Wildflecken
Förderung

Nicht nur der Wildfleckens Altort ist bedürftig

Über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept machten sich Wildfleckens Räte erste Gedanken. Die Verwaltung soll nun einen Städteplaner/Architekturbüro finden, vorbereitende Gespräche führen und das dem Gemeinderat vorzustellen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Für Wildflecken soll ein Integriertes Städtebauliches  Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt werden. Ein Sanierungsbereich werde  der Altort sein. Foto: Marion Eckert
Für Wildflecken soll ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt werden. Ein Sanierungsbereich werde der Altort sein. Foto: Marion Eckert
+1 Bild

Die weitere Entwicklung des Marktes Wildflecken soll über ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) langfristig betrachtet werden. Daniel Kleinheinz aus der Gemeindeverwaltung gab den Gemeinderäten bei der Sitzung einen ersten Einblick, was es für den Markt für Vorteile bringen werde, wenn ein solches Konzept aufgestellt werde.

Das ISEK gebe den Rahmen, und eine Satzung  lege Sanierungsgebiete förmlich fest. Infrage kämen "Altort und ehemaliger Bahnhof", "Umfeld Rathausplatz und Jahnstraße" und "Klein Manhattan". Dies seien drei Bereiche, in denen Handlungsbedarf bestehe. Leerstände, Sanierungsbedarf und baulicher Verfall, Sanierungsstau an ortsbildprägenden Gebäuden sowie problematische Sozialstrukturen wurden als Problempunkte aufgezählt. Um ein ISEK und im Folgenden eine Satzung zu erlassen, werden zunächst vorbereitende Untersuchungen notwendig, in der die baulichen Missstände aufgezeigt werden. Ein Stadtplaner oder Architekturbüro werde diese Aufgabe übernehmen. Außerdem werden die Bürger an der Konzepterstellung beteiligt, um deren Wünsche und Vorstellungen für ihren Ort aufzunehmen. Das ISEK bilde dann die Grundlage für jedes weitere städtebauliche Projekt und die entsprechenden Förderungen. Die Regierung von Unterfranken förderte die Erstellung mit 60 Prozent, bei geschätzten Kosten von 50.000 Euro.

Ortsteile miteinbeziehen

Herbert Nowak befürwortete ein solches ISEK, denn eine Sanierung im Bestand scheitere häufig an fehlenden finanziellen Möglichkeiten. Allerdings dürfe das ISEK sich nicht auf den Ort Wildflecken beschränken, sondern müsse auch die Ortsteile Oberwildflecken und Oberbach einbeziehen. In Oberwildflecken seien die Wohngebäude gegenüber dem Frankenplatz ein Problempunkt. Nicole Müller verwies auf den Bereich um das Haus des Gastes in Oberbach. "Das ISEK wird alle drei Orte betrachten", sicherte Daniel Kleinheinz zu. Kämmerer Dieter Feller ergänzte, dass die jeweiligen Förderprogramme zu berücksichtigen seien. So sei Oberbach in der Dorferneuerung und Wildflecken in der Städtbauförderung. Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, einen Städteplaner/Architekturbüro zu finden, vorbereitende Gespräche zur Erstellung eines ISEK zu führen und dem Gemeinderat vorzustellen. Zum Erlass einer Satzung für die oben genannten Bereiche wurde kein Beschluss gefasst, erst gelte es die Vorarbeiten zu erledigen.

Um in den Genuss von Mitteln der Städtebauförderung zu kommen, ist eine jährliche Bedarfsmitteilung an die Regierung von Unterfranken notwendig. Für das Jahr 2020 meldet der Markt Wildflecken im Programm Stadtumbau West Kosten für eine Voruntersuchung der Arkaden am Rathausplatz an. Die Neugestaltung des Bahnhofsbereichs werde aus haushaltstechnischen Gründen auf das Jahr 2021 verschoben.

Kontiminiertes Material: Pumptrack wird deutlich teurer

Um den geplanten Pumptrack realisieren zu können, ist der Markt Wildflecken auf weitere Fördermittel angewiesen. Ursprünglich seien 470.000 Euro an Kosten veranschlagt worden, bisher wurden knapp 400.000 Euro ausgegeben, doch nicht für den Bau, sondern für Abriss und Entsorgung von kontaminiertem Material. Es müsse nun ein Antrag auf Nachförderung gestellt werden, informierte der Bürgermeister das Gremium. Die derzeitige Kostenschätzung liege bei 775.000 Euro, wobei weitere 100.000 Euro für den Abbruch zu veranschlagen seien. Eine Steigerung der Baupreise sei in der Kostenschätzung nicht berücksichtigt.

Senioren- und Behindertenbeirat geplant

Der Markt Wildflecken möchte einen Senioren- und Behindertenbeirat ins Leben rufen. Nicole Müller und Gaby Rüttiger haben die entsprechenden Vorgespräche mit interessierten Senioren geführt und eine Satzung ausgearbeitet. Nun stand im Gemeinderat zur Diskussion, ob eine Satzung nötig sei oder ein Beschluss ausreiche.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz und auch ein Stellvertreter Wolfgang Illek sprachen sich für einen Beschluss aus. Eine Entscheidung wurde in der Sitzung nicht getroffen, es sollen weitere Gespräche mit den beiden Gemeinderätinnen, dem Bürgermeister und der Verwaltung stattfinden, um die für Wildflecken beste und praktikable Lösung zu finden.

Über die Notwendigkeit eines Senioren- und Behindertenbeirats bestand kein Zweifel. Der Beirat ist ein ehrenamtlich arbeitendes Gremium, das  für die Interessen aller älteren  Mitbürger und Menschen mit Behinderung eintritt. Zum Gremium werde der gemeindliche Seniorenbeauftragte sowie der Bürgermeister gehören. Auch wenn Nicole Müller und Gaby Rüttiger bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten werden, sicherten sie ihre weitere Mitarbeit zu.

Bauanträge

Zugestimmt wurde dem Bauantrag zum Anbau eines Windfangs an das bestehende Wohnhaus in der Reußendorfer Straße in Neuwildflecken. Ebenfalls genehmigt wurde der Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses in der Rückbergstraße in Wildflecken. Im Bereich des  Rewe-Marktes in Wildflecken sollen zwei Großflächenwerbetafeln aufgestellt werden. Dem Antrag der   Ströer Media Deutschland GmbH wurde zugestimmt.

Die Feststellung der  Jahresrechnung für 2016 und die Entlastung wurden einstimmig erteilt.  Geschäftsleiter Dieter Feller nahm zu einigen Eckpunkten Stellung, die vom örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss angefragt wurden. Dabei ging es um die Holzpreise, ob diese noch aktuell seien. Die Gemeinde erkundige sich regelmäßig vor Festlegung der Holzpreise bei den Staatsforsten nach den aktuellen Höhen. Haushaltsüberschreitungen seien aufgrund jahresübergreifender Abrechnungen zustande gekommen, doch die Abweichungen vom Haushaltsplan seien marginal gewesen. Eine Formalität war der Beschluss zur  Gebührenkalkulation der Wasserversorgung und Entwässerungseinrichtung. Der Beschluss des Marktgemeinderates vom 11.September 2018 musste rückwirkend korrigiert werden. Damals wurden die kalkulatorischen Zinssätze von 3,5 auf 3 Prozent gesenkt. Doch gelte die Senkung schon ab 1. September 2018. Dies wurde nun korrigiert.

Löschung aus Vereinsregister

Bürgermeister Gerd Kleinhenz wurde am 31. Januar 2018 zum Liquidator der ISB Interessengemeinschaft Schwarze Berge bestellt und hatte die Aufgabe den Verein abzuwickeln. Innerhalb der vorgeschriebenen Frist habe kein Gläubiger Anspruch erhoben, so könne die Löschung aus dem Vereinsregister beantragt werden. Den hierzu nötigen Beschluss fassten die Gemeinderäte.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren