Oberelsbach
Biosphärenreservat

Rhön: Mit dem Handy in die Natur

Der pädagogische Fachbetreuer der Umweltbildungsstätte Oberelsbach Joachim Schneider hat ein Handyspiel entwickelt, das Technik und Umweltbezug miteinander verbindet. Das Projekt heißt "Finde Vielfalt".
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Von wegen mit dem Smartphone auf der Couch: Joachim Schneider (links) hat ein Spiel entwickelt, bei dem Kinder mit dem Handy draußen in der Natur unterwegs sind. Damit erweitert die Umweltbildungsstätte Oberelsbach ihr Angebot. Foto: Marion Eckert
Von wegen mit dem Smartphone auf der Couch: Joachim Schneider (links) hat ein Spiel entwickelt, bei dem Kinder mit dem Handy draußen in der Natur unterwegs sind. Damit erweitert die Umweltbildungsstätte Oberelsbach ihr Angebot. Foto: Marion Eckert
Mobile Medien in der Umweltbildung? Handy, Tablett und Co contra Naturerfahrungen? Joachim Schneider, Pädagogischer Fachbetreuer in der Umweltbildungsstätte Oberelsbach ist überzeugt, dass beides Hand in Hand gehen und sich gegenseitig ergänzen kann. In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hat er ein Spiel entwickelt, speziell auf die Umweltbildungsstätte und das Biosphärenreservat Rhön zugeschnitten, das am Handy oder Tablett und zugleich in der Natur gespielt werden muss.


Heilpflanzen in der Natur finden

"Finde Vielfalt" heißt das Projekt der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, das mehrere Projektebenen umfasst. Zunächst gibt es da das GeoGame "Der grüne Schatz" bei dem es darum geht Pflanzen mit ihren Besonderheiten kennen zu lernen und in der Natur zu finden. Das Spiel wendet sich an Grundschulkinder bis 12 Jahre und ist bestens bei einem Sonntagsspaziergang mit der ganzen Familie zu spielen. Ob Heilpflanzen, Giftpflanzen oder essbare Pflanzen - mit dem Smartphone können Eltern und Kindern auf Schatzsuche gehen.

Das Spiel schlägt verschiedene Pflanzen vor, die in der Natur zu suchen sind. Mit dem Smartphone wird ein Foto gemacht und in eine virtuelle Schatzkiste gepackt. Das Spiel gibt's im Internet zum Download.Für die Umweltbildungsstätte hat Joachim Schneider ein Spiel entwickelt, dass ältere Schüler anspricht und GPS-basiert auf einem Rundweg zu Stationen rund um Oberelsbach führt. Draußen im Gelände sind verschiedene Aufgaben zu erledigen.

Hinzu kommen sogenannte "Dilemma-Aufgaben", bei denen es kein falsch oder richtig gibt, bei denen aber dennoch eine Entscheidung für die eine oder andere Seite getroffen werden muss. "Die Schüler sollen dabei unterstützt werden Entscheidungen zu treffen und auch begründen zu können", erklärte Joachim Schneider. "Es geht nicht nur ums Punkte sammeln, sondern um Nachdenken und mit Situationen auseinander setzen."


Hochschule begleitet Projekt

Das Spielfeld ist die Natur, an den Stationen vor Ort erfahren die Schüler erst die Aufgaben, da muss ein Lockstab für eine Wildkatze gefunden werden oder Fragen sind zu beantworten. Damit die Schulklassen das Spiel reibungslos spielen können, wurde eigens Tabletts angeschafft, die mit in die Natur genommen werden können. Informationen über das Biosphärenreservat Rhön und Naturzusammenhänge werden mit kleinen Minispielen vermittelt. "Die Verbindung zwischen Outdoor und Technik kommt bei den Kindern an. Es geht nicht darum, einfach nur am Handy herum zu spielen", betonte Schneider.

Begleitet werde die Spielentwicklung durch die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach ist neben fünf Jugendherbergen, die einzige Einrichtung, die an dem Projekt beteiligt ist. Natürlich nur mit Einverständnis der Eltern werden die Schüler nach ihren Spielerfahrungen befragt, nach Bewertung von Inhalten, abgefragt werde auch Verständnis von Naturbezügen - ob das Spiel eben nur ein Spiel ist oder auch Wissen und Inhalte vermittelt werden.

Seit Sommer 2015 werde das Spiel an der Umweltbildungsstätte immer wieder gerne gebucht. Die Testphase mit Datenerhebung laufe bis Sommer 2016, um mindestens 400 Schüler befragen zu können, sagt Schneider. Sehr gut komme auch an, dass die Schüler sich in Gruppen und ohne Lehrkräfte in der Natur bewegen dürfen. Das Gelände, auf dem das Spiel ablaufe, sei übersichtlich und gut einsehbar, so dass dies auch problemlos möglich sei.

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