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Rhönallianz: Vieles wurde erreicht

Vielen ist bekannt, dass es sie gibt, allerdings wissen die betroffenen Bürger überhaupt, was die Brückenauer Rhönallianz überhaupt ist und was für einen Nutzen sie für den Einzelnen hat?
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Der Rhönexpress Bahn-Radweg ist ein gelungenes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit der Bad Brückenauer Rhönallianz. Foto: Archiv/Ulrike Müller
Der Rhönexpress Bahn-Radweg ist ein gelungenes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit der Bad Brückenauer Rhönallianz. Foto: Archiv/Ulrike Müller
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Das Thema Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt aktuell sogar Studierende an der Würzbürger Julius-Maximilians-Universität und ist sicherlich ein Punkt, den es zu behandeln gilt. Denn oftmals werden zwar Projekte und Maßnahmen der Allianzen durchaus von den Bürgern registriert, ob jedoch die Querverknüpfung hin zur interkommunalen Zusammenarbeit bewusst wird, ist fraglich.

Indes funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den acht Kommunen gut, wie Allianzmanager Uwe Schmidt und der Vorstand, bestehend aus Brigitte Meyerdierks (Bad Brückenau), Alexander Schneider (Geroda) und Gerd Kleinhenz (Wildflecken), betonen. "Das hat sich durch die Entwicklung von gewissen Ritualen wie die zehn Lenkungsgruppensitzungen pro Jahr gut eingespielt", meint Schmidt. Natürlich gebe es vor allem aufgrund der Unterschiede zwischen den Kommunen wie beispielsweise der Stadt Bad Brückenau und dem weit kleineren Geroda ab und an Reibungspunkte, doch wäre es laut Meyerdierks auch komisch sei man stets einer Meinung.

"Man muss die Meinung aller hören und respektieren. Letztlich kommt am Ende ja auch immer etwas Gutes dabei heraus", sagt Schneider. So sei es wichtig zu sehen, dass jede Gemeinde Nutzen aus der Allianz zieht und man sich dies auch gegenseitig gönne. Die Zusammensetzung des Vorstandes ist kein Zufall. Mit Bad Brückenau und Geroda wurden die größte sowie die kleinste Gemeinde in das Gremium berufen. Wildflecken, das durch seine damalige Mitgliedschaft in der Kreuzbergallianz eine Scharnierfunktion erfüllte, komplettiert das Trio. "Mittlerweile haben wir aber gesehen, dass die Konzentration auf eine Allianz sinnvoller ist, viele Themen werden doch doppelt durchgekaut", erklärt Kleinhenz.

Manches wird nicht wahrgenommen

So hat man bislang auch Vieles angepackt und erreicht, die Zusammenarbeit brachte die agierenden Personen der Gemeinden näher zusammen. "Doch sind manche Projekte natürlich ein wenig undankbar, da sie in der Wahrnehmung nicht vorhanden sind. Ich gebe das zwar in den Bürgerversammlungen bekannt, aber ansonsten hören das nicht viele Leute. Und das, was nach außen getragen werden soll, wird es meistens nicht", erklärt Schneider.

Beispielsweise die Ortserneuerung in Geroda sei zwar den Ansässigen durchaus bewusst, doch falle dies über die Ortsgrenzen hinweg weniger auf. Ganz so einfach sei es laut Schmidt allerdings nicht, die Aktivitäten der Allianz einem breiten Publikum zugänglich zu machen: "Es gibt Pressearbeit bei uns, aber das ist mittlerweile ein wenig überschätzt, da wesentlich weniger Leute einfach auch Zeitung lesen, das ist leider so." Ein etabliertes Informationsmedium sei laut Schmidt ebenso der allianzeigene Veranstaltungskalender.

Inszenierung der Bahngeschichte

Für Meyerdierks ist das Projekt Inszenierung Bahngeschichte allerdings ein Paradebeispiel für ein öffentlichkeitswirksames Projekt. Aus der 1988 stillgelegten Bahnstrecke zwischen Wildflecken und Zeitlofs wurde nach Ideen der Bevölkerung schließlich eine konkrete Maßnahme der Allianz mit einem festen Plan im Mai 2015. Zwar seien unmittelbar nur vier der acht Kommunen beteiligt gewesen, doch war es auch im Interesse der anderen Anknüpfungspunkte zu finden.

"Da hat man besonders die Bedeutung des Miteinanders gemerkt und die Leute wurden im Zuge dessen auch wieder auf uns aufmerksam", so die Brückenauer Bürgermeisterin. Ins selbe Horn stößt Kleinhenz: "Das war auch wirklich ein gelungenes Projekt, hinter dem die Bevölkerung auch geschlossen stand und quasi darauf gewartet hat. Dann kann man durch dieses Vorzeigeprojekt auch auf andere verweisen."

Anfängliche Skepsis

Aber auch in naher Zukunft wird es laut Schmidt große Langzeit- und Leuchtturmprojekte in der Allianz geben, die mit ziemlicher Sicherheit über seine Amtszeit hinausgehen. Wie auch in der Allianz Fränkisches Saaletal wird auf die Brückenauer Rhönallianz beispielsweise das Thema Klärschlammentsorgung zukommen. "Da sind wir allerdings guter Dinge, dass wir etwas auf die Beine stellen, weil das wirklich eine Sache ist, die alle betrifft und angeht", meint Meyerdierks.

So schauen alle Beteiligten optimistisch auf die Zukunft der Zusammenarbeit, obwohl das nicht immer so war wie Schneider betont: "Ich war als Gemeinderat anfänglich ein großer Gegner der Allianz. Doch nach einigen Jahren als Bürgermeister sehe ich das anders."

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