Bad Brückenau
Brustkrebs

Pinklauf in Bad Brückenau: Rekord erneut geknackt

1516 Läuferinnen und Läufer machen beim diesjährigen Pinklauf mit, so viele wie noch nie. Auch Team Claudia ist auf der Strecke - aus einem einzigen Grund.
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Pinklauf 2019 in Bad Brückenau Foto: Ronald Rinklef
Pinklauf 2019 in Bad Brückenau Foto: Ronald Rinklef
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Es regnet nicht, und dann kommt auch noch die Sonne heraus. Der neunte Pinklauf in Bad Brückenau übertrifft wieder die Erwartungen. 1516 Teilnehmer - 124 mehr als im vergangenen Jahr - laufen die Strecke ins Staatsbad und zurück. Maximilian Jäger, der unlängst bei der Para-Radsport-WM zwei Silbermedaillen holte, gibt den ersten Startschuss ab. Landrat Thomas Bold (CSU) und Bezirksrätin Adelheid Zimmermann (FDP) geben ebenfalls Schüsse ab, denn beim Pinklauf starten die Läufer in drei Kategorien.

Der Erste erreicht das Ziel nach 34 Minuten, doch darum geht es gar nicht. "Und wenn wir die letzten sind, wir warten auf dich!", sagen ihre Schwestern zu Claudia Weber aus Sulzthal. Im Juni musste sie sich der Diagnose Brustkrebs stellen. "Ich habe mir das ganz fest vorgenommen. Ich laufe da mit", sagt die 53-Jährige, und zieht es auch durch. Etwa 20 Leute aus ihrer Familie und von ihren Freunden laufen als "Claudias Team" mit. "Das ist Ehrensache", sagt Nicole Höchner. Sie hat ihr 13 Wochen altes Baby dabei.

Neffe Marcel Zänglein feiert seinen 19. Geburtstag in pink für die Tante. Es wird viel gelacht und auch gesungen auf der Strecke. "Das Reden darüber ist das allerwichtigste", sagt Elisabeth Schäfer aus Nüdlingen. Gemeinsam mit ihren anderen Schwestern steht sie Claudia Weber bei. "Beim Haare abrasieren waren wir alle dabei", erzählt sie. Die Schwestern haben sich ein Ziel gesetzt: Wenn alles geschafft ist, reisen sie gemeinsam nach Mallorca.

Ehrenamtliche leisten unheimlich viel

An der Marienkirche steht Walter Daißler vom Turnverein. Als Streckenposten hilft er von Anfang an bei der Organisation des Laufs, so wie unzählige andere Helfer auch. Die Schlagzeuger der Musikschule stehen vor der Georgi-Halle, im Schlosspark gibt es Sekt für die Damen, Rotes Kreuz und Feuerwehr halten sich im Hintergrund, sind aber die ganze Zeit präsent. Im Zieleinlauf im Siebener Park präsentieren sich etliche Partner des Laufs. Die Taschen für jede Teilnehmerin und auch das Obst der Einen Welt-Gruppe reichen bei Weitem nicht für alle.

Zum ersten Mal unterstützt die Tourismus Connection, ein Zusammenschluss aus Tourist-Info, Dorint-Hotel, Regena und der Malteser Klinik von Weckbecker, den Pinklauf. Und auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) St. Jakobus aus Thalau hat einen Stand aufgebaut und gibt selbstgenähte Herzkissen gegen eine Spende ab. Die Kissen werden ehrenamtlich genäht und sonst den Brustkrebspatientinnen des Klinikums Fulda geschenkt. Vor dem Stand des Obst- und Gartenbauvereins kann sich jeder einen Baum einpflanzen und mitnehmen.

Insgesamt haben sich 102 Gruppen zum Pinklauf angemeldet. Das Rehazentrum Hammelburg stellt mit 60 Teilnehmern das größte Team. Es folgen kfd Thalau mit 43 und die Lebenshilfe Bad Kissingen mit 30 Läufern. "Diese grandiose Leistung aller Helfer, ohne die geht's nicht", sagt Karin Bauer, Leiterin der Tourist-Info, nach dem Lauf. "Da sind wir sehr dankbar." Der Erlös kommt dem Verein Brustkrebs Deutschland zugute.

1516 Läuferinnen und Läufer machten beim Pinklauf 2019 mit - erneut ein Rekord.

102 Gruppen meldeten sich an. Die größte war vom Hammelburger Rehazentrum Thums.

34 Minuten brauchte der schnellste Läufer für die Strecke. Sie ist 7,7 Kilometer lang.

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