessung entlang der Staatsstraße vorgenommen worden. Im Rahmen der 24-stündigen Verkehrsmessung wurden insgesamt 1289 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert, das entspricht etwa 63 Prozent der erfassten Kraftfahrzeuge. Fast 300 Fahrzeuge fuhren 60 km/h oder mehr und fast 50 fuhren 70 km/h oder mehr. Die gefahrenen Höchstgeschwindigkeiten bewegen sich im Verlauf des Tages durchweg zwischen 70 und 95 km/h.

Neben der Immissionsbelastung werde auch die Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder und ältere Menschen, beeinträchtigt. Das sei insbesondere im Altort der Fall, wo es aufgrund der dicht gedrängten baulichen Strukturen nur sehr schmale Gehwegbereiche gebe. Um das Problem hinsichtlich der Immissionsbelastung und der Verkehrssicherheit zu verbessern sowie die städtebauliche Konzeption im Ortskern umzusetzen, welche darauf abzielt, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, seien Maßnahmen der Verkehrsberuhigung notwendig. Die Gemeinde halte daher an ihrer Absicht fest.

Ausreichend Parkmöglichkeiten schaffen

Die IHK Würzburg bezeichnet die Beseitigung von Leerstand und die Brachflächenkonversion im Zuge der Revitalisierung als wichtige Zwischenziele. Es sei auf eine ausreichende Erreichbarkeit der Gewerbebetriebe zu achten und ausreichend Parkmöglichkeiten zu schaffen. Zudem seien  Erweiterungsflächen für das örtliche Gewerbe wünschenswert, um diese auch langfristig im Gemeindegebiet halten zu können. Auch von Seiten der Handwerkskammer für Unterfranken, Würzburg, wird auf die Parkplatzproblematik in  Zeitlofs hingewiesen und weitere Parkplätze werden als sinnvoll erachtet.

Bodendenkmäler im Sanierungsgebiet

Das Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München, verweist auf den Erhalt der Bodendenkmäler im Sanierungsgebiet. Dazu zählen Teile der frühneuzeitlichen evangelischen Pfarrkirche in Zeitlofs,Fundamente mittelalterlicher Vorgängerbauten sowie Körpergräber des  Mittelalters und der frühen Neuzeit, ebenso Teile des frühneuzeitlichen Schlosses in Zeitlofs sowie Fundamente mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Vorgängerbauten. Eventuelle Bauvorhaben in diesen Bereichen seien frühzeitig mit den Denkmalbehörden abzustimmen. Die Gemeinderäte beschlossen die Satzung des Marktes Zeitlofs über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes "Ortskern Zeitlofs". Ein Sanierungsvermerk werde in sämtliche Grundbücher der im Sanierungsgebiet liegenden Grundstücke von Seiten des Grundbuchamtes eingetragen. In der Folge bedürfen Änderungen im Grundbuch bei den betroffenen Grundstücken der Genehmigung der Gemeinde.. Dies betreffe unter anderem den Verkauf von Grundstücken, die  Eintragung belastender Rechte, Grundstücksteilungen etc. Zusätzlich bedürfen der Genehmigung: Abbruch und Beseitigung von baulichen Anlagen, auch derer, welche Verfahrens frei vorgenommen werden könnten, die Änderung und Errichtung von Garagen, Carports und Nebengebäuden sowie die Errichtung von Dachgauben und Fassadenänderungen.

Umbau der alten Schule verzögert sich

Hans-Jürgen Bühner vom Landratsamt Bad Kissingen wurde zum Datenschutzbeauftragten für den Markt Zeitlofs bestellt. Zugestimmt wurde dem Bauantrag des SV Zeitlofs-Rupboden zur Errichtung von vier Wohnmobil- oder Wohnwagenstellplätzen. Bürgermeister Wilhelm  Friedrich (CSU) informierte den Marktgemeinderat über die Verzögerungen bezüglich des Umbaus der bestehenden alten Schule zur vorübergehenden Auslagerung der Grundschule. Grund hierfür seien die Anforderungen an den Brandschutz. Es sei daher eine Änderung an der ursprünglich geplanten Außentreppe erforderlich. Auf Nachfrage erklärte er, dass sich der Baubeginn voraussichtlich in den Frühjahr 2020 verschiebe.

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