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Bischofsheim an der Rhön
Kirche

Neue Ikone in Bischofsheim: Der Heimgang des Heiligen Benedikt

Der Treppenaufgang der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Bischofsheim ist um eine Ikone reicher.
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Aus  Verehrung für den Mönchsvater, den Heiligen Benedikt, ließ Pfarrer Fjodor Hölldobler eine Ikone mit der Darstellung der  Sterbestunde für die orthodoxe Kirche in Bischofsheim anfertigen. Foto: Marion Eckert
Aus Verehrung für den Mönchsvater, den Heiligen Benedikt, ließ Pfarrer Fjodor Hölldobler eine Ikone mit der Darstellung der Sterbestunde für die orthodoxe Kirche in Bischofsheim anfertigen. Foto: Marion Eckert

Pfarrer Fjodor Hölldobler hat die Ikone von seinem Freund, dem griechischen Ikonenschreiber Vaios Tsoulkanakis, anfertigen lassen. Dargestellt ist auf der gut drei Meter hohen Leinwand die Entschlafung des Heiligen Benedikts, der in der Orthodoxie als Mönchsvater hoch verehrt wird.

Persönlich in Thessaloniki abgeholt

Der Ikonenschreiber schrieb diese Ikone, wie es in der Fachsprache genannt wird, denn Ikonen werden weder gemalt noch gezeichnet, sondern geschrieben, nach genauen Vorgaben, die auf eine jahrhundertealte Tradition zurückgehen. Pfarrer Fjodor Hölldobler hat die neue Ikone selbst in Thessaloniki abgeholt. "Die Leinwand war nicht schwer, nur etwas sperrig", berichtete er von seiner Reise nach Griechenland.

An der Wand im Treppenaufgang wurde sie von Firma Fries aus Unterweißenbrunn angebracht und so angepasst, dass sie sich in die vorhandenen Elemente einfügt. Der Heimgang des Heiligen Benedikt ist eine faszinierende Geschichte, die Pfarrer Hölldobler schon seit langem bewegt. Der Heilige Benedikt von Nursia habe das Mönchswesen mit seinen Ordensregeln grundlegend geprägt. Der Begriff "ora et labora", beten und arbeiten, sei bis heute auch außerhalb des Benediktinerordens geläufig.

Im Stehen gestorben

Geboren wurde der Heilige um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Umbrien, gestorben ist er am 21. März 547 im Kloster Montecassino, das bis heute das Stammkloster des Benediktinerordens ist. Der Legende nach war es wenige Tage vor Ostern, er ließ sich von Ordensbrüdern in die Kirche tragen, dort stärkte er sich durch den Empfang des Leibes und Blutes Christi für seinen Tod. "Er ließ seine geschwächten Glieder von den Händen seiner Schüler stützen, so stand er da, die Hände zum Himmel erhoben und starb. Er wollte als österlich auferstandener Christ im Stehen sterben", erzählt Pfarrer Hölldobler.

Neues Benediktuskreuz

Die Ausgestaltung des Treppenhauses der Orthodoxen Kirche ist mit diesem Kunstwerk noch nicht abgeschlossen. Pfarrer Hölldobler hat noch weitere Pläne, so soll ein Benediktuskreuz entstehen, dessen Buchstaben und ihre Anordnung einem Kreuzsegen entnommen sind. Und auch eine weitere große Wandikone ist in Planung. Sie soll den alttestamentlichen Propheten Elias darstellen, wie er von einem Raben ernährt wurde.

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