Klosterkreuzberg
Konzert

Polizei singt auf dem Kreuzberg für verstorbene Einsatzkräfte

Der Polizeichor Würzburg hat am Sonntag die Gottesdienstbesucher auf dem Kreuzberg beeindruckt.
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Der Polizeichor Würzburg gestaltete einen Gottesdienst zu Ehren von verstorbenen und verunglückten Dienstkräften von Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr und  THW sowie dem Roten Kreuz, der Bergwacht und der Wasserrettung in der Klosterkirche am Kreuzberg. Foto: Marion Eckert
Der Polizeichor Würzburg gestaltete einen Gottesdienst zu Ehren von verstorbenen und verunglückten Dienstkräften von Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr und THW sowie dem Roten Kreuz, der Bergwacht und der Wasserrettung in der Klosterkirche am Kreuzberg. Foto: Marion Eckert

Jürgen Pfarr leitete das Konzert mit Auszügen aus der von ihm komponierten lateinischen Messe. Der Gottesdienst mit dem Polizeichor war allen verstorbenen und verunglückten Dienstkräften von Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr und THW sowie dem Roten Kreuz, der Bergwacht und der Wasserrettung gewidmet.

Voll besetzt war die Klosterkirche schon lange vor Gottesdienstbeginn. Viele Mitglieder der Hilfs- und Rettungsdienste waren in Uniform erschienen als Zeichen des Respektes und der Würdigung ihrer verstorbenen Kameraden. Der Polizeichor hatte ein Chorseminar in Bad Brückenau absolviert und sich, ihren Kameraden und Familien zum Abschied diesen Gottesdienst zum Geschenk gemacht. Der Vorsitzende Horst Assmann dankte den Verantwortlichen im Kloster Kreuzberg für ihre Offenheit und Bereitschaft zu diesem besonderen Gottesdienst. Besonders freute er sich, so viele Führungskräfte und Verantwortliche auf dem Kreuzberg begrüßen zu können.

45 Sänger standen im Chorraum. 1987 gründete Jürgen Pfarr den Chor und leitet ihn seither musikalisch. Aus seiner Messe sangen die Männer das Kyrie und Gloria, den Zwischengesang, zu Gabenbereitung und das Sanctus. Darüber hinaus sangen sie noch weitere Stücke, in den vor allem der Lobpreis und die Ehre Gottes gewürdigt wurde. Der Polizeichor besteht aus aktiven und ehemaligen Polizisten aber auch befreundeten Personen aus dem zivilen Leben.

Pater Georg Andlinger zelebrierte den Gottesdienst, in dem er auch das aktuelle Geschehen in Deutschland, das ja auch die Polizei beschäftige, zur Sprache brachte. Allerdings nahm er keine Stellung zu dem Vorkommnissen in Chemnitz, sondern weitete anhand des Evangeliums den Blick für unterschiedliche Sichtweisen. "Die Art und Weise, wie wir Menschen und Dinge sehen, ist oft bestimmt von einem vorgefestigtem Weltbild bestimmt."

Respekt und Anerkennung zollte Pater Andlinger den Hilfs- und Rettungskräften für ihre Bereitschaft Menschen in Not zu helfen - ohne nach Schuld oder Herkunft zu fragen. Beispielhaft zitierte er die ethische Grundlage der Bergwacht Bayern: "Ihre Aufgabe ist somit der Schutz des Lebens, der Gesundheit und der Würde sowie die Verminderung des Leids von Menschen in Not, ohne Ansehen von Nationalität und Abstammung oder religiösen, weltanschaulichen oder politischen Ansichten der Betroffenen und Hilfeleistenden auf der Basis freiwilliger Hilfe. Ihre Arbeit basiert auf den Prinzipien der Unparteilichkeit und Neutralität." Formuliert wurden die Grundlagen dieser Aussagen zum ersten Mal am 22. August 1864 während der Konferenz zur ersten Genfer Konvention "betreffend die Linderung des Loses der im Felddienst verwundeten Militärpersonen".

Übertragen auf die Arbeit der Bergwacht Bayern fordere diese Neutralität weder den Hergang eines Unfalls öffentlich zu beurteilen noch die am Unfallgeschehen Beteiligten zu kritisieren. "Als kundiger und kompetenter Partner der Bergsteiger weiß die Bergwacht Bayern um die Eigenheiten und Schwächen der Menschen, die sie akzeptiert und duldet. Für unsere Arbeit macht es keinen Unterschied, aus welchem Grund eine Person zu Schaden kam. Die Inanspruchnahme dieser Neutralität erlaubt es den Rettungsdiensten, sich im Einsatzfall voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren zu können, ohne auf vermutete Schuldlagen oder versicherungsrechtlich relevante Zusammenhänge achten zu müssen. Es ist nicht die Aufgabe der Rettungsdienste, ermittlerisch tätig zu werden, es fehlt sowohl die Ausbildung als auch die Befugnis", soweit das Zitat aus der Homepage.

Diese ethische Grundlage setzte Pater Georg Andlinger auch bei den weiteren Hilfs- und Rettungsdiensten voraus und dankte ihnen für diesen vorurteilsfreien und uneigennützigen Einsatz.

In Anschluss an den Gottesdienst sangen die Männer des Polizeichors noch einige Stücke, bis sie für eine Wallfahrt Platz machen mussten.



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