Oberelsbach
Ausstellung

Rhöner Drechsler zeigen ihr Können

Bei der Sonderausstellung "Durchgedreht" im Biosphärenzentrum "Haus der Langen Rhön" dreht sich bis zum  18. Februar alles ums Drechseln.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der Sonderausstellung "Durchgedreht" im Biosphärenzentrum "Haus der  Langen Rhön" wird bis zum  18. Februar gedrechseltes Kunsthandwerk  gezeigt. Am 17. Februar gibt es von 11 bis 15 Uhr Vorführungen. Das Bild  zeigt den Leiter des Biosphärenzentrums "Haus der Langen Rhön", Michael  Dohrmann (Mitte), und den Organisator der Sonderausstellung Dieter  Pelka. Foto: Marion Eckert
In der Sonderausstellung "Durchgedreht" im Biosphärenzentrum "Haus der Langen Rhön" wird bis zum  18. Februar gedrechseltes Kunsthandwerk gezeigt. Am 17. Februar gibt es von 11 bis 15 Uhr Vorführungen. Das Bild zeigt den Leiter des Biosphärenzentrums "Haus der Langen Rhön", Michael Dohrmann (Mitte), und den Organisator der Sonderausstellung Dieter Pelka. Foto: Marion Eckert
+1 Bild

Drechseln ist ein uraltes Handwerk, bereits die Wikinger beherrschten es. Der Rhöner Drechsler-Stammtisch "Drei-Länder-Drechslertreff", kurz: DDT , zeigt aktuell in der Sonderausstellung "Durchgedreht" im Biosphärenzentrum "Haus der Langen Rhön", welche Bandbreite dieses Handwerk ausmacht. Die Drechsler aus Bayern, Hessen und Thüringen stellen nicht nur fertige Werkstücke aus, sondern zeigen auch eine moderne Drechselbank sowie Fotos von Drechselwerkzeugen vergangener Epochen.

Die Austellung passe hervorragend in das Biosphärenzentrum "Haus der Langen Rhön" , betonte dessen Leiter Michael Dohrmann: Erst im Dezember habe die Unesco das Drechslerhandwerk zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland erklärt. Damit sei das Drechslerhandwerk auf einer Stufe mit der  Brotbackkunst oder dem Flechthandwerk. Beim Drechseln werden rotierende Werkstücke aus natürlichen Materialien (vor allem Holz) mit Schneidwerkzeugen zu handwerklichen und künstlerischen Objekten veredelt.

Auch Michael Geier, Leiter der Bayerischen Biosphärenreservats-Verwaltung, ist von der Ausstellung ganz begeistert, passe doch das Drechsler-Handwerk hervorragend in die Rhön und das Biosphärenreservat. Begeistert zeigte er sich von der ausgestellten Vielfalt und den unterschiedlichen Hölzern. Gerade das Rhöner Laubholz biete eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten, die unterschiedlichen Zustände des Holzes bezüglich Alter oder auch Pilzbefall lassen faszinierende Kunstgegenstände entstehen.

"Absolut faszinierend. Sie sind aber nicht nur etwas für die Augen", machte Geier deutlich, das die gedrechselten, geschliffenen und lackierten Hölzer auch den Händen schmeicheln. "Es dürfen sich ruhig auch Käufer finden", warb er für den Kauf der ausgestellten Kunstgegenstände. Organisiert wurde die Ausstellung von Dieter Pelka aus Bad Neustadt, weitere Aussteller sind Andreas Scholl aus Bad Neustadt, Günter Göpfert aus Ostheim vor der Rhön, Manfred Kalb aus Kützberg, Herwig Eckart aus Gössenheim, Otmar Kleinhenz aus Langendorf, Robert Spötta aus Leutershausen, Martina Behr aus Wülfershausen und Siegfried Baum aus Ostheim vor der Rhön.

So unterschiedlich wie die Künstler, so unterschiedlich sind die gezeigten Werkstücke. Die Palette reicht von  Schalen, Tellern und Vasen über Kerzenständer und Dosen bis hin zu Gewürzmühlen, Teigrollen, Brieföffnern oder Flaschenstöpseln. Besonders verwies Pelka auf die Kunst des "Passigdrehens", die Günter Göpfert aus Ostheim meisterhaft beherrscht. Bei dieser Variante, werde das Holz nicht nur außen bearbeitet sondern ausgehöhlt. Durch die Längs- und Querbearbeitung entstehen auch eckige Formen, geschwungene Ornamenten und Hohlformen.

Dieter Pelka bedankte sich für die Möglichkeit der Ausstellung im Biosphärenzentrum "Haus der Langen Rhön", denn der Drei-Länder-Drechslertreff habe es sich zur Aufgabe gemacht, das Drechsler-Handwerk in der Öffentlichkeit im Bewusstsein zu halten. Rund 30 Teilnehmer umfasse der zwanglose Treff, der neben dem Austausch auch häufig praktische Hilfe und Vorführungen in der Werkstatt von Andreas Scholl biete. Ebenso faszinierend wie dieses Kunsthandwerk sei auch die Geschichte. Seit dem dritten Jahrhundert sei Drechseln in Deutschland nachgewiesen. Doch erst im Mittelalter wurde das Schwungrad erfunden, das eine ständige einseitige Rotation ermöglichte. Später kamen Wasserkraftanlagen mit Transmissionsriemen auf den Markt, heute verwenden Drechsler Elektromotoren mit elektronischer Drehzahlregelung.

Wer selbst zuschauen möchte, wie aus einem Stück Holz, das in die Drechselbank eingespannt wird, ein Kunstgegenstand entsteht, der hat dazu am Sonntag, 17. Februar, im Rahmen der Rhöner Maskenfastnacht Gelegenheit. Die Sonderausstellung ist bis 18. Februar täglich von 10 bis 16 Uhr (Dienstag geschlossen) zu besichtigen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren