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Wildflecken
Baufortschritt

Rhön-Kaserne: An allen Ecken wird gebaut

Bis zum Jahr 2024 investiert die Bundeswehr 83 Millionen Euro in die Rhön-Kaserne. Der Bau eines neuen Rechenzentrums ist da noch nicht mitgerechnet.
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Wildflecken: Roman Jähnel, Kommandeur des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Süd, und Christoph Peschel, Kommandant der Rhön-Kaserne, am neuen Wirtschaftsgebäude Foto: Ulrike Müller
Wildflecken: Roman Jähnel, Kommandeur des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Süd, und Christoph Peschel, Kommandant der Rhön-Kaserne, am neuen Wirtschaftsgebäude Foto: Ulrike Müller
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Manches ist schon passiert in der Rhön-Kaserne: Seit Oktober ist die neue Wache mit der elektronischen Zufahrtskontrolle voll in Betrieb. Das Kasernengelände ist umzäunt. Beides zusammen hat 3,2 Millionen Euro gekostet. Zwei neue Unterkunftsgebäude für insgesamt 260 Soldaten stehen auch schon. Sieben Millionen Euro investierte die Bundeswehr allein dafür.

Roman Jähnel, Kommandeur des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Süd, und Christoph Peschel, der Kommandant der Rhön-Kaserne, stehen in einer der neuen Mannschaftsstuben. Sie ist komplett leer. Zwei Doppelstockbetten, vier Spinde, ein Tisch und vier Stühle kommen noch hinein. Einen Fernseher gibt es nicht, dafür WLAN. Die Zimmer sind für übende Truppen gedacht. Die Soldaten übernachten also nur für kurze Zeit hier.

"Ich muss 2000 Betten bereithalten, nur für das Gefechtssimulationszentrum", sagt Peschel. Für den Truppenübungsplatz sollten es noch einmal 750 Unterkünfte sein. Aktuell kann er lediglich 1700 Soldaten ein Bett anbieten. Das ist ein Grund dafür, warum in der Rhön-Kaserne so viel gebaut wird. Ein zweiter ist, dass etliche Gebäude veraltet sind. In einigen Fällen werden die heutigen Kriterien - beispielsweise des Arbeitsschutzes - nicht mehr erfüllt.

Regionale Bezüge schaffen

Ebenfalls fast fertig ist ein Wirtschaftsgebäude. Metall und Glas verkleiden die Fassade. Der moderne Bau dient zur Versorgung der Truppen, die nach Wildflecken zum Üben kommen. Eine fest installierte Küche oder gar eine klassische Kantine gibt es jedoch nicht. Die Soldaten bauen ihre Feldküche auf und übernehmen die Organisation selbst. Rund 5,7 Millionen Euro hat die Bundeswehr in dieses Gebäude gesteckt. Im Juni soll es offiziell in Betrieb gehen.

Verpflegung ist das eine, Unterhaltung das andere. Die Adresse für geselliges Beisammensein nach dem Schießbetrieb ist Haus Dammersfeld. Glasmosaike eines regionalen Künstlers zieren das Gebäude. Sie bleiben erhalten, versichert Stabsfeldwebel Thomas Knüttel. Er ist der Vorsitzende der Heimgesellschaft, die Haus Dammersfeld betreibt. Hier wird gerade saniert. Knüttel hat darauf geachtet, dass die neu gestalteten Räume einen lokalen Bezug bekommen.

So gibt es die Auersbergstube, die Silberhoftheke, die Ehrenbergstube und die Werbergstube. Für letztere hat Knüttel sogar alte Fotografien beigesteuert. Seine Großmutter stammte aus dem abgesiedelten Ort. Am Auersberg wurde früher Schwerspat abgebaut. Um die Bergbaugeschichte zu demonstrieren, sucht Knüttel noch Leihgaben, die zeitweise im Haus Dammersfeld ausgestellt werden könnten.

Heizungsanlage zurückgestellt

Insgesamt rund 83 Millionen Euro investiert der Bund bis zum Jahr 2024 in die Rhön-Kaserne. Dabei sind die Kosten für das neue Rechenzentrum und Investitionen auf dem Truppenübungsplatz - beispielsweise dem Bau neuer Schießanlagen - noch gar nicht mitgerechnet. Jähnel freut sich über diese Zusagen. Das stärke den Standort auf Jahrzehnte, sagt er.

Ab März beginnt der Neubau einer Feuerwache. Das Personal wurde jüngst auf 51 Feuerwehrleute aufgestockt. 5,2 Millionen Euro sind hierfür eingeplant. Ein neues Gefechtsstandsgebäude für rund 8,5 Millionen Euro - ein zweites ist geplant - soll ab Juni gebaut werden. "Momentan muss die Truppe ihren Gefechtsstand mitbringen", erklärt Peschel. Wenn das in Zukunft wegfalle, könnten zwei Wochen Arbeit gespart werden. Weitere Gebäude seien in den Jahren 2021 bis 2024 geplant, darunter auch der Neubau des Sanitätsbereichs.

Den Neubau einer Heizungsanlage hat die Bundeswehr allerdings zurückgestellt. "Es macht keinen Sinn, eine neue Heizungsanlage zu bauen, wenn wir noch nicht abschätzen können, wie viel Heizleistung und Strom benötigt wird", erklärt Jähnel in Hinblick auf das neue Rechenzentrum. Bayernwerk plane ein neues Umspannwerk. Allerdings sei noch nicht entschieden, ob der Energiebedarf des neuen Rechenzentrums selbst produziert oder eingekauft werde, ergänzt er. Eine Möglichkeit wäre auch, die Wärme des Rechenzentrums für die Kaserne zu nutzen oder eine eigene Hackschnitzelanlage bauen zu lassen.

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